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Hier wird Nachhaltigkeit gelebt

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Junge Muslime, die aus alten Pullovern und Bettwäsche Decken, Kopfkissen und Schlafsäcke für Obdachlose nähten, und eine Schule, die ein umfassendes Curriculum zum Thema Nachhaltigkeit lebt – das sind die beiden Erstplatzierten, die dieses Jahr den „Award der Heilbronner Bürgerstiftung“ nebst Preisgeld erhalten. Im Science-Dome der Experimenta wurden am Donnerstagabend in zwei durchgetakteten Durchgängen insgesamt 15 Projekte zum Thema „Nachhaltigkeit durch eigenes Handeln“ ausgezeichnet.

Die Preisverleihung soll auf YouTube gestellt werden

Zum achten Mal hat die Bürgerstiftung diesen Preis ausgeschrieben. Wegen Corona ist der Rahmen diesmal klein gehalten, keine 40 Menschen sind in der ersten Runde für die Schulen anwesend. Doch dafür soll ein aufgezeichneter Film später auf Youtube zur Verfügung stehen. „Die 15 Preisträger heute zeigen auf unterschiedliche Weise, wie Nachhaltigkeit gelebt werden kann“, freut sich Vorstandsvorsitzender Karl Schäuble.

Nachhaltigkeit ist ein Thema, über das auf allen Ebenen gesprochen wird, wie Schulbürgermeisterin Agnes Christner weiß. „Aber es ist auch ein Thema, wo jeder und jede seinen Beitrag leisten muss, und da wird es schon schwieriger, wenn es an die eigene Bequemlichkeit geht.“ Umso mehr begeistern sie die Projekte. „Lassen Sie nicht nach in Ihrem Engagement, es liegt an uns, die Ziele zu erreichen.“

Ein ganzes Curriculum an nachhaltigen Projekten

Stipendiaten der städtischen Musikschule umrahmen die Veranstaltung. Insgesamt 5000 Euro werden an die 15 Preisträger ausgeschüttet, die vor der Verleihung nicht wissen, auf welchem Platz sie gelandet sind. In der Kategorie Schule entschied sich die Jury für die Luise-Bronner-Realschule auf dem dritten Rang. Hier wird schon seit Jahren eine enge Kooperation mit der Paul-Meyle-Schule und damit nachhaltig das Zusammenleben von Schülern mit und ohne Behinderung gelebt.

Auf Platz zwei landet die Silcherschule mit ihrem Projekt „Silcher-Helden – Lebensmittel retten, verarbeiten und teilen“. In Zusammenarbeit mit der lokalen Foodsharing Initiative wird gerettetes Obst und Gemüse verarbeitet und das Bewusstsein für Lebensmittelverschwendung geschärft. „Das ist ein andauerndes Projekt, keine einmalige Sache, auch wenn es Corona etwas ausgebremst hat“, betont Angelika Biesdorf, die die Verleihung moderiert. Für den Sieger freut sie sich ganz besonders, war es doch bis zum Ruhestand „ihre Schule“: die Elly-Heuss-Knapp-Gemeinschaftsschule. Dort gibt es ein umfangreiches Nachhaltigkeits-Schulcurriculum mit zahlreichen Projekten wie Strom sparen, besseres Raumklima durch Pflanzen, Mülltrennung und sogar Bienenzucht.

Juma verknüpft Obdachlosenversorgung mit Upcycling

Sehr unterschiedlich sind auch die drei siegreichen Bewerber im nichtschulischen Bereich. Die Kindertagesstätte Kreuzgrund lebt nachhaltiges Nutzungsverhalten von Ressourcen im Alltag mit frischem Essen, regionalen Produzenten, Vermeidung von Plastikmüll und vielem mehr. Die Turnschule Heilbronn der TG Böckingen auf Rang zwei arbeitet schon seit 20 Jahren mit einem Sechs-Punkte-Plan unter dem Projektnamen „Umwelt schonen – Körper belohnen“ am schonenden Umgang mit der Natur.


Mit Rang eins im allgemeinen Sektor belohnt die Jury das Engagement der Ende 2018 gegründeten Ortsgruppe Heilbronn von Juma – jung, muslimisch, aktiv. Ausgezeichnet wird das Projekt Ju-Win-Ca – Juma Winter Care/Upcycling. Über die Aufbaugilde kam der Kontakt mit obdachlosen Menschen zustande, mit Unterstützung des Sozialkaufhauses nähten sie aus nicht mehr verkäuflichen Materialien wärmende Unterstützung für diese.

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