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Wählen für Anfänger

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Null Bock auf Politik? Falsch, wenn es nach einer kurzen Umfrage geht, die die Diakonische Jugendhilfe vier Wochen vor der Landtagswahl gestartet hat. Einzig die Themen müssen stimmen. So hat sich gezeigt, dass den Jugendlichen vor allem die direkten Auswirkungen von Corona auf ihre Lebenswelt unter den Nägeln brennen. Etwa, wenn der Praktikumsplatz nicht mehr vergeben wird, die einmalige Abschlussfeier ausfällt oder Treffen mit Freunden fast nur noch online möglich sind. Wichtig ist den jungen Leuten außerdem, wie es mit den durch die Pandemie deutlich ins Hintertreffen geratenen Aspekten von Nachhaltigkeit und Umwelt weitergeht.

Doppelt mobil

Damit Erst- und Jungwähler für die Landtagswahl gut vorbereitet sind und nicht etwa vor inhaltlichen oder organisatorischen Fragestellungen kapitulieren, machen die Leiter und Leiterinnen der Jugendhäuser von Bönnigheim, Brackenheim, Gemmingen und Bad Wimpfen gleich doppelt mobil: Mit einer Podiumsdiskussion und Kandidaten aller Parteien am 27. Februar (15 bis 18 Uhr) und einem Workshop am 6. März (14 bis 17 Uhr).

„Die politische Bildung gehört grundsätzlich zu unserem Auftrag in der Jugendarbeit“, sagt Tobias Dobler, Fachbereichsleiter kommunale Kinder- und Jugendförderung der Diakonischen Jugendhilfe Region Heilbronn. So finden regelmäßig vor Wahlen Info-Veranstaltungen für Erst- und Jungwähler statt. Anders als sonst – diesmal aber nicht live, sondern virtuell. Gerade im Coronajahr sei die Einbindung der Jugendlichen besonders brisant: „Sie tragen alle Entscheidungen mit, fühlen sich oft aber nicht wirklich gehört“, beschreibt er die Gefühlslage. Das soll bei der Podiumsdiskussion, die über PC oder Smartphone mitverfolgt werden kann, anders werden. „Jeder kann in die Zoomkonferenz eintreten“, sagt Christian Filippakis, Leiter des Bad Wimpfener Jugendhauses. Gemeinsam mit seiner Kollegin Julia Krämer aus Bönnigheim wird er moderieren. Manuel Lorenz (Brackenheim) und Christian Lohrey (Gemmingen) werden dafür sorgen, dass die Technik funktioniert, während Tobias Dobler den Chatverlauf verfolgen wird, um drängende Fragen oder Bemerkungen der Teilnehmer gebündelt vorzubringen.

Kandidaten aller Parteien aus dem Wahlkreis Eppingen werden sich mit kurzen Statements, Diskussion und Fragerunde den jungen Leuten stellen. Vorgesehen sind Michael Preusch (CDU), Jens Schäfer (SPD), Georg Heitlinger (FDP), Erwin Köhler (Grüne), Emma Weber (Linke) und Dr. Rainer Podeswa (AfD). Mögliche Hürden zur Wahl sollen aber auch ganz praktisch beseitigt werden. „Wir wollen den jungen Leuten die Möglichkeit geben, sich in der Sache sicher zu fühlen“, unterstreicht Christian Filippakis. „Bock auf Wahl – aber wen?“ heißt es beim Workshop am 6. März, der ebenfalls digital über Zoom und Moodle stattfinden wird. Anders als bei der Podiumsdiskussion ist die Teilnehmerzahl auf 30 beschränkt und eine Voranmeldung nötig.

Verschiedene Lernfelder

Christian Filippakis umreißt die Lernfelder unter Moderation der Landeszentrale für politische Bildung, die über Input, spielerische Aufgaben oder Multiple-Choice-Fragen angegangen werden: Was macht der Landtag? Welche Organe und Gremien gibt es? Wie wird gewählt? Wer wird gewählt? Wer darf wählen? Bei Workshops vor Ort darf sonst auch immer probeweise das Kreuzchen gesetzt werden. Tobias Dobler sagt: „Wir arbeiten gerade noch an Ideen, wie wir eine Wahl simulieren können.“ Ganz sicher ist er sich jetzt schon, dass der Spaß dabei nicht zu kurz kommen wird.

 



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