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Makerspace für Mädchen

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Ein „Makerspace“ ist eine Art offene Werkstatt, die Interessierten den Zugang zu Werkzeugen, Geräten und Materialien ermöglichen soll, den sie sonst nicht hätten. Genau solche Werkstätten will die Hochschule Heilbronn anbieten. Möglich macht dies eine Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Das Ministerium hat das Projekt „Make it real“ der Hochschule als eine von 22 Ideen zur Bildung eines MINT-Verbundes ausgewählt. Die Abkürzung MINT steht für die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Fast 30 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland sind in diesen MINT-Berufsfeldern tätig.

Migrationshintergrund

Ziel des „make it real“-Projektes ist es, in den kommenden drei Jahren einen neuen mobilen Makerspace zu entwickeln, in dem sich vor allem junge Mädchen mit Migrationshintergrund mit MINT-Themen beschäftigen können. Insgesamt erhält das Projekt laut Mitteilung der Hochschule vom Bund eine Fördersumme in Höhe von rund 500 000 Euro. Auch die Stadt Heilbronn und der Landesverband für naturwissenschaftlich-technische Jugendbildung Baden-Württemberg sind involviert, sie steuern den Aufbau von Strukturen und übernehmen die Rolle der Vermittler bei diesem kooperativen Projekt. 

Das Besondere am Heilbronner Makerspace: „Wir sind mobil und verfolgen das Konzept der aufsuchenden Arbeit“, erklärt Projektleiterin Prof. Dr. Nicola Marsden von der Hochschule Heilbronn. Das heißt, sobald es wieder möglich ist, „fahren wir die gesamte Ausstattung in die Stadtteile und verwandeln beispielsweise einmal pro Woche einen beliebigen Raum in einen Makerspace“. Darin wird es dann verschiedene Angebote im Bereich der Mediengestaltung oder auch ganz praktische Dinge wie zum Beispiel die Möglichkeit zum Löten geben. „Im Fokus des Projektes stehen Mädchen mit Migrationshintergrund, denn sie sind häufig noch ein weißer Fleck auf der Karte, was die Bildung in den MINT-Fächern anbelangt“, meint Nicola Marsden. Leider würden sich Mädchen und Frauen immer noch mit vielen Vorurteilen konfrontiert sehen, was ihre Interessen und Leistungen im MINT-Bereich betreffe. Auch würden die oft stark männlich dominierten sonstigen Angebote eher abschreckend wirken oder bei Mädchen das Gefühl erzeugen, hier nicht richtig dazuzugehören.

Mentorinnen

Zusätzlich möchte man an der Hochschule mit kulturellen Vermittlern zusammenarbeiten, um die Zielgruppe und auch ihr familiäres Umfeld besser zu erreichen. Studentinnen sollen die Mädchen als Mentorinnen begleiten und dabei helfen, die praktische Anwendung und das Gestaltungspotenzial bei den MINT-Berufen für sie erlebbar zu machen. Langfristig soll auch mit Hilfe dieses Projektes der Unterrepräsentanz von Frauen mit Migrationshintergrund in den Berufsgruppen des MINT-Bereiches entgegengewirkt werden. Selbstverständlich freue man sich bei diesem Projekt auch über interessierte Jungen. Sie werden dann zu entsprechenden Angeboten in der Hochschule oder in der „Experimenta“ weitergeleitet.

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