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Social Media statt Bücher?

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Die Auffassung, dass Jugendliche heutzutage weniger lesen würden, ist weit verbreitet. Ein Grund soll das Internet sein: Die jungen Menschen sind mehr auf Social Media unterwegs.  Vielleicht liegt es aber auch an fehlendem Interesse oder zu wenig Zeit?

Eine Studie, die sich unter anderem mit dem Leseverhalten von jungen Menschen befasst hat, ist die aktuelle JIM-Studie (Jugend, Information, Medien), die der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest veröffentlicht hat. Befragt wurden 1200 Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren in ganz Deutschland.

Das Ergebnis der Studie: Die Zahl der Jugendlichen, die regelmäßig lesen – schulische Pflichtlektüre ausgenommen - bewegt sich seit 2010 um die 40-Prozent-Marke. Seit 2017 sinkt die Tendenz, für das 2021 gaben rund 32 Prozent der Befragten an, regelmäßig ein Buch in die Hand zu nehmen. Den Erhebungen zufolge lesen außerdem mehr Mädchen (36 Prozent) als Jungs (29 Prozent). Beliebt sind nach wie vor analoge Bücher; E-Books lesen nur rund zehn Prozent der Jugendlichen.

Klassiker

Auch Irina Dorsch von der Stadtbibliothek Öhringen bestätigt, dass Jugendliche im Alter zwischen 13 und 14 Jahren weniger lesen. „Medien wie Instagram und TikTok nehmen mehr und mehr eine größere Rolle im Alltag der Jugendlichen ein“, sagt Dorsch. Dennoch werden Bücher oder Bücherbände analog zu Netflix-Serien noch gerne gelesen, außerdem gäbe es moderne Klassiker wie „Harry Potter“ und „Warrior Cats“, die seit Jahren noch immer nicht außer Mode sind.

Und wie sieht es bei jungen Menschen aus, die in Heilbronn unterwegs sind? Wir haben stichprobenartig in der Innenstadt nach ihrem Leseverhalten gefragt.

„Früher habe ich viel mehr gelesen, hauptsächlich Romane. Da hatte ich mehr Zeit und Motivation für sowas“, sagt zum Beispiel Isabel Kircher. „Heute lese ich eigentlich nur noch für die Schule und lasse mich dabei auch gerne von Social Media ablenken“, gibt die 14-jährige Schülerin aus Flein zu.

Auch Karina Enulescu aus Leingarten liest nur noch ungefähr einmal die Woche, und das auch nur für die Schule, sagt sie. „Manchmal schlafe ich dabei sogar ein“, erzählt die 16.-jährige Schülerin. „Als ich noch mehr Zeit hatte und weniger am Handy war, habe ich sehr gerne Fantasy-Bücher gelesen. Wenn ich lese, dann am liebsten auf Papier.“

Eren Ikiz, 22 Jahre alt und Student aus Böckingen sagt: „Für mein Studium lese ich mindestens drei- bis viermal die Woche, also als Recherche, privat nicht mehr. Ich lese lieber digital und sehr konzentriert.“

In seiner Freizeit liest Lukas Heidt nicht, „nur für meine Ausbildung. Als ich jünger war, habe ich viele Romane gelesen, da hatte ich noch die Zeit dafür. Digital lese ich am liebsten, und wenn ich lese, bin ich sehr konzentriert“, berichtet der 17-jährige Auszubildende aus Obersulm.

„Ich lese ein paar Mal im Monat, sowohl für die Schule als auch in meiner Freizeit“, sagt Teodora Neacsa. Die 14-Jährige aus Güglingen erinnert sich: „Als Kind habe ich sehr viele Fantasy-Bücher wie ,Harry Potter‘ und ,Narnia‘ gelesen, um in meine eigene Welt abzutauchen. Mittlerweile bin ich zu faul zum Lesen und schaue lieber Netflix.“

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