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Jeder ist willkommen

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Ganz egal, ob null oder 100 Jahre alt: Irgendwann hat fast jeder Leingartener in seinem Leben Kontakt zur Mühle. 2001 als Einrichtung für Kinder- und Jugendkultur eröffnet, ist sie längst ein Dreh- und Angelpunkt für alle Generationen. Das Familienzentrum. „Nach wie vor gibt es meines Wissens nirgendwo etwas Vergleichbares“, sagt die Leiterin des Betreuungs- und Bildungswesens der Stadt Leingarten, Simone Elfner. Als Sozialpädagogin war selbst zwölf Jahre Teil des Mühle-Teams. 

Krippengruppe, Ganztagsbetreuung und Schulsozialarbeit an der Hans-Sauter- und der Eichbottschule, Ferienbetreuung, Elternbildung, Netzwerk Ehrenamt, Kinderferienstadt Mühlopoly, Krabbelcafé, Mittagstisch für Senioren, Mühle-Bistro und noch mehr: Von Jahr zu Jahr ist etwas dazugekommen. Und alles ist auf irgendeine Art miteinander vernetzt.

Alles ist ein ineinander

„Das ist auch etwas, was in Leingarten besonders ist. Die Leute, die bei uns arbeiten, übernehmen die Ganztagsbetreuung, sind aber auch in der Mühle, zum Beispiel in der offenen Jugendarbeit“, beschreibt Elfner. Das heißt, die Schüler kennen das Mühle-Team schon, bevor sie das erste Mal im Haus waren. Und Mama und Papa wissen, dass ihr Nachwuchs gut aufgehoben ist. 

Auch sonst fügt sich alles ineinander. Eltern mit Neugeborenen werden zu Hause besucht, beim Willkommenstreff in der Mühle erfahren sie mehr über die Angebote für junge Familien. Vielleicht organisieren sie sich dann übers Netzwerk Ehrenamt sogar eine Leihoma oder kommen ins Krabbelcafé. „Man hat durch die Familienbesuche schon mal ein Gesicht gesehen“, beschreibt Barbara Schmidt vom Mühle-Leitungsteam die Niederschwelligkeit.

Stammgast beim Gedächtnistraining

Bei den Senioren ist das nicht anders. Wenn sie nicht ohnehin schon selbst im 2013 gegründeten Netzwerk Ehrenamt aktiv sind, sei es in der Hausaufgabenbetreuung oder beim Vorlesen in der Kita, erhalten sie an ihrem 81. Geburtstag Besuch von Mühle-Mitarbeitern. So mancher wird anschließend Stammgast beim Gedächtnistraining oder beim monatlichen Mittagstisch. Und alle miteinander treffen sich dann womöglich bei sonntäglichen Kulturveranstaltungen wie dem Jazz-Frühschoppen im Familienzentrum. 

Zwanglosigkeit für jeden

Ganz wichtig ist es den 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dass jeder in die Mühle kommen kann, ohne Einschränkung. Und sei es nur, um sich im 2019 eröffneten Bistro einen Kaffee zu kochen und eine Freundin zu treffen. „Während Corona ist es nicht ganz so“, so Simone Elfner. Aber normalerweise muss sich niemand für Angebote anmelden. Es gibt keine Mitgliedschaft. „Wir arbeiten nicht mit festen Gruppen. Wir sind offen für alle.“ „Die Mühle verändert sich stets und ständig, orientiert sich immer an den Bedürfnissen der Zielgruppe“, erklärt die 35-Jährige. Viele Ideen werden im Austausch mit den Besuchern geboren. Zuletzt die Garagenboutique, bei der Eltern gebrauchte Kinderkleidung tauschen können. 

„Oder die Mühle bietet etwas an, und das entwickelt sich dann als Bedürfnis“, fügt Simone Elfner schmunzelnd hinzu. „Deshalb lieben es viele, bei uns zu arbeiten. Man darf auch einfach mal was ausprobieren, muss nicht erst ein großes Konzept erstellen und Förderanträge ausfüllen“, ergänzt Leitungsteam-Mitglied Barbara Schmidt. „Rumspinnen erlaubt.“

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