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Das bringt der BW-Tarif für Fernpendler

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In Baden-Württemberg gibt es 22 Verkehrsverbünde. Fahrten in Bus und Bahn über mehrere Verbünde waren oft kompliziert und teuer. Dem begegnet seit 2018 der BW-Tarif nach dem Prinzip „Eine Fahrt, ein Ticket“. Vom 13. Dezember an gibt es das auch für Zeitkarten. Nicht immer bringt das die große Ersparnis, wie Beispielrechnungen für die Region zeigen. Es gibt aber weitere Vorteile. 

Wer profitiert vom BW-Tarif?

Bislang sind das vor allem Gelegenheitsfahrer, die über Verbundgrenzen hinweg unterwegs sind, also etwa von Heilbronn Richtung Karlsruhe, Mannheim oder Stuttgart.

Was steckt dahinter?

Für Fahrten in mehreren Verbünden gibt es nur noch einen, eben den BW-Tarif. Clou ist die sogenannte Anschlussmobilität, die Kunden als City-Option der Bahn im Fernverkehr kennen. Fahrten in der Kernzone am Start- und Zielort sind bereits inklusive. Ob der Fahrgast vom Hauptbahnhof Heilbronn zum Hauptbahnhof Stuttgart fährt oder von Böckingen nach Stuttgart-Zuffenhausen – der Preis ist derselbe.

Günstiger wurde es vor allem, weil das Land Millionenbeträge zuschoss.
Was ist jetzt neu?

Den BW-Tarif gibt es bislang nur für Einzelfahrten. Jetzt greift die zweite Stufe der Reform. Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember werden auch Zeitkarten einbezogen, und Abokunden auf verbundübergreifenden Strecken profitieren. Für sie ersetzt der BW-Tarif die bisherige DB-Streckenzeitkarte. Die neuen Zeitkarten gibt es als einfache Monatskarte, Monats- und Jahresabo sowie als Jobticket.

Und das rechnet sich?

Das kommt darauf an. Günstiger ist es in jedem der Beispiele, die unsere Zeitung von der BW-Tarif GmbH hat errechnen lassen, oft aber nur marginal. Wer etwa in Besigheim wohnt und ans Heilbronner Klinikum am Gesundbrunnen pendelt, spart gerade einmal zehn Cent im Monat. Anders sieht es etwa auf der Strecke von Ittlingen ins SAP-Hauptquartier Walldorf aus. Hier spart der Kunde monatlich 21,60 Euro und damit rund zehn Prozent.

Dafür der Aufwand?

Eines muss man bei der Rechnerei bedenken. Mit dem BW-Abo ist die die Nutzung von Bussen, Straßen- und Stadtbahnen am Start- und Zielort bereits enthalten ist. Wer Heilbronn Hauptbahnhof als Zielort auf seinem Abo stehen hat, kann damit beliebig oft durch die HNV-Zonen 10 und 20 fahren. Ist Stuttgart das Ziel, hat der Kunde freie Fahrt in der VVS-Kernzone rund um die Landeshauptstadt.

Was bringt das Ganze für Kunden, die nur innerhalb des Heilbronner-Hohenloher-Haller Nahverkehrs (HNV) unterwegs sind?

Nichts. Der BW-Tarif ist ein Angebot für alle, die über Verbundgrenzen hinweg fahren. Die Tarifsysteme der Verbünde gelten weiterhin. Der HNV hat auf Nachfrage unserer Zeitung angekündigt, dass die Preise zum Jahreswechsel im Schnitt um 1,39 Prozent steigen werden. Abos, so hieß es, dürften dadurch in den meisten Fällen um etwa einen Euro im Monat teurer werden.

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