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Eine Welt voller Verwirrungen

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„Was bleibt, ist Verwirrung!“. Der Titel des neuen Stücks der Theatergruppe Credo könnte die aktuelle Weltlage kaum treffender beschreiben. Was ursprünglich als Arbeitstitel gedacht war, entwickelte sich während der Proben zu einem Konzept, in dem die Welt als komplexes Puzzle mit all seinen verwirrenden Facetten im Mittelpunkt steht. „Es ist eine Betrachtung, wie der Einzelne und die Gesellschaft mit dieser Welt umgehen. In 15 Szenen beleuchten wir die Liebe, große Träume, Kampf und Leid, aber auch Themen wie Vertreibung oder die Rolle der Medien“, erklärt Felix Missagia vom Leitungsduo der Theatergruppe, die vor allem durch Kinderstücke bekannt wurde. 

Blickwinkel

Sie wollen mal etwas anderes machen, sich ausprobieren und eine neue, ernsthafte Seite von Credo zeigen. Auf Kostüme und Requisiten wird weitgehend verzichtet, weil das individuelle Spiel jedes Einzelnen des elfköpfigen Ensembles im Zentrum des Stückes stehen soll, in dem der persönliche Blickwinkel mit der weiten Sicht auf die Dinge wechselt. Eine Vorlage gibt es nicht. „Wir haben einen Großteil der Texte selbst geschrieben, andere neu zusammengesetzt. Es ist kein klassisches Stück mit durchgehenden Rollen oder einem Handlungsstrang“, erläutert Axel Foith, der mit seinem Schwager Felix Missagia selbst Rollen übernimmt. Die zwei sind ein eingespieltes Team. 

Seit Ende vergangenen Jahres laufen die Proben der Laienschauspielerinnen und -schauspieler zwischen 24 und 37 Jahren, die aus unterschiedlichen Berufen kommen, jedoch eins gemeinsam haben. „Sich abseits von beruflichen Zwängen und Konventionen auszuleben und so zu sein, wie man sich sonst nicht zeigen will oder kann“, wie es Missagia formuliert. Im November sollte die Premiere stattfinden. Doch der zweite Lockdown kam ihnen zuvor. In der ersten erzwungenen Auszeit setzte sich das Team sehr intuitiv mit der aktuellen Krise und dem Begriff an sich auseinander. Der Blick des Einzelnen auf die Situation und seine Funktion danach wurden besprochen. Auch der Probenort musste zwischenzeitlich angepasst werden.

Natur

Vom Martin-Luther-Gemeindehaus ging es auf ein Gartenstück, auf dem mit einem Hygienekonzept geprobt wurde. „Das war eine neue Erfahrung für uns. Man muss lauter sprechen und auch eine kleine Barriere überwinden, bevor man ins Spiel findet. Und dann bleiben Spaziergänger stehen und schauen teils interessiert, teils verwirrt auf die Menschen, die da schreiend durcheinander rennen“, erinnert sich Foith. „Aber die Proben unter freiem Himmel hatten auch was und passten häufig wahnsinnig gut zum Stück“, ergänzt Missagia. In der Natur merke man doch noch, dass man Teil eines großen Ganzen sei. Darum gehe es im Theaterstück schließlich auch irgendwie. 

Jetzt sind die Proben wieder ausgesetzt. „Bei allen überwiegt aber die Vernunft vor dem Herzen. Die Lust zu spielen und etwas Neues auf die Beine zu stellen ist riesig. Und weil die Rollen vor dem zweiten Lockdown verteilt wurden, kann jeder die Zeit nutzen, um sich vorzubereiten“, erläutert Foith. Optimistisch visieren sie die Aufführung im Frühjahr 2021 an, und zwar Open-Air. Große Distanzen, Plexiglaswände oder digitale Formate sind dem Theater und der Interaktion mit den Zuschauern nicht förderlich. „Ich frage mich schon, was diese Krise mit der Kulturlandschaft macht. Der Mensch braucht Nahrung in Form von Brot, aber auch geistiges und seelisches Futter. Und das bringt die Kultur“, meint Missagia.

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