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Das Narrenherz blutet

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Das Narrenherz blutet schwer“, sagt Sibylle Weisl, Präsidentin der Fastnachtsgesellschaft Lemia Krautheim. „Prunksitzungen wie sonst mit 400 Zuschauern können wir uns wegen Corona abschminken.“ Dennoch ist der Traditionsverein, der seit seiner Gründung 1962 für närrisches Treiben in der einzigen Hochburg des Kreises sorgt, „gewappnet“, wenn es Lockerungen geben sollte. Zumindest für einen Abend im kleineren Rahmen für weniger als 100 Narren, so die Hoffnung. 

Rathaussturm

Die beiden Prunksitzungen und die Kinderfastnacht sind die Höhepunkte der Saison. Die Lemianer sind zudem auf vielen Umzügen in der Region unterwegs oder erfreuen auch mal Senioren im Altenheim. Los geht das wilde Treiben, das mittlerweile 200 Vereinsmitglieder veranstalten, normalerweise mit dem Rathaussturm zum 11. November. Diesen ließ sich die Präsidentin auch im Corona-Jahr nicht nehmen. Im kleinen Rahmen „überrumpelte“ sie Bürgermeister Andreas Köhler und rief die Zeit der Narren aus. 

Tanz- und Gesangsnummern sind bislang unter den geltenden Hygieneregeln einstudiert worden, doch jetzt im Lockdown herrscht wieder Probestopp. „Das Miteinander fehlt, dass wir zusammensitzen und unsere Gedanken zum Besten geben“, bedauert Weisl, die seit 47-Jahren Lemia-Vereinsmitglied ist. Insbesondere sei es für ältere Mitglieder schwer, wenn die persönliche Nähe fehlt.

Christl Mittermayer trainiert seit mittlerweile 38 Jahren die Kinder- und Jugendtanzgruppen der Lemia. Von der Gardetanzgruppe bis zum Schautanz hat der Verein verschiedene Stile im Programm. Die Lemia ist schließlich eine traditionelle Fasnachtsgesellschaft, die sich an den Regeln des rheinländischen Karnevals orientiert. „Die Lemia ist für mich wie eine ganz große Familie. Sie ist unser Leben“, sagt Mittermayer. Die drei Trainerinnen haben alle ein Auge auf die Tänzer. Insbesondere bei den drei- bis fünfjährigen Burggeistern ist das nötig. „Die sind wie ein Ameisenhaufen“, sagt die Rentnerin, der die Arbeit mit den Kindern sehr viel Freude macht.

Das Tanztraining fand nach dem ersten Lockdown draußen auf dem Sportplatz mit viel Abstand statt. „Einige der Kinder konnten auch in diesem Jahr ein Sportabzeichen ablegen“, sagt die 65-Jährige. Aktuell hat die Lemia auf Online-Training umgesattelt. Per Videoschalte führt Mittermayer den Kids die Tanzschritte vor. „Sobald es wieder möglich ist, werden wir wieder in der Halle trainieren. Für die Kinder gehört das Training dazu. Es ist ihnen wichtig“, gibt sie zu bedenken. Und das Training lohnt sich sowieso, auch wenn es für die Tänzer erst im übernächsten Jahr wieder auf die große Bühne gehen sollte.

Kostüme

Christl Mittermayer schneidert auch jedes Jahr die Kostüme der Schautanzgruppen. Das fällt dieses Mal jedoch flach. Die Kinder wachsen schließlich aus ihren Kostümen heraus. Etwa vier bis sechs Wochen lang (natürlich mit Pausen) arbeitet die Krautheimerin an einem Kostüm. Sie war von Anfang ihrer Lemia-Karriere an beim Nähen mit von der Partie. „Die Kostüme sind immer aufwendiger geworden“, sagt sie stolz. 
Dass wegen der Corona-Krise das Vereinsleben weitgehend auf Eis gelegt werden musste, stimmt die Lemianerin traurig: „Das ist leider höhere Gewalt. Fastnacht ist wie Weihnachten und Ostern. Das kann nicht ausfallen. Das muss es in irgendeiner Form geben.“ Und wenn in dieser Fasnachtssaison gar nichts gehen sollte? Dann wird im übernächsten Jahr doppelt gefeiert.

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