Stimmt.de

Titelseite.indd
Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Zwischen Spannung und Leidenschaft

zurück zur Übersicht

Wie er sich mit drei Adjektiven beschreiben würde? Rouven Klischies lächelt und überlegt einige Sekunden. „Ehrgeizig, humorvoll und ein wenig verplant“, antwortet der 28-Jährige dann. Und dazu typisch norddeutsch? „Ja, ich bin ein ruhiger und geduldiger Mensch“, sagt der Schauspieler, der seit dieser Spielzeit Teil des Jungen Ensembles am Heilbronner Theater ist. Zu sehen ist er in der Boxx in „Die Zertrennlichen“, „Komm, wir finden einen Schatz“ und in „Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute“

Filme

Rouven Klischies wurde in Osterholz-Scharmbeck in Niedersachsen geboren, wuchs in der Nähe von Bremen auf. „Ich hatte eine typische Dorfkindheit und habe relativ schnell gemerkt, dass ich Schauspieler werden will.“ Durch die Großeltern wird er mit Heinz Erhardt sozialisiert, mit den Eltern sieht er Filme mit Peter Alexander, Heinz Rühmann und Loriot. „Später kamen dann auch Bud Spencer und Terence Hill dazu.“ Erste Erfahrungen sammelt er zu Schulzeiten in einer Theater- und Musical-AG. Nach dem Zivildienst beginnt er zunächst eine Krankenpflegerausbildung, die er aber nach der Probezeit abbricht. „Dieser Job braucht dringend Leute, aber er brauchte nicht mich. Ich habe mich in 20 Jahren nicht in diesem Beruf gesehen.“ 

Stattdessen beginnt er 2014 eine Ausbildung am Schauspielstudio Frese in Hamburg, die er 2017 abschließt. Nun also das erste Ensemble-Engagement in Heilbronn. „Eine spanende Zeit“, sagt Klischies auch mit Blick auf die Corona-Lage. „Ich hatte Wahnsinnsglück. Für die freie Szene ist es derzeit besonders schwierig.“ Streitbar findet Klischies den Teil-Lockdown, der die Kulturszene besonders trifft. „Die Branche gibt sich Mühe, Hygienekonzepte zu entwickeln, Theater haben ein geringes Infektionsrisiko. Für die Leute ist Theater eine Ablenkung, um aus dem Corona-Stress auszubrechen.“

Für das Nordlicht muss gutes Theater „eine gewisse Spannung“ haben. Klischies mag es, wenn Stücke inhaltlich offen und mehrdeutig sind, wenn nicht genau ersichtlich ist, ob es gesellschaftskritisch oder politisch gemeint ist. „Ich spiele gerne Rollen, die ein wenig kaputt sind. Rollen, mit denen man als Schauspieler Empathie hat, bei denen man die Figur in ihren Beweggründen verstehen kann“, sagt Klischies, der das Schauspiel als seine „Berufung“ sieht und trotzdem sagt: „Wenn mich jemand fragen würde, ob ich mich als Schauspieler sehe, würde ich nein sagen. Denn ich bin einfach ich, ich habe einfach nicht diese krasse Identifizierung.“

Mundharmonika

Rouven Klischies arbeitet auch als Synchronsprecher. „Ich mag die Abwechslung meines Berufs“, sagt der bekennende Eishockeyfan, der kein Auto besitzt und lieber zu Fuß unterwegs ist. „Für mich ist das Zeit, um runterzukommen, um mir die Gegend in Ruhe anzuschauen.“ Auch in Heilbronn: „Es ist eine sehr schöne Stadt, sie ist schnell erreichbar und überschaubar. Ich mag es, dass es viele Grünanlagen und Parks gibt und dazu die tollen Weinberge. Ich bin aber ein Großstadtmensch. Ich mag das Anonyme“, sagt Klischies, der, wie er selbst sagt, über einen schlechten Orientierungssinn verfügt. 

Viel Zeit bleibt Rouven Klischies in Corona-Zeiten auch für seine zweite große Leidenschaft: der Mundharmonika. „Mein Großvater hat mir seine Mundharmonikas vererbt. Seit 2013 habe ich mir das Instrument autodidaktisch beigebracht. Es ist ein Lebensgefühl. Es ist wie singen ohne Stimme.“

Galerien

Regionale Events

Digitale Azubimesse

Mehr als 50 Unternehmen stellen von 14. bis 20. Februar ihr Aus- und Weiterbildungsangebot digital vor.

Neuer Impfpunkt

Die Stadt Heilbronn ergänzt ihr Impfangebot um die Harmonie.