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Auf dem Weg zur grünen Stadt

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Wasser versickern lassen, Schatten und Grün ins Zentrum bringen: Der Neckarsulmer Gemeinderat sowie die Stadtverwaltung sind sich grundsätzlich einig, dass sie die Stadt an den Klimawandel anpassen wollen. Klimaschutz allein, das reicht nicht mehr. Nur: Das eine ist die Theorie, das andere die konkrete Umsetzung. Entsprechend hat es am Donnerstag deutliche Kritik an der Tagesordnung gegeben. 

Mehr Tempo

CDU-Stadtrat Joachim Beil gehört zu den Kommunalpolitikern, die aufs Tempo drücken. „Es passiert mir zu wenig und zu langsam.“ Er vermisst deshalb, dass in der Stadt entsprechend der Klima-Idee gehandelt wird. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an einen Mehrheitsbeschluss vor wenigen Wochen, einen bestehenden Spielplatz mit Grün zum Bolzplatz umzubauen. Man müsse auch verzichten, kritisierte er den Beschluss. Einen ähnlichen Punkt fand er just auf der Tagesordnung der Sitzung, in der sich die Mitglieder des Bau- und Werksausschusses Stadtwerke mit Klimaanpassungskonzepten befasst haben: Eine bisherige Ackerfläche sollte auf Vorschlag der Stadtverwaltung zur Zwischenlagerfläche werden, um dort Erdaushub und Abbruchmaterial analysieren zu können. Diese Fläche lehnte Beil ab: „Es ist jedes Mal ein kleiner Schritt in die falsche Richtung.“ Baubürgermeisterin Dr. Suzanne Mösel warb um Verständnis, dass man Zeit für ein Klimaanpassungskonzept benötige. Erst müssten Grundlagen erarbeitet werden, dann könne man darüber entscheiden. 

Systematik

Klimaanpassung ist vielschichtig, das hat Stadtplaner Martin Berchtold aufgezeigt, der die Stadt berät. „Ohne eine systematische Idee hat man keine Bewertungsgrundlage“, sagte der Experte, der unter anderem für Karlsruhe, Freiburg und Zürich gearbeitet hatte. Die Umsetzung koste zwar Geld, allerdings würden manche Schritte ohnehin gemacht. „Klimaanpassung kann man oft huckepack mitdenken.“ Beispielsweise dann, wenn ohnehin an Straßen gearbeitet wird. Es geht unter anderem darum, Bäume neben Straßen zu setzen oder Dächer zu begrünen. 

Mit Grün sinkt die Temperatur in Städten, das verdeutlichte Martin Berchtold auch mit seiner Präsentation. Zugleich erklärte er, wie gezielt er vorgeht: So schaut er danach, wo viele Menschen wohnen und es sensible Bereiche wie Kindergärten, Schulen oder Seniorenheime gebe. Außerdem wird geprüft, wo die Menschen lange benötigen, um kühle, also grüne, Gebiete zu erreichen. Diese Faktoren fließen ein, um Schwerpunkte zu finden, an denen gearbeitet werden sollte.

Grünen-Stadtrat Dr. Stefan Müller begrüßte es, mehr Grün nach Neckarsulm zu bringen. Er erkundigte sich danach, ob Wasser berücksichtigt werde. Die Grundwasserspiegel würden permanent sinken. Martin Berchtold betonte, dass man unter dem Begriff Schwammstadt versuche, Wasser zurückzuhalten. Es gehe aber nicht darum, zusätzliches Wasser in die Stadt zu bringen, sondern es in der Stadt zu halten. Baubürgermeisterin Suzanne Mösel ergänzte, dass die Stadt über die Stadtwerke das Grundwasser analysiere. Bisherige Daten seien 20 Jahre alt.

„Wir haben jede Menge zu tun“, sagte die Baubürgermeisterin. Man könne aber nicht die Entwicklung von 30 Jahren „von heute auf morgen“ rückgängig machen. Dazu zählt auch die Wasservision von Mösel und Oberbürgermeister Steffen Hertwig: Einst schaute man, Wasser schnell aus der Kommune zu bringen. Das soll sich ändern.

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