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Optimismus in Jugendhäusern

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Junge Menschen sind bisher gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Dennoch mussten Jugendliche mit der Schließung von Schulen und Jugendtreffs ebenso tiefe Einschnitte im Alltag hinnehmen, wie Erwachsene. Während Konzerte und Partys noch tabu sind, könnten Jugendhäuser wieder mehr Dynamik in den Alltag der Teenager bringen. Anfang der Woche ging es wieder los im Willsbacher Bahnhof.

Seit Mitte August war Sommerpause im Obersulmer Jugendhaus. Die Zeit wurde genutzt, um den Umbau zu vollenden. Jugendreferent Markus Kress hat im Erdgeschoss des alten Bahnhofsgebäudes ein Büro bekommen. Zur Verfügung stehen nun auch eine Teeküche und Sanitäranlagen, zudem wurde in der alten Schalterhalle ein Sozialraum eingerichtet. Die Neustrukturierung soll die Hemmschwelle der jungen Obersulmer senken, ins Jugendhaus zu kommen, hofft Kress. „Das ist eine super Sache für uns.“ Ginge es nach ihm „würden wir die Räumlichkeiten in absehbarer Zeit mit einem Open-Air-Konzert einweihen“, allerdings sei es mit Blick auf die Corona-Krise etwas gewagt, sich in Sachen Eventplanung aus dem Fenster zu lehnen.

Entschädigung und Regelbetrieb

Zwischen dem Lockdown und der Sommerpause nahm das Leben im Jugendhaus Fahrt auf. „Wir haben nach der langen Zeit schon gemerkt, dass viele Jugendliche erleichtert waren, mal wieder herzukommen“, sagt Kress. Viele Aktivitäten fanden im Sommer außer Haus statt: Grillen, Schnitzeljagd, eine ortshistorische Tour. Außerdem beteiligte sich das Jugendhaus mit der Aktion „Glutbrennen“ am Kinderferienprogramm. 

Ein eigenes Ferienprogramm legte der Gemeindeverwaltungsverband Raum Weinsberg auf. Zu den Highlights gehörten ein Ausflug nach Tripsdrill, Waldklettern, Bogenschießen und Minigolf. Sascha Vater, der das Weinsberger Jugendhaus leitet, spricht von einer „super Resonanz“ beim Ferienprogramm. „Bei Aktionen wie dem Waldklettern hatten wir natürlich Überbuchungen“, erzählt er, räumt aber ein „dass aus den Nachbarorten auch etwas mehr Teilnehmer hätte kommen können.“

Für das Jugendhaus Weinsberg war das Ferienprogramm so etwas wie eine Entschädigung für den Lockdown. „Nach der Wiederöffnung im Juli war relativ wenig Betrieb hier“, sagt Vater, „und dann direkt während der Sommerferien sechs Wochen komplett schließen, das wollten wir nicht.“ Aktuell laufen die Planungen für die nächsten Monate. Ein Highlight steht in weniger als zwei Monaten an, verrät der 32-Jährige. „Am 7. und 8. November wollen wir unser 25. Jubiläum feiern.“ Mit kulturellen Angeboten stellt sich Vater die zweitägige Feier vor, etwa einem DJ- und Graffiti-Workshop und einem Open-Stage-Angebot. „Da gilt es aber viele Vorschriften zu beachten. Daher stecken wir jetzt erstmal die Köpfe zusammen.“ Ab Montag startet in Weinsberg wieder der Regelbetrieb.

Noch ein Ass im Ärmel

Ohne Verzögerung geht es nach den Ferien im Ilsfelder Gnascht weiter. „Die Jugendlichen waren schon traurig, dass der Gnascht zu hatte. Wir wurden oft gefragt, wann es wieder los geht“, erzählt Jugendreferent Bernd Mauch von der Anfangszeit des Lockdown. Er hatte mit dem Bauspielplatz gleich nebenan jedoch ein Ass im Ärmel. „Uns war es wichtig, peu à peu wieder anzufangen“, erklärt Mauch. „Und mit dem Bauspielplatz als Draußen-Angebot erste Erfahrungen zu sammeln.“ 

Auf dieser Grundlage wurden bald wieder Aktivitäten im Haus möglich, „aber nicht offen mit einer unverbindlichen Kommen-und-Gehen-Struktur, sondern als fest definiertes Gruppen-Angebot für maximal zehn Besucher“. Seit wieder 20 Leute im Jugendhaus erlaubt sind, sei auch der Jugendtreff-Verein wieder aktiv und nicht nur das kommunale Jugendreferat.

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