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Der Blick einer anderen Generation

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Gemeinderatsarbeit ist nur was für Leute mit viel Lebenserfahrung. Junge Menschen haben eh keinen Bock darauf, sich politisch für ihren Heimatort zu engagieren. Stimmt nicht: Seit den Kommunalwahlen im Mai 2019 sitzen auch im östlichen Landkreis jüngere Menschen in den Gremien und bringen dadurch eine andere Perspektive in die Diskussion mit ein. 

Vertrauen

Christina Kircher gibt durchaus zu: „Ich war sehr erstaunt, dass ich auf Anhieb gewählt wurde.“ Umso mehr hat sich die 24-Jährige, die für die CDU im Weinsberger Gemeinderat sitzt, gefreut, dass ihre Mitmenschen ihr diese Aufgabe zutrauten. Der jungen Winzerin ist es wichtig, wie sich die Stadt entwickelt, war sie doch schon immer sehr heimatverbunden. „Junge Leute haben auf manche Dinge eine andere Sicht, die will ich mit einbringen“, begründet Kircher, warum sie sich überhaupt aufstellen ließ. 

Zu Anfang sei dann noch alles neu gewesen. „Aber man wächst mit seinen Aufgaben und in den Sitzungen werden alle Themen für die Neuen nochmal erläutert, das ist sehr hilfreich“, erzählt Kircher. Zunächst habe sie sich noch etwas zurück gehalten, aber nach über einem Jahr sei sie jetzt richtig drin und äußere sich entsprechend. Klar, dass ihr das Thema Weinbau am Herzen liegt, aber auch, wie sich der Ort generell weiter entwickelt. „Wir haben eine gute Struktur mit Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, aber auch der schönen Landschaft, deswegen will ich mich dafür einsetzen, dass das auch so bleibt.“

Luisa Kaczmarek hat ihr ganzes Leben in Obersulm-Eschenau verbracht. „Ich fand es schon immer interessant zu sehen, wie das Gremium gute Entscheidungen für unsere lebenswerte Gemeinde trifft“, erzählt die 21-Jährige. Als sie von den Grünen dann auf eine Kandidatur angesprochen wurde, hatte die junge Frau Lust dazu, daran mitzuarbeiten, dass die Gemeinde attraktiv und lebenswert bleibt, wie die Studentin der internationalen es formuliert. Sie sieht es als ihren Auftrag, die jüngere Generation zu repräsentieren. Gerade beim Thema Kinderbetreuung sei ihre Perspektive als junge Frau manchmal nicht schlecht. Außerdem sind ihr Klimaschutz und die Schaffung von kleinem, bezahlbarem Wohnraum wichtig. 

Ein bisschen anders hat sie sich die Arbeit im Gremium doch vorgestellt. „Vorher hatte ich ja keinen Einblick in die ganzen Prozesse, da merkt man erst, wie viele Instanzen oft beteiligt sind und weswegen es dann auch mal länger bis zu einer Entscheidung braucht.“ Die 21-Jährige fühlte sich von Anfang an sehr gut aufgenommen, auch wenn man sich durch qualifizierte Aussagen erst beweisen muss. „Aber das gilt für alle Neuen.“

Abläufe

Auch wenn es Marco Probsts erste Kandidatur zum Gemeinderat war, ganz unbeleckt ist der 23-jährige Untergruppenbacher , der für die UWG dabei ist, nicht. Durch sein Studium des Public Managements hat er bereits über Praktika verschiedene Gemeinderatssitzungen, auch in seiner Heimat mitbekommen, kennt also die Abläufe und die Themen. „Durch das Studium hat sich auch mein Interesse an Kommunalpolitik gesteigert und durch verschiedene Gespräche hat sich das Gefühl bestätigt, dass das was für mich wäre“, erzählt Probst, der im Landratsamt Heilbronn arbeitet. 

Trotzdem habe es auch für den 23-Jährigen viele Bereiche gegeben, die komplett neu waren und in die er sich über mehrere Sitzungen einarbeiten musste. Aber Marco Probst fühlte sich im Gemeinderat sofort angenommen. „Verwaltung und die anderen freuen sich, dass junge Leute wie ich und Sascha Greiwiz dazu kamen.“ Wichtig sind ihm Jugendbeteiligung, das fehlende Jugendhaus und natürlich Vereine, da er durch seine verschiedenen Mitgliedschaften deren strukturelle Situation gut kennt

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