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Region auf dem Weg ins Gigabit-Zeitalter

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In sechs bis acht Jahren soll die Region Heilbronn-Franken mit einem flächendeckenden Glasfasernetz überzogen sein. Aus diesem Grund wird bei der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH (WHF), bei der seit ihrer Gründung im Jahr 1998 das regionale Standortmarketing gebündelt wird, ein Gigabit-Kompetenzzentrum (GKZ) als Abteilung aufgebaut und mit drei Vollzeitstellen besetzt.

Spezialisten

In diesem neuen WHF-Ressort erfolgt die Bündelung der Aufgaben der öffentlichen Hand, die Unterstützung der Kommunen bei Bau- und Förderverfahren sowie die zentrale Steuerung und Koordination. Zusammenarbeiten wird das GKZ mit der Deutschen Giga-Netz GmbH. Das Hamburger Unternehmen ist auf den Glasfaser-Breitbandausbau spezialisiert und arbeitet eigenwirtschaftlich. Der Regionalverband Heilbronn Franken, der mit 12,19 Prozent an der WHF beteiligt ist, unterstützt das GKZ-Projekt, damit die 111 Kommunen zwischen Wertheim und Eppingen schnell digitaler werden. Die Verbandsversammlung des regionalen Planungsgremiums hat deshalb bei der Sitzung in Neckarwestheim bei vier Gegenstimmen und drei Enthaltungen beschlossen, sich jährlich am Gigabit-Kompetenzzentrum mit 76 000 Euro zu beteiligen. Die Differenz zu den Gesamtaufwendungen von 375 000 Euro pro Jahr teilen sich die Landkreise der Region und die Stadt Heilbronn nach einem bestimmten Schlüssel. Befürwortet wird das GKZ von der Handwerkskammer Heilbronn-Franken und der Industrie- und Handelskammer.

„Die Digitalisierung ist mittlerweile so wichtig geworden wie die Grundversorgung der Menschen mit Wasser, Gas oder Strom. Sie ist im Wettbewerb der Regionen ein absoluter Standortvorteil“, hob Joachim Scholz, Vorsitzender der Verbandsversammlung, die Bedeutung des schnellen Internets hervor. Die Corona-Pandemie habe deutlich gemacht, dass bei der Digitalisierung die Region noch in der Zweitklassigkeit verharre: „Glasfaser bis in die Wohnung und an den Arbeitsplatz muss in jeder Kommune Standard werden“, forderte Scholz, dass mehr dafür getan wird, um die Daten-Lichtgeschwindigkeit voranzubringen.

„Das ist einmal ein großer Wurf. Das Paket überzeugt und bringt nur Gewinner“, lobte CDU-Verbandsrat Matthias Neth das GKZ-Projekt. Für den Hohenloher Landrat ist dabei wichtig, „dass das Breitbandnetz bis in die letzte Ecke des ländlichen Raums verlegt wird“. Auf die schnelle Umsetzung legte Verbandsrat Christian Kremer (Freie) Wert. Allerdings hinterfragte er die personelle Ausstattung: „Müssen es drei Vollzeitstellen sein?“

Angesichts des „deutlichen Aufholbedarfs in der Region“ appellierte Ralf Steinbrenner, Vorsitzender der FWV-Fraktion, an die Kommunen, das GKZ zu unterstützen: „Es darf kein zu großer Flickenteppich entstehen.“ Obwohl einige Teile der Region mit eigenen Digitalisierungsprojekten unterwegs sind, wie beispielsweise der Main-Tauber-Kreis, versicherte Markus Herrera Torrez (SPD) dem GKZ „die Solidarität der Region“. Und SPD-Fraktionskollege Steffen Hertwig ergänzte: „Das GKZ ist ein Ansprechpartner, dem wir im Haifischbecken der Anbieter vertrauen können.“ „Das Thema kommt fünf Jahre zu spät“, bemängelte FDP-Verbandsrat Georg Heitlinger. Landrat Reinhard Frank (CDU) vom Main-Tauber-Kreis appellierte an das GKZ, die fachliche Qualität vor Ort einzubeziehen: „Das könnte die Kosten senken.“ Für Claudia Kern-Kalinke (Grüne/ÖDP, Linke) ist der Ausbau wegen der gesellschaftlichen Teilhabe wichtig, und Roland Ehrmann (AfD) freute sich, dass das Thema „Fahrt aufnimmt“. Das Kompetenzzentrum auf den Weg gebracht hat Dr. Andreas Schumm. Anfang 2020 hatte der WHF-Geschäftsführer erste Schritte eingeleitet und erfolgreich bis zur Vertragsvereinbarung geführt, die in den nächsten Wochen mit der Giga-Netz GmbH unterzeichnet werden soll.



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