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Tatverdächtiger ist Feuerwehrmann

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Eine Serie von Brandstiftungen hält Gundelsheim seit Monaten in Atem. Nun könnte sie ein für alle Mal zu Ende sein. Ermittler haben am Montag einen 31-jährigen Mann in seiner Wohnung festgenommen, dem die Serie zu Last gelegt wird und der nach Angaben der Heilbronner Staatsanwaltschaft bereits mehrere Taten gestanden hat. 

In Gundelsheim und Tiefenbach herrscht Erleichterung, doch innerhalb der Feuerwehr ist das Entsetzen groß. Der mutmaßliche Brandstifter gehört der Feuerwehr an. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft half er auch dabei mit, die von ihm gelegten Feuer zu löschen. Nach Informationen unserer Zeitung kommt der Beschuldigte aus Tiefenbach und soll in den vergangenen Wochen gemeinsam mit anderen Bürgern vor Ort unterwegs gewesen sein, um den Brandstifter endlich zu fassen.

Kollektives Schweigen

Gundelsheims Feuerwehr-Kommandant Tobias Gärtner sagte am Dienstag, er möchte sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern. Kollektives Schweigen herrscht auch bei Feuerwehrleuten in Tiefenbach. 

„Das ist der Albtraum für jede Feuerwehr“, sagt Feuerwehr-Kreisverbandsvorsitzender Reinhold Gall. Da könnten die Umfragen in der Bevölkerung über das Ansehen der Feuerwehr noch so gut sein. „Das tut weh. Es legt sich wie ein Schatten über die gute Arbeit der Feuerwehren.“

Zum Motiv des Tatverdächtigen macht die Polizei keine Angaben. „Dazu hält sich unsere Kripo bedeckt, bis die Ermittlungen entsprechend weit sind“, sagt Polizeisprecher Carsten Diemer. Zuletzt hatte am Samstag um 2 Uhr in der Nacht ein Auto der Marke Chrysler in der Dornbacher Straße in Tiefenbach gebrannt. Danach sei der Tatverdächtige „zunehmend in den Fokus der Ermittler geraten“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei.

Sicherheit und Ruhe

„Für alle hier ist das eine klasse Nachricht“, sagt Nermin Doracic, der mit seiner Familie in Tiefenbach lebt – und damit ganz in der Nähe von manchen der Brandorte. „Hoffentlich bringt uns das jetzt Ruhe und Sicherheit zurück.“ Er könne wieder ruhigen Gewissens seine Autos auf der Straße stehen lassen, anstatt sie in der Garage zu parken. „Ich möchte der Polizei einen ganz großen Dank aussprechen“, so Doracic weiter. Er sei in der Nacht, als oberhalb des Dorfes die Strohballen brannten, selbst von Polizisten auf der Straße befragt worden – da er gerade auf dem Heimweg von der Nachtschicht gewesen sei. 

Eine Spaziergängerin in Tiefenbach sagt, sie verstehe, dass dieses Ergebnis der Ermittlungen natürlich für die Feuerwehr schädlich sei. „Aber man lebt hier im Ort einfach ruhiger, wenn man weiß, dass nichts mehr kommt.“

Es sei wichtig, erst weitere Informationen abzuwarten, sagt Gundelsheims Hauptamtsleiter Oliver Schölzel. „Wir sind froh, dass die Ermittlungen zum Erfolg geführt haben“, sagt er. Dass es sich beim mutmaßlichen Brandstifter um einen Feuerwehrmann handle, „ist natürlich schwierig für die Feuerwehr“.

Hoher Schaden

Ein zwölfköpfiges Ermittlerteam der Kriminalpolizei arbeitete zuletzt an der Aufklärung der Brandserie, die mehrere Monate andauerte und viele Menschen in und um Gundelsheim herum verunsichert hat. Bei der Brandserie waren an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Tageszeiten Gebäude und Fahrzeuge, aber auch Hecken und Strohballen in Flammen aufgegangen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft entstand ein Gesamtschaden von mehreren Hunderttausend Euro. Menschen wurden nicht verletzt.

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