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Cecile und ihre Zuchthasen

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Den Kopf reckt sie schon mal aus dem Stall, und dann siegt die Neugier. Flugs ist sie heraus gehoppelt auf das Grün und genießt sichtlich die Freiheit - oder vielleicht doch nur die Frühlingssonne. Ihre drei Schwestern sind nicht so abenteuerlustig. Aber putzig sind sie alle zusammen, die vier Rhön-Kaninchen der Fleiner Jungzüchterin Cecile Wirth.

Die Hasen bringen die Ostereier, bekommen deshalb die niedlichen Vierbeiner im Gegenzug zum Fest eine besondere Leckerei von der 14-Jährigen? Cecile schüttelt den Kopf. Früher habe sie manchmal Salatblätter hübsch angerichtet. Das Quartett knabbert an einem Maiskolben. Der scheint ihnen richtig gut zu schmecken, sie wollen gar nicht davon ablassen. Ceciles Mutter macht aber deutlich: Zu viel Mais bekommen die Kaninchen nicht, das würde ihnen zu sehr auf die Hüften gehen. Die tägliche Portion Futter besteht hauptsächlich aus Kräuterpellets.

Eine zutrauliche Rasse

"Man kann mit ihnen kuscheln", sagt Cecile, warum sie Hasen besonders mag. Sie nimmt eines der weiß-grau schattierten Exemplare auf den Arm. Das Fell ist samtweich. Schon als Kind hat die Jugendliche Hasen gehabt. "Das waren die einzigen Tiere, die ich haben durfte, weil man sie draußen halten kann." Eigentlich wollte sie keine mehr, aber die Hasenbabys seien einfach zu süß. So hat sie sich diese Rasse zum Züchten ausgesucht. Ihre Mutter weiß, dass die Rhön-Kaninchen zutraulich sind. "Gerade für Kinder perfekt", sagt Corinna Wirth.

 

Das Quartett ist jetzt acht Monate alt. Der Nachwuchs hat im Gegensatz zu den Eltern, die Wölkchen und Alaska heißen, keine Namen. Die seien eigentlich gute Zuchttiere. "Sie waren gut platziert bei einer Europaschau", erzählt Cecile. Aber das Quartett erfüllt nicht den Rassestandard für eine Jungtierschau. Schon in der nächsten Generation könnten wieder schöne Hasen geboren werden, meint Cecile. "Sie dürfen nicht zu dunkel sein und nicht zu hell", weiß die Jugendliche, die seit einem Jahr im Kleintierzuchtverein Z 47 Flein ist. Und auch der geforderte dunkle Strich im Hinterteil fehlt allen Geschwistern. Auf Farbe, Zeichnung, Länge der Ohren, Blume und Körperbau achten die Preisrichter bei den Schauen.

Ohne Ausstellungen leidet die Motivation

Dass diese coronabedingt weiterhin ausfallen, bedauert Vorsitzender Florian Höck. Gerade für Jungzüchter sei es ein Anreiz, einen Pokal und eine Urkunde zu gewinnen. Cecile gibt zu, dass ohne die Ausstellungen die Motivation leidet. Nachwuchs zu gewinnen, sei ohne Tage der offenen Tür oder Feste schwierig, gibt Höck zu bedenken. Derzeit hat der Fleiner Verein nur zwei Jugendliche. Von den 56 Mitgliedern sind neun Züchter.

Der kleine Ausreißer knabbert an Grashalmen, hoppelt fröhlich vor sich hin, hält inne, um sich mit den Vorderläufen die Nase zu putzen. Dann stellt die Junghäsin die Ohren hoch, vernimmt das laute Gegacker im benachbarten Stall. Die schwarz-weiß gescheckten Deutschen Sperber von Florian Höck verlangen nach Aufmerksamkeit, wollen scheinbar die Stimmen der Menschen übertönen.

Cecile und ihre Mutter hätten gerne ein sieben Tage altes Häschen aus dem jüngsten Sechser-Wurf präsentiert. Sie haben versucht, es von Hand mit der Pipette aufzuziehen. Alle zwei Stunden ist es mit Katzenaufzuchtmilch, vermischt mit Kamillentee, gefüttert worden. Aber es hat nicht überlebt. "Da blutet einem das Herz", sagt Corinna.

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