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Gutes tun in der kalten Jahreszeit

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Eigentlich dreht sich bei Andy Horning alles um Autos. In seiner Garage in Siegelsbach können die Kunden Reifen wechseln oder kleinere Reparaturen vornehmen lassen. Seit 20 Jahren ist der Bad Wimpfener aber auch sozial aktiv und sammelt für Personen, denen es nicht gut geht, Kleidung, Lebensmittel und Geldspenden. Jetzt hat er seine Räume wieder geöffnet, um obdachlosen Menschen zu helfen. „Ich denke, die

haben es grad mit am schwersten“, sagt der 38-Jährige

Stolz

Besonders warme Kleidung wie dicke Pullover, Socken und Jacken seien momentan sehr wichtig, erklärt Horning. „Aber am meisten brauchen sie Schlafsäcke, um sich vor der Kälte zu schützen.“ Als er noch in Heilbronn als Türsteher gearbeitet hat, habe er selbst gesehen, wie schlecht es einigen Menschen geht, die auf der Straße leben, ob freiwillig oder nicht. Viele seien zu stolz, um um Hilfe zu bitten. 

Neben Kleidung sind besonders haltbare Lebensmittel sehr wichtig. Diese packt Andy Horning dann zu kleinen Care-Paketen zusammen. Sobald ausreichend Spenden eingegangen sind, bringt er sie zu Rosi Hörner nach Bad Wimpfen, die sie dann nach Heilbronn weitergibt. Dort werden Pakete und Kleidung dann verteilt.

Bereits mit 18 Jahren hat Andy Horning zum ersten Mal eine solche Aktion auf die Beine gestellt. Damals gingen die Spenden an ein Mutter-Kind-Heim. „Ich war eigentlich schon immer so eingestellt“, erinnert er sich. Seit damals habe er einfach immer weitergemacht. Und wenn es nach ihm geht, soll das auch so bleiben. Auch im Privaten gibt der 38-Jährige gerne: „Wenn ich jemanden vor dem Supermarkt sitzen sehe, frage ich, was er braucht und bringe es ihm mit.“ Nur Zigaretten und Alkohol kauft er nicht. Auch Bargeld gibt er niemandem.

Quittungen

Wenn er bei seinen Aufrufen Geldspenden überreicht bekommt, werden damit haltbare Lebensmittel angeschafft. Durch seine geschäftlichen Beziehungen zu Auto- und Reifenhändlern komme auf diesem Weg oft eine größere Summe zusammen. Jeder erhält dann eine Quittung über den jeweiligen Betrag. „Ich möchte mir da nichts nachsagen lassen und nehme es sehr genau“, so Horning. Außerdem hält er alles fotografisch fest, um bei Fragen nachweisen zu können, was und wie viel gespendet wurde. 

Bei seiner letzten Aktion vor rund drei Monaten für die Diakonie sind insgesamt fünf gefüllte Anhänger zusammengekommen. Kindernahrung, fünf Paletten Mehl, Reis, Soßen oder Ketchup – Andy Horning hat jeden Anhänger zur Diakonie gefahren. „Kurz nachdem ich den Aufruf gestartet hatte, war hier in der Werkstatt schon alles voll“, erinnert er sich.

Auch wenn es ihm laut eigener Aussage nicht darum geht, Applaus für seine Arbeit zu erhalten: „Ich habe damals leider kein Dankeschön bekommen“, erzählt er. Dieses Verhalten habe ihn sehr enttäuscht. Deshalb würden diesmal die Obdachlosen im Fokus stehen.

Die Reaktionen auf seine Aktionen seien ausschließlich positiv gewesen. Das kann man auch an den zahlreichen Spenden sehen, die bereits wieder auf Europaletten stehen und auf ihren Abtransport warten.

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