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Mehr lernen in weniger Zeit

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Ich habe ja noch Glück gehabt“, sagt Luisa Gleichauf. Die 20-Jährige studiert BWL mit dem Schwerpunkt Sozialmanagement am Campus Künzelsau der Hochschule Heilbronn und beendet bald das erste Semester. Vier Tage ihrer Einführungswoche fanden tatsächlich vor Ort in der Hochschule statt, berichtet die 20-Jährige. Die Studierenden wurden dazu bei den Präsenzveranstaltungen in zwei Räume und zwei Gruppen zu je 20 Personen aufgeteilt. Austauschen konnten sie sich über eine Messenger-Gruppe.

Betreuung

„Freunde von mir, die an anderen Hochschulen studieren, hatten so etwas nicht“, berichtet die Künzelsauerin. Teil der Einführungswoche war auch eine Einführungsveranstaltung, bei der der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) zugegen war. „Da ist uns viel vorgestellt und erklärt worden“, berichtet Gleichauf. Weitere Infos teilte der AStA über soziale Medien.

Für AStA-Mitglied Astrid Fughel ist es bereits der zweite Corona-bedingte Lockdown an der Hochschule. Sämtliche Seminare finden bei ihr nun online statt. „Beim ersten Lockdown haben das noch nicht alle Professoren angeboten“, berichtet die 26-Jährige. Genutzt werden Plattformen wie Teams oder WebX. Das Lernmaterial wird auf der Lernplattform Ilias veröffentlicht, darunter eine Mischung aus aufgezeichneten Folien und Liveübertragungen. Besonders in den höheren Semestern habe dies die Lehre sehr verändert. „Eigentlich finden hier mehr Dialoge als klassischer Frontalunterricht statt.“ Durch das Onlineangebot haben sich die Kurse nun mehr in Richtung Letzteres verschoben. Die Beteiligung seitens der Studierenden sei dadurch gesunken.

Diese Beobachtung macht auch Marius Beier. „Sehr wenige stellen in der Vorlesung Fragen.“ Einige Professoren sendeten schlicht Audiodateien, Fragen dazu könnten per Mail nachgereicht werden, berichtet der Student der BWL mit dem Schwerpunkt Sportmanagement. Einige der Professoren hätten die ausbleibenden Nachfragen selbst angesprochen. „Sie haben es ja auch nicht leicht“, sagt der 23-jährige Beier. Weniger Verständnis bringt hier AStA-Mitglied Fughel auf. Einige Professoren hätten einfach die Vorlesungsfolien und die dazugehörige Übungen hochgeladen. An ein oder zwei Terminen im Semester seien dann Fragestunden vorgesehen. „Aber über einen Zeitraum von sechs Wochen sammeln sich sehr viele Fragen an.“

Mehrbelastung

Einig sind sich die drei Studierenden bei der Prüfungssituation. Da die Abschlussprüfungen des Wintersemesters wegen Covid-19 in den Mai des Sommersemesters verlegt werden mussten, finden im Sommer zwei Prüfungsphasen binnen drei Monaten statt. „Das stellt die Studierenden vor die meisten Probleme und sorgt für eine psychische Mehrbelastung“, fasst Niklas Axtmann, AStA-Standortvorsitzender für den Campus in Künzelsau, die Situation zusammen. Während das Lernpensum steigt, verkürzt sich die Lernzeit.

Dass die Winterprüfungen im Sommersemester nachgeholt werden müssen, führt zu Problemen bei im Sommersemester geplanten Pflichtpraktika und Auslandssemestern. Werden diese verschoben oder abgesagt, verlängert sich das Studium und die Kosten steigen. Der AStA hat daher vergangenen Mittwoch beim Senat einen Antrag mit zwei Hauptforderungen eingereicht. Gefordert wird, die zweite Prüfungsphase im Juli zu verlängern oder in die vorlesungsfreie Zeit zu verlegen. „Wir sind guter Dinge, dass wir gemeinsam eine Lösung für die Problematik finden werden“, gibt sich Axtmann zuversichtlich. Eigentlich sollte der Senat bereits am Mittwoch über den Antrag abstimmen. Die Entscheidung des Senates soll nun stattdessen am 3. März bekannt gegeben werden. „Ein Senatsmitglied forderte eine geheime Abstimmung“, bestätigt Torsten Robert, Pressesprecher der Hochschule Heilbronn, also wird per Briefwahl entschieden.

 

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