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Mit Sprühdosen oder Pinseln

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Die vielfältigen Farbtöne schillern aus der Ferne durch die gläserne Front auf dem Bildungscampus. Vorbei sind die Zeiten der kahlen und grauen Wände im Foyer der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Heilbronn: Bis Ende März schmücken bunte Malereien und Kunstwerke die drei Etagen des Gebäudekomplexes B. Dort findet der studentische Lehrbetrieb statt.

Lokale Künstlerszene feiert Comeback

Unter dem Motto „Trotz alle dem“ präsentieren die Heilbronner Künstler Manfred Bretter (61) und Christopher Hopp (36) mit 100 Bildern und etlichen Skulpturen einen Querschnitt ihres künstlerischen Schaffens der vergangenen Jahre.

Passend zum Studienstart gleicht die Vernissage einem Comeback der lokalen Künstlerszene: „Es ist die erste Ausstellung nach dem Lockdown“, erzählen die beiden Künstler. Zur Eröffnung, die im Zeichen der Corona-Regeln steht, erscheinen zahlreiche Besucher. Seit 2011 gibt es an der Dualen Hochschule zweimal im Jahr eine Ausstellung regionaler Künstler zu bestaunen, die gleichermaßen Studierenden, Lehrenden und Besuchern eine Freude bereiten soll. „Die DHBW ist ein Element der Gesellschaft in Heilbronn“, so Rektorin Nicole Graf. Umso wichtiger sei es, den Künstlern in den schwierigen Zeiten eine Plattform zu geben. Denn gerade diese „haben unter der Pandemie gelitten“, erklärt Graf.

Farbenfroher Befreiungsschlag

Dieser Befreiungsschlag lässt sich in allen farbenfrohen Leinwänden wiederfinden: Sie strahlen „eine starke Lebensfreude aus“, sind sich Hopp und Bretter einig. Von temperamentvollen Farbgestalten und außergewöhnlichen Techniken spricht Laudator Bernhard Stumpfhaus, Chefredakteur des Stadtmagazins Hanix. „Die Kunst greift in die Bewegungsräume der Hochschule und in den Alltag der Studierenden ein“, sagt Stumpfhaus. Dabei treffen die beiden Künstler zum ersten Mal aufeinander: Mit der Sprühflasche schafft Hopp mit seiner Streetart-Kunst und seinen Graffitis das Cross-Over von der Straße in das klassische Bildformat. Ebenso außergewöhnlich zeigen sich Bretters Kompositionen: Was auf den ersten Blick als Pop-Art erscheint, erweist sich nach Stumpfhaus als nicht kategorisierbare Kunst. „Die Bilder sprechen den einzelnen Betrachter an, jeder ist aufgefordert, eigene Empfindungen fließen zu lassen.“

Zu Christopher Hopps Handwerkszeug zählen Sprühdosen auf Acrylbasis, während Manfred Bretter klassisch auf Pinsel und Acrylfarbe setzt. Bei aller Harmonie ist ihnen wichtig, „dass man den Künstler wiedererkennt“, so Bretter. Die persönliche Note sei bedeutend, so Hopp und deutet auf eines seiner Bilder: „Hier sind es die wiederkehrenden Linien.“ Die Ausstellung kommt an. „Schön, dass wieder Leben am Campus ist“, findet Nicole Bastian, Leiterin der Hochschulkommunikation. „Graffiti-Kunst hatten wir noch nicht“, so Bastian. „Bunt war es schon öfters, aber nicht auf diese Art und Weise.“


Öffnungszeiten
Montag bis Freitag, 7 bis 17 Uhr.

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