Stimmt.de

Titelseite.indd
Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

6371

Test für alle: Viele Fragen sind offen

zurück zur Übersicht

Mit einem negativen Ergebnis endlich wieder ins Restaurant? Gratis-Schnelltests für alle auf das Coronavirus sollen mögliche Lockerungen des Lockdowns absichern. Für das Personal von Kitas und Schulen in Baden-Württemberg stehen die Tests seit diesem Montag zur Verfügung. Ab 1. März sollen sich laut Gesundheitsministerium auf Bundeskosten alle Bürger auf eine Ansteckung prüfen lassen können. Tübingen bietet kostenlose Tests für jeden schon seit November an, der Landkreis Böblingen seit zwei Wochen. Wie wappnen sich Städte im Raum Heilbronn für das große Testen?

Heilbronn

„Schnelltests sind eine sehr gute Ergänzung zu unserer bisher praktizierten sehr intensiven Teststrategie“, sagt Harry Mergel. Heilbronns Oberbürgermeister begrüßt „jede Maßnahme, die zur Eindämmung der Pandemie beiträgt, das können auch Schnelltests sein.“ Mergel geht davon aus, dass sich Heilbronner Apotheken und Ärzte an dem Vorhaben beteiligen werden. „Auf der Theresienwiese steht genügend Erweiterungsfläche für weitere Teststraßen zur Verfügung“, meint der SPD-Politiker zur nötigen Infrastruktur eines großen Testangebots in der Stadt.

Neckarsulm

Die Ankündigung des Landes wecke Hoffnungen und Erwartungen bei den Bürgern, sagt Andreas Bracht, Pressesprecher der Stadt Neckarsulm, „da der flächendeckende Einsatz von Schnell- und Selbsttests ein wichtiger Schritt bei der Pandemiebekämpfung sein könnte“. Die Stadt Neckarsulm sei gerne bereit, „den Aufbau eines leicht zugänglichen Angebots für anlasslose Testungen für die Bevölkerung vor Ort zu unterstützen“. Allerdings müssten noch offene Fragen geklärt werden, um dafür verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Etwa: Welche Art von Tests sind zugelassen? In welchem Rhythmus soll getestet werden?

Eppingen

Auch Klaus Holaschke betont, dass es für die Umsetzung der Pläne klare Eckpfeiler bezüglich Organisation und Kostenübernahme vom Land benötige. Der Oberbürgermeister von Eppingen hält die kostenlosen Tests für alle „für ein ganz wichtiges Element, um langsam aus dem harten Lockdown auszutreten“. Dabei denkt der parteilose Rathauschef vor allem auch an die seit Monaten geschlossenen Betriebe wie Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleister, die durch breite Testungen möglicherweise öffnen könnten. Um viele Menschen getrennt von der Corona-Fieberambulanz in der Stadthalle testen zu können, hat er die alte Turnhalle im Rot im Blick. Die Räumlichkeit dient seit heute als Schnellteststelle für das Personal aus Schulen und Kindertagesstätten.

Bad Rappenau

Wie seine Amtskollegen befürwortet Sebastian Frei die Pläne kostenloser Schnelltests für die Bevölkerung „als weiteren Versuch, Infektionsketten zu unterbrechen“. Der Oberbürgermeister von Bad Rappenau gibt aber zu bedenken, dass diese Antigentests nur eine Momentaufnahme seien, „und somit die Sicherheit gar nicht so groß ist, wie sie scheint“. Mit seinen Mitarbeitern strecke er die Fühler aus für eine städtische Schnelltest-Strategie. In Bad Rappenau testen bereits zwei Arztpraxen Lehrer und Erzieher, eine Apotheke führt Schnelltests für Selbstzahler durch. „Wir sind dankbar, wenn weitere Apotheken und Ärzte ab März bei den Corona-Schnelltests für alle mitmachen“, sagt der parteilose Kommunalpolitiker. Da in der Kurstadt sehr viele ältere Menschen wohnen, vermutet er eine überdurchschnittlich hohe Nachfrage nach den Tests, etwa von Angehörigen der Senioren.

Galerien

Regionale Events