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Kunden sind trotz Corona in Kauflaune

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Leere Innenstädte und Geschäfte wegen mangelnder Kauflust in Corona-Zeiten? Davon war zumindest in Heilbronn am ersten Advents- und „Black-Friday“-Einkaufswochenende nichts zu spüren: Während in anderen Bundesländern über zusätzliche verkaufsoffene Sonntage diskutiert wird, um die Kaufkraft trotz Corona-Beschränkungen zu stärken, tummelten sich in der Heilbronner Fußgängerzone am Freitag und Samstag die Passanten. Auch in Neckarsulm wurde das Adventsshopping mit verlängerten Öffnungszeiten gut angenommen, in Möckmühl blieb es ruhig. 

Der Handelsverband Baden-Württemberg rechnet allgemein in diesem Jahr mit Rückgängen beim Weihnachtsgeschäft. „Insbesondere der Modehandel wird Einbußen hinnehmen müssen. In welchem Umfang ist noch offen“, sagte Geschäftsführerin Sabine Hagmann auf Stimme -Anfrage. Wegen der Pandemie ziehe es nur noch die Hälfte der Kunden in die deutschen Innenstädte. Die Umsätze würden dadurch um bis zu 40 Prozent zurückgehen. 

Umsatzstark

Ein anderes Bild bot sich am Wochenende in Heilbronn. In der Buchhandlung Osiander herrschte reges Treiben: Der Startschuss für das Weihnachtsgeschäft ist gefallen. Mit bis zu dreimal mehr Umsatz im Vergleich zum Vormonat ist der Dezember die wichtigste Zeit für den Buchhandel. Trotz, oder gerade wegen der Corona-Krise zeichnet sich für die Branche ein positives Bild, sagte Buchhändler Florian Weller: „Teilweise sind die Umsätze in den Buchhandlungen sogar über dem Vorjahresniveau. Der Online-Umsatz ist stark gestiegen. Die Menschen nutzen die Corona-Zeit, um wieder mehr zu lesen.“ 

Ab heute muss der Buchladen in der Fleiner Straße die Besucherzahl wegen der neuen Corona-Verordnung nach unten begrenzen, entsprechend der 20 statt zehn Quadratmeter pro Person. Ob das Auswirkungen mit sich bringt, vermochte Florian Weller nicht vorherzusagen. Klar ist aber: „Die Frequenz in den Innenstädten ist wichtig. Dieses Jahr wird vieles anders.“

Das bestätigte auch Matthias Wiedmann, Geschäftsführer des gleichnamigen Backnanger Spielwarenhändlers. Anfang November eröffnete die Filiale in Heilbronn. Der Spielzeug-Sparte gehe es im Corona-Weihnachtsgeschäft gut: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir eine Sonderposition haben und sehr gefragt sind“, so Wiedmann. Trotz der Einschränkungen, schätzt er, würden die Leute den direkten Weg in die Geschäfte finden.

Das beteuerte die Familie Hartmann aus Berwangen, die sich im Heilbronner Spielwarenladen umschaute. „Wir lassen uns nicht abschrecken“, sagte Tobias Hartmann, während seine Frau Andrea und die Söhne Max und Pit zwischen den Regalen stöberten. „Online bestellen wir nicht mehr nur wegen Corona.“

Zwickmühle

Auch Tanja Frei zog es raus in die Stadt. Die 30-Jährige hoffte auf Inspiration für Geschenkideen. Für gewöhnlich schaut sie sich gern vor Ort um, ist aber hin- und hergerissen: „Manche Geschenke will ich online bestellen, um dem Gedränge aus dem Weg zu gehen, ich will aber auch den Einzelhandel unterstützen.“ 

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Am 29. Oktober öffnen die Heilbronner Geschäfte bis 22 Uhr ihre Türen.