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Mit Absperrband und Laufwegen

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Der erste Schultag nach den großen Ferien ist immer spannend. Im Corona-Jahr haben sich die Verantwortlichen in den Schulen viele Gedanken machen müssen, um für heute einen möglichst reibungslosen Start zu gewährleisten. 

Alles ist neu

Nicht nur die Erstklässler fiebern ihrem ersten Tag in der Schule – dieses Jahr begleitet nur von kleinen Feiern – entgegen. In Hohenlohe beginnen 918 Erstklässler. Im Stadt- und Landkreis Heilbronn sind es 4006 ABC-Schützen.

Der Schulstart ist jeden Herbst ein ganz besonderer Termin. Die Schüler fragen sich, welche Lehrer sie bekommen, wie der Stundenplan wird, neben wem sie sitzen. Und kommt vielleicht ein netter Neuer in die Klasse?

Für die Schulleiter ist spannend, ob die Lehrerversorgung ausreichend ist, um all das Gewünschte und Gewohnte anbieten zu können. Und auch für viele Lehrer bringt der neue Tag einen Stellen- oder Aufgabenwechsel, auf jeden Fall aber einen neuen Stundenplan mit sich.

Nervenaufreibende Sache

Rainer Süßmann, stellvertretender Schulleiter der Georg-Wagner-Schule in Künzelsau, ist einer von vielen Mitgliedern der Schulleitungen, die schon in den Ferien viele Tage im Schulgebäude verbracht haben, um alles klar zu machen. Mit der Besonderheit, dass in diesem Jahr nicht sommerliche Stille im Gebäude herrscht, sondern durch die Lernbrücken schon Schüler anwesend waren. Immerhin 40 haben das Angebot in Künzelsau angenommen. Und auch viele Lehrer waren schon zurück. Denn es waren ausschließlich eigene Lehrer, die das Angebot in Künzelsau machten. 

Stundentafeln sind auch in Nicht-Corona-Jahren eine nervenaufreibende Sache für die Schulleiter. In diesem Jahr ist es x-fach schwieriger, weil noch viel mehr Dinge als ausreichend Lehrerstunden und Krankheitsvertretungen berücksichtigt werden müssen. Unter der Prämisse, dass sich die Jahrgänge wenig durchmischen und begegnen sollen, wird das Konstrukt noch komplizierter. Und störungsanfälliger.

Markierte Laufwege 

Nicht machbar war für Künzelsau beispielsweise, die Anfangszeiten halbstündlich zu staffeln. „Das hätte die Schülerbeförderung zu kompliziert gemacht, auch mit Blick auf den Nachmittagsunterricht“, erklärt Süßmann. Dafür hat die – große – Schule einen ganz anderen Vorteil: Durch die zwei räumlich voneinander getrennten Gebäude am Berg und am Kocher können die Schülerverkehre auch bei gleichzeitigem Beginn kontrolliert und entzerrt werden. Auch wurden mehr Eingänge aktiviert. Rund 400 Schülern in etwa 20 Klassen mit der Hälfte der insgesamt knapp über 70 Lehrer sind im Gebäude am Berg.

Viel rot-weißes Kettenband („Das haben wir uns geleistet“) kommt in den Tagen vor dem Schulbeginn zum Einsatz, um die Laufwege zu markieren. Einen Tag, sagt Rainer Süßmann, treffe er sich mit Schulleiter Florian Frank und einem weiteren Kollegen, um vor Ort alles zu begutachten und zu beurteilen, was zuvor auf dem Papier definiert wurde. „Zu dritt sieht man hoffentlich mehr, was funktioniert und was nicht“, sagt Süßmann. Seine Schule hat das große Glück, dass nur ein oder zwei Kollegen nicht für Präsenzunterricht zur Verfügung stehen. „Viele kommen freiwillig.“ Süßmann weiß aber auch, dass bei einigen Kollegen die Angst vorhanden ist, sich zu infizieren.

Quarantäne mit digitalem Angebot

Was passiert, wenn sich ein Schüler oder Lehrer infiziert, das hat die Schule vor den Sommerferien schon durchexerzieren müssen. „Das ist jetzt schon unser Vorteil, dass wir wissen, was dann kommt“, bleibt Süßmann gelassen.

Er weiß, dass es Sache der Fallermittler ist zu entscheiden, welche Gruppen wie lange in Quarantäne müssen. Und er weiß, dass es funktioniert, Präsenzunterricht für die einen und digitales Angebot für die anderen zu machen. „Wir kennen aber auch die Grenzen und wissen, dass es vielleicht nicht unbedingt zum Termin im Stundenplan sein kann, sondern dass vielleicht am Nachmittag eine Stunde nachgeholt werden muss, wenn der Lehrer in der ersten Stunde in einem Klassenzimmer ohne Kamera ist und in der zweiten Stunde digitales Angebot machen soll.“

Sorgen und Wünsche

Videokonferenzen für Klassen eins bis zehn – an der Schule wurde schon viel gemacht. „Wir haben einen sehr digital affinen Schulleiter und ein Kollegium, das mitzieht.“ Und einen Schulträger, der viele Endgeräte bestellt hat. Was hat Corona in der Schulfamilie verändert? Geduld und Gelassenheit habe das Virus gelehrt, meint Süßmann. Ihm ist wichtig, im Gespräch mit den Schülern und den Eltern zu sein, um zu merken, was die Familien bewegt.

Seine Sorge: Dass das Virus gleich zu Beginn ein Ankommen und Kennenlernen für die Neuen, unmöglich macht. Und sein Wunsch: Dass möglichst bald wichtige Dinge wie Weihnachtsfeier oder Klassenfahrten möglich sind. Denn auch das, weiß der erfahrene Pädagoge, sind wichtige Dinge für ein gutes Zusammenleben und die soziale Entwicklung der Schüler. 

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