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Steigende Fallzahlen bei der Jugendhilfe

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Schicksale in Zahlen fassen – genau das passiert, wenn im Jugendhilfeausschuss der Haushaltsansatz für das kommende Jahr beraten wird. Kreiskämmerer Schellmann rechnet damit, dass 19,6 Millionen Euro gebraucht werden, um den Kindern und Familien frühe Hilfen, die notwendigen ambulanten und stationären Angebote an die Hand zu geben. Aber auch Kindertagesbetreuung und Begleitung in der Schule werden in diesem Teilhaushalt vier finanziert. 75 Millionen Euro Sozialleistungen, rechnet Erster Landesbeamter Gotthard Wirth dem Jugendhilfeausschuss vor, stehen 63 Millionen Euro Kreisumlage gegenüber. Für ihn ist entscheidend, dass alle Maßnahmen finanziert sind. Corona wirke sich erst 2023 aus. 

Folgen

Das gilt für die Finanzen. Nicht aber für die Arbeit der Jugendhilfe im Kreis, wie Jugendamtsleiterin Claudia Müller erklärt. Die Auswirkungen der Pandemie sehen die Beschäftigten schon jetzt. Der Lockdown habe Folgen für die wirtschaftliche Situation der Familien und damit auch auf die Entwicklung der Kinder. Für 2021 sind in vielen Teilbereichen, egal ob für Kreisjugendring, für Schulsozialarbeit oder die frühen Hilfen Kostensteigerungen einkalkuliert. Erfreulich: Die frühen Hilfen und damit die niederschwelligen Angebote machen sich bemerkbar indem sie helfen, teure stationäre Aufnahmen zu vermeiden. Doch das geht auch nicht immer. Einen leichten Anstieg bei der Heimerziehung meldet Claudia Müller. Dahinter steht die Position von zwei Millionen Euro. 

Heiner Schütz, der durch seine Arbeit im Albert-Schweitzer-Kinderdorf unmittelbar von den Problemen der Kinder und Jugendlichen weiß, unterstreicht: Der Hohenlohekreis fahre gut mit seinem Ansatz, die ambulanten Hilfen zu stärken. Das zeige Wirkung und helfe dabei, auf lange Sicht Geld zu sparen. „Wir fahren damit besser als andere Landkreise“, sagt Schütz. Trotzdem beunruhigen ihn die prozentualen Fallzahlensteigerungen: „Das ist ein Alarmsignal für mich, was passiert in unserer Gesellschaft, welche Verantwortung nehmen Eltern gegenüber ihren Kindern wahr.“

Einfluss

Claudia Müller bestätigt: „Wir wissen, dass man mit präventiven Hilfen früh Einfluss nehmen kann. Doch was uns erwartet, das kann man nicht sagen.“ Auch Gotthard Wirth sagt: „Wir müssen die Entwicklung im Auge behalten.“ Für 2021 habe man Prognosen, doch ob das so eintreffe, wisse man nicht. 

Wirth ist wichtig: „Es geht um Menschen, die von uns versorgt und betreut werden müssen.“ Jeder Jugendliche soll eine gute Entwicklung nehmen können. „Das sind wir der Jugend schuldig.“

Dazu tragen auch die Kindertagesstätten und die Kindertagespflege bei. 1,3 Millionen Euro stehen im Haushalt. 67 Prozent der Kinder in der Kindertagepflege seien in der Gruppe der U-Dreijährigen. Bei den größeren Kindern greife die institutionelle Betreuung. Vor allem in Randzeiten werde für die größeren Kinder eine Betreuung gebraucht. Die Auszahlung an Kit beträgt 462 000 Euro. Wobei es immer schwieriger werde, Tagesmütter zu bekommen, die eben diese Randzeiten auch anbieten.

Neben den vielen Kostensteigerungen gab es aber auch einen positiven Verlaufsbericht: Wenn es darum geht, bezahlten Unterhaltsvorschuss von dem zahlungspflichtigen Elternteil einzufordern, dann sei der Hohenlohekreis an de Spitze, berichtet die zuständige Sachbearbeiterin.1,8 Millionen Euro Unterhaltsbeiträge werden ausbezahlt. Die Rückholquote liege bei 31,24 Prozent. Der Landesdurchschnitt liegt bei nur 22,47 Prozent.

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