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Für plastikfreie Meere in die Pedale getreten

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Sie haben 1100 Kilometer absolviert, 13 000 Höhenmeter bewältigt und auch bei peitschendem Regen nicht klein beigegeben. Aber nicht rein aus Spaß und sportlichem Ehrgeiz. Ihre ambitionierte Radtour vom Münchner Marienplatz bis nach Split, die sie in 14 Tagen durch vier Länder geführt hat, haben Yannik Waiz aus Siglingen und Nico Dobmeier aus Möckmühl mit einem guten Zweck verbunden.

20 Tonnen

Die Rechnung ist einfach: Für je zehn geradelte Kilometer haben sie über ihre Aktion „Miles4Ocean“ einen Euro an „The Honu Movement“ gespendet. Die gemeinnützige Organisation haben sie über einen Betreuer der SG Bad Wimpfen kennengelernt, für die die beiden 26-Jährigen seit drei Jahren kicken. Außerdem kamen über Privat- und Firmenspender, die ihre Tour über die Website begleitet haben, knapp 20 .000 Euro zusammen. Ein ordentliches Pfund für die Umwelt. „Dafür lassen wir 20 Tonnen Plastikmüll aus dem Meer holen“, sagt Yannik Waiz, der für sein Masterstudium derzeit in Lissabon ist. Durch die schon überwiesene Spendensumme werden Mitarbeiter auf den Philippinen bezahlt, die Plastikflaschen, Folien und Kleinteile von Hand aus dem Meer fischen.

Symbolisch

Im Juli 2020 sind die Freunde mit ihren Rädern in acht Tagen über die Schweizer Alpen bis nach Mailand gefahren. Die neue Tour war nicht nur länger und höher, sondern vor allem mit dem für das maritime Ökosystem drängenden Problem d
er Wegwerfgesellschaft verbunden. „Der symbolische Charakter war uns sehr wichtig“, betont IT-Vertriebsmanager Nico Dobmeier.
 
Die Tour führte in Kroatien direkt am Meer vorbei – gemeinsam mit dem Soca-Tal im slowenischen Nationalpark mit kristallklarem Wasser einer der schönsten Abschnitte. „Wir haben die Augen offen gehalten nach Plastikmüll und sogar extra einen Kescher gekauft“, räumt Yannik Waiz ein. Wegzuräumen gab es bis auf Plastiktüten hier und da aber wenig. Dagegen gibt er zu bedenken: „Plastikmüll wird in Europa produziert und dann zum Teil bis nach Asien geschippert.“
Um den Folgen entgegenzusteuern, haben sich die Freunde ins Zeug gelegt. Zumal das Wetter an Tag drei, als es auf 2300 Höhenmeter steil bergan zum Großglockner-Pass ging, miserabel war. „Es regnete und ab der Hälfte kamen Windböen dazu, die uns fast vom Rad geworfen hätten“, erzählt er. Der Bergwirt habe ihnen die Mitfahrt im Pickup angeboten. „Wir hätten uns viele Qualen erspart, aber es war für uns eine Challenge, alles zu fahren.“
 
Ihre Aktion hat Interesse ausgelöst. „In Slowenien, Kroatien und Österreich wollten viele etwas darüber wissen“, sagt Dobmeier. Der Betreiber eines Campingplatzes habe ihnen zehn Prozent Nachlass gewährt. Auf ihrem Instagram-Kanal und ihrer Website hätten sie viel positive Resonanz bekommen, sogar aus Mexiko und Thailand. Deshalb halten sie ihr Ziel, 25.000 Euro zusammenzubekommen, aufrecht. Einen Film über ihre Tour wollen sie über Youtube veröffentlichen, um weitere Gelder zu generieren und Bewusstsein zu schaffen. Weitere Fahrten schließen sie nicht aus. Dann aber noch mal größer. 
 
 
 
 

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