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"Ich liebe das deutsche Bier"

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Juan ist 22 Jahre alt und kommt aus Puebla, der fünftgrößten Stadt im lateinamerikanischen Land Mexiko. Puebla liegt knapp drei Autostunden entfernt von Mexikos Hauptstadt Mexiko-Stadt. Für sein Auslandssemester ist der Student nach Heilbronn gekommen, Ende Februar endet sein Studienaufenthalt in Deutschland. Im Interview blickt Juan auf seine Zeit in Heilbronn zurück. Er verrät, was ihm besonders gut gefallen hat - und was er so gar nicht vermissen wird.

Juan, was genau führt dich nach Deutschland?

Juan: „Ich studiere ingeniería mecánica, also Maschinenbau, an der Universität von Puebla. Ich bin jetzt im letzten Jahr meines vierjährigen Studiums, und da stand das Auslandssemester an. Dafür bin ich vergangenen September nach Heilbronn gekommen. Meine Kurse finden alle am Campus Sontheim an der Hochschule Heilbronn stand, bis auf einen Deutschkurs zu Beginn des Semesters. Den habe ich am Bildungscampus in der Stadt besucht. Aber an Deutschland war ich schon immer interessiert. Mir gefallen Autos, und es gibt hier sehr viele Firmen in diesem Bereich, wie zum Beispiel Audi, Porsche oder VW.“

Dein Standort für dein Auslandssemester ist Heilbronn. Warum hast du dich für die Stadt entschieden?

Juan: „Ehrlich gesagt war Heilbronn die einzige Partneruniversität in Deutschland, die auch ein Englischzertifikat als Voraussetzung für eine Immatrikulation akzeptiert. Ich hatte bereits in Puebla einen Deutschkurs gemacht, allerdings war mein Niveau noch nicht gut genug. Darum mache ich bis auf eine Vorlesung auch alle Kurse auf Englisch. Aber meine Vorlesung auf Deutsch über Stromlehre ist auch sehr spannend. Und mein Deutschkurs nützt mir auch sehr viel.“

Was war dein erster Eindruck von Heilbronn?

Juan: „Heilbronn ist größer als ich gedacht habe. Ich hatte mir die Stadt kleiner vorgestellt. Ich war auch von den modernen Gebäuden überrascht, und dass es so viele Bäume und Parks gibt. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.“

Wie läuft dein Studienalltag hier ab? Gibt es Unterschiede im Vergleich zu Mexiko?

Juan: „In Deutschland hat man meistens nur am Ende des Semesters eine Prüfung, mit der man den Kurs final bestehen kann. In Mexiko ist das nicht so. Da haben wir zum Beispiel jeden Monat eine Prüfung, es gibt auch einige Zwischenprüfungen. Außerdem wird in Mexiko in allen Kursen die Anwesenheit kontrolliert. Man muss mindestens bei 80 Prozent der Termine anwesend sein, um den Kurs zu bestehen. Sonst fällt man automatisch durch. Bis auf meinen Deutschkurs ist an der Hochschule die Teilnahme an allen Vorlesungen freiwillig.“

Mit Mexiko verbinden viele Deutsche Lebensfreude, Tacos und Sombreros. Welche Vorstellungen hattest du von den Deutschen?

Juan: „Dass sie sehr pünktlich sind und zu viel Bier trinken.“ (lacht)

Wurden diese Stereotypen bestätigt?

Juan: „Nein, ich habe zum Beispiel einen Lehrer, der immer, wirklich immer, zu spät kommt. Und auch bei anderen Dozenten fangen wir nie pünktlich an.“

Was war der größte Kulturschock in Deutschland?

Juan: „Das Wetter. Es ist hier gerade im Winter fast immer grau und kalt. Ich vermisse die Sonne in Mexiko. Auch als ich das erste Mal in einer Disco gewesen bin, war ich überrascht, weil nur Technomusik lief. Für eine halbe Stunde ist das mal okay, aber nicht den ganzen Abend. In Mexiko hören wir eher Reggaeton.“

Welche Unterschiede hat das Leben in Deutschland im Vergleich zu Mexiko?

Juan: „In Deutschland kann man sich ohne große Bedenken, gerade auch in der Nacht, zu Fuß frei bewegen. In Mexiko würde ich in der Nacht nicht einfach rausgehen, auch wenn Puebla eine der sichersten Städte Mexikos ist, muss man einfach viel mehr aufpassen. In Deutschland gibt es auch so viele verschiedene Biersorten. Es macht wirklich Spaß, mich durchzuprobieren, weil es bei mir zu Hause nur sehr wenige gibt. Ich liebe das deutsche Bier. Bei uns gibt es dafür aber ganz viele Tequila-Sorten.“ (lacht)

Wie herausfordernd ist die deutsche Sprache für dich?

Juan: „Mein Deutsch hat sich, seit ich in Heilbronn lebe, wirklich sehr verbessert. Mit anderen Menschen Konversationen zu führen, klappt schon immer besser. Natürlich benutze ich ab und zu ein falsches Wort oder konjugiere das Verb nicht richtig, aber das ist glaube ich völlig normal. Wenn aber zwei Deutsche unter sich reden und ich nur zuhöre und nebendran stehe, fällt es mir wirklich schwer, das Ganze zu verstehen. Der schwäbische Dialekt macht das Ganze nicht einfacher.“

Dein Studienaufenthalt neigt sich so langsam dem Ende zu. Was wirst du am meisten vermissen nach deiner Rückkehr in dein Heimatland?

Juan: „Ich werde viele Sachen vermissen. Vor allem meine Freunde. Ich habe viele neue Freundschaften geschlossen und tolle Leute kennengelernt. Auch das Bier und die Schokolade werden mir fehlen. Aber auch das öffentliche Verkehrsnetz. In Heilbronn ist das Verkehrsnetz deutlich besser ausgestattet als in Puebla, und man kommt man wesentlich schneller und sicherer an sein Ziel. Das kalte und traurige Wetter hingegen werde ich nicht vermissen.“

Könntest du dir vorstellen, in der Zukunft nochmal nach Deutschland kommen?

Juan: „Ja, Deutschland hat mir sehr gut gefallen. Für die Zukunft könnte ich mir auch vorstellen, eine gewisse Zeit in Deutschland zu arbeiten.“

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