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Jung und ungeimpft 

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Warum sie sich nicht gegen das Coronavirus impfen lässt? Emilia antwortet sofort: „Ich habe Angst vor Langzeitfolgen oder Nebenwirkungen der Corona-Schutzimpfung, nicht jedoch vor der Krankheit an sich.“  Emilia ist 19, sie besucht ein Gymnasium in der Region. Ihren richtigen Namen will sie nicht veröffentlicht sehen. Emilia steht vielen anderen Impfungen nicht skeptisch gegenüber, bei der Corona-Impfung ist es anders. Das liegt vor allem an der ihrer Meinung nach fehlenden Forschung. „Ich bin mir mit der Wirksamkeit der Impfstoffe und den ungewissen Folgen einfach sehr unsicher.“  

Immunsystem 

Rund 71 Prozent der Deutschen sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts seit Anfang dieser Woche zweifach gegen das Coronavirus geimpft. Doch noch immer entscheiden sich viele gegen den Schutz, auch junge Menschen, obwohl sie sich impfen lassen könnten. So auch Emilia. Das sei allein ihre Entscheidung gewesen, betont sie. Sie habe sich im Voraus ausreichend im Internet über die Impfung informiert.  „Ich vertraue lieber meinem Immunsystem. Um gesund zu bleiben, brauche ich keine Impfung. Es ist mein Körper, der geht nur mich etwas an, und nicht die ganze Gesellschaft.“ Bei ihrer Internetrecherche sei sie auf Fälle gestoßen, bei denen Hochleistungssportler nach der Impfung mit Kreislaufproblemen zu kämpfen gehabt hätten, berichtet Emilia. Als Sportbegeisterte komme eine Impfung für sie deshalb nicht in Frage. 


Dass sich Emilia nicht impfen lässt, spaltet ihr engeres Umfeld. Manche Freunde und Bekannte distanzieren sich von ihr. „Sie reagieren komisch und behandeln mich anders. Als wäre ich ein anderer Mensch, nur weil ich den Pieks nicht bekommen will. Einige meiner Bekannten haben mich auch schon von Verabredungen wieder ausgeladen, weil ich nicht geimpft bin.“ Dann ist Emilia immer etwas enttäuscht. „Manchmal fühle ich mich wie ein nicht vollwertiger Mensch. Aber ich bin doch noch ein- und dieselbe Person, nur mit einer anderen Meinung zum Thema Impfen.“ Sie hat sich nicht verändert, das sagt Emilia im Gespräch immer wieder. 


Sie fühlt sich von der Gesellschaft zu einer Entscheidung gedrängt, die nur sie persönlich etwas angeht, wie sie sagt. Zugleich hat sie das Gefühl, dass ein Großteil der Jugendlichen sich nur impfen lässt, um wieder ein den Umständen entsprechend normales Leben führen zu können. „Es geht hier, glaube ich, weniger um die Krankheitsbekämpfung, sondern mehr um die Politik.“ Emilia nimmt in der Schule am Präsenzunterricht teil. Im Gegensatz zu ihren geimpften oder genesenen Mitschülern muss sie sich  regelmäßig testen lassen. „Ich persönlich habe kein Problem damit“, sagt sie. Dass sich Menschen mit Geimpften- oder Genesenen-Status etwa für die Gastronomie aber nicht zusätzlich testen lassen müssen, wenn ihre letzte Impfung oder Infektion nicht länger als drei Monate her ist oder sie geboostert sind, das kann Emilia allerdings nicht nachvollziehen.

Selbstbestimmung 

Viele Menschen ändern nach einer überstandenen Infektion ihre Meinung und lassen sich anschließend impfen. Doch selbst wenn sich Emilia mit Corona infizieren sollte, zieht sie das nicht in Betracht, zumindest nicht freiwillig: „Wenn man ohne eine Impfung keine Lebensmittel mehr kaufen dürfte, wäre man ja auch mehr oder weniger dazu gezwungen, sich impfen zu lassen.“ Emilia fürchtet sich jedoch nicht davor, sich mit Corona zu infizieren. „Ich gehe bei mir nicht von einem schweren Verlauf aus oder dass Langzeitfolgen auftreten.“ Sie vertraut darauf, dass ihr Körper genügend Antikörper produziert – und sie sich langfristig nicht impfen muss. 


Von einer Impfpflicht hält Emilia generell nichts. Lieber appelliert sie, dass jeder frei über seinen Körper bestimmen darf und niemand gezwungen werden sollte, sich impfen zu lassen, „wenn eventuelle Langzeitfolgen nicht ausgeschlossen oder genau definiert werden können. Es sollte jedem selbst überlassen sein, ob er oder sie sich impfen lässt oder nicht.“ Ob sie sich als Ungeimpfte gegenüber der Gesellschaft unverantwortlich fühlt? Keinesfalls, sagt Emilia: „Welchen Unterschied macht es, ob ein Ungeimpfter oder ein Geimpfter jemanden ansteckt?“ Dass bei Geimpften das Risiko, das Virus weiterzugeben, laut Robert-Koch-Institut deutlich geringer ist, darauf geht sie nicht ein.         

Wir haben den Zaberfelder Internisten Dr. Thorsten Tempelfeld grundlegende Fragen zur Corona-Impfung gestellt, um diesen Artikel einzuordnen. Das ganze Interview findest du hier. 

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