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Eine Prise Gutes tun

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Gewürze gelten in vielen Ländern als Schätze der Natur. Unter welchen Bedingungen sie hergestellt und wie sie weiterverarbeitet werden, wissen allerdings nur wenige. Die Bad Rappenauer Sahil Singh und Alexander Melnikov haben sich für ihr Unternehmen Lyn´s genau darüber Gedanken gemacht. Im vergangenen Sommer gestartet, wollen die beiden Studenten jetzt den nächsten Schritt gehen. Das bedeutet auch: noch nachhaltiger arbeiten. Um dieses und weitere Ziele umsetzen zu können, haben sie eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen. 17 000 Euro wollen die Jungunternehmer so zusammenbekommen. 

Zukunft

„Mit dem Geld wollen wir den Import aus Indien und die Verpackung finanzieren“, erklärt Sahil Singh. Außerdem hänge vom Erfolg der Kampagne die weitere Entwicklung des Unternehmens ab. „Ohne wird es schwer, einen Förderkredit zu bekommen.“ Doch warum müssen die Gewürze und Tees aus Indien importiert werden? „Was in Deutschland verkauft wird, hat oft nichts mit dem Original zu tun“, erklärt der Wirtschaftsingenieursstudent. 
Noch wichtiger ist ihm und seinem Freund und Partner Alexander Melnikov allerdings, Biobauern und sozial unterprivilegierte Frauen zu unterstützen. Und das gehe am besten, indem sie die Waren ohne Zwischenhändler beziehen. „Frischer sind die Gewürze außerdem“, sagt Singh. Das liegt auch an der Zubereitung. Traditionell werden die Zutaten mit indischen Gewürzmühlen, den Chakkis, bearbeitet. Dadurch entsteht weniger Reibungswärme, Nährstoffe werden so besser erhalten, die Qualität steigt.

„Außerdem sind bei uns keine Zusätze wie Salz oder Zucker enthalten“, betont Sahil Singh. Deshalb dürfen sie ihre biozertifizierten Waren auch als "Gewürzmischung" anbieten. Sind Zusätze enthalten, dürfen die Unternehmen nur mit "Gewürzzubereitung" werben. Neben dem sozialen Aspekt wollen die beiden nachhaltig handeln. „Wir dachten, dass mit den Glasbehältern alles gut läuft, weil man sie wiederverwenden kann“, sagt Alexander Melnikov. Bei einer Kundenumfrage kam allerdings heraus: die meisten schmeißen die Behälter nach der Nutzung direkt weg. Also überlegten die beiden, wie die optimale Verpackung aussehen könnte. „Eins wissen wir jetzt schon: Glas wird es nicht mehr sein“, betonen sie. Stattdessen sollen die Gewürze in Zukunft in leichtem und nachhaltigem Material verpackt werden.

Ausgleich

Sogar der Strom, mit dem die Website am Laufen gehalten wird ist zum Großteil nachhaltig. 70 Prozent werden bereits aus erneuerbaren Energien bezogen. Die restlichen 30 Prozent wollen die Unternehmen in Zukunft ausgleichen, am liebsten mit Projekten für Landwirte in Deutschland. 
Doch das alles wäre unnötige Arbeit, wenn Lyn´s wegen mangelnder Finanzierung nicht fortbestehen kann. „Der Versand aus Indien kostet mindestens 800 Euro“, erzählt Sahil Singh. Damit sich das lohnt, müssen sie große Mengen an Gewürzen bestellen. „Wir investieren natürlich auch weiterhin unser eigenes Geld“, erklären die Studenten.

Die Crowdfunding-Kampagne, bei der online Geld gesammelt wird, ermöglicht den Gründern nicht nur den Transport der Waren und die Chance auf einen Kredit, sondern auch die Herstellung klimaneutraler Verpackung. Lohn zahlen sich Sahil Singh und Alexander Melnikov bisher übrigens nicht aus.

Kampagne

Sahil Singh und Alexander Melnikov wollen mit ihrer Crowdfunding-Kampagne insgesamt 17000 Euro sammeln. Wer Geld spendet, kann sich auf der Website aussuchen, was mit seinem Betrag passiert. Es ist möglich, selbstgekochte indische Mahlzeiten für Obdachlose zu finanzieren, einen Online-Kochkurs mit den beiden Gründern zu besuchen oder Gewürzmischungen und Tees zu bestellen. Der jeweilige Betrag wird nur bei Erreichen der angestrebten Summe abgebucht. 

 



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