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Alles da, nur kein Impfstoff

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Das Kreisimpfzentrum in der Stauwehrhalle Horkheim ist startklar, medizinisches Personal und Helfer für die Organisation stehen bereit. Was fehlt, ist Corona-Impfstoff. Am 22. Januar soll es mit den Impfungen losgehen, das gilt auch für die anderen kommunalen Zentren in Ilsfeld und Öhringen. Termine werden laut Stadt Heilbronn vom 19. Januar an online und per Telefon vergeben. 

Eingerichtet

Die Empfangstresen, an denen die Besucher sich registrieren werden, Platz für die ärztliche Beratung, die Warte- und Impfräume: Alles ist da in Horkheim, nachdem Handwerker eine Woche für den Innenausbau gebraucht haben. „Das ist unser wichtigster Ort der Hoffnung“, sagte Oberbürgermeister Harry Mergel am Dienstag bei einem Rundgang. „Impfen ist die Perspektive, die uns aus dieser schwierigen Situation herausbringen kann.“ 

Drei solche Kreisimpfzentren (KIZ) gibt es in der Region: in Ilsfeld-Auenstein, in Öhringen und eben im Stadtteil Horkheim. Eigentlich sollten sie am Freitag dieser Woche loslegen. Der Start verzögert sich aber um eine Woche, weil der Impfstoff knapp ist. Heilbronn erwartet die erste Charge mit 195 Fläschchen Biontech-Pfizer-Vakzin, mehr wird es zum Auftakt am 22. Januar für die darauffolgenden zwei Wochen nicht geben, erwartet Bürgermeisterin Agnes Christner: „Wir rechnen also mit 1170 Impfdosen am Anfang.“ Ein Teil davon wird für ein mobiles Team abgezweigt, das unter KIZ-Regie Alten- und Pflegeheime besucht. Hausbesuche bei pflegebedürftigen Senioren wird es aber nicht geben.

Christner erwartet, dass an den ersten Tagen jeweils rund 200 Menschen in Horkheim zum Zug kommen. Alles, was da ist, wird verimpft. Es werden keine Dosen für die obligatorische zweite Impfung gebunkert. Zunächst öffnet das Zentrum nur freitags und samstags. Unter Volllast soll später sieben Tage die Woche von 7 bis 21 Uhr Betrieb sein. Maximal sind 750 Impfungen pro Tag möglich. Es geht also mit weniger als einem Drittel der Kapazität los.

Personal steht bereit

„Wir haben mehr als genug medizinisches Personal“, sagte Martin Uellner, Sprecher der Heilbronner Kreisärzteschaft, der die ärztliche Leitung des Zentrums übernommen hat. Bis zu zehn Ärzte am Tag werden gebraucht, um Impfwillige zu beraten. Die Impfungen verabreichen dürfen aber auch Nicht-Mediziner. Die Verantwortung für den organisatorischen Part und den Ablauf hat die Heilbronn Marketing GmbH (HMG) übernommen. Uellner geht davon aus, dass die Hälfte der Bevölkerung bereit ist, sich gegen Corona schützen zu lassen. „Ich hoffe natürlich, dass es mehr wird.“ Die Impfung sei in der Regel gut verträglich, betont er, „ohne großartige Nebenwirkungen.“ 

Die Termine werden laut Bürgermeisterin Christner vom 19. Januar an per Telefon unter 116117 oder online vergeben. Wie überall sind über 80-Jährige und besonders gefährdete Personengruppen als erste an der Reihe. Eine detaillierte Übersicht hierzu gibt es ebenfalls auf der Internetseite. Ob jemand berechtigt ist, werde geprüft. Niemand dürfe darauf zählen, dass die Mitarbeiter am Eingang es nicht so genau nehmen oder dass man aufs Geratewohl vorbeikommen kann. „Das sind bundesweite Regeln“, sagte Christner, „darüber können wir uns nicht hinwegsetzen, auch wenn es im Einzelfall hart ist.“

OB Mergel will alle der rund 9.000 Heilbronner über 80 anschreiben und über die Modalitäten der Impfung informieren. Vorgesehen ist, dass die kommunalen Impfzentren bis Juni in Betrieb bleiben. Der ärztliche Leiter Martin Uellner geht derweil davon aus, dass Horkheim nie unter maximaler Kapazität laufen wird. Erst wird der Impfstoff der limitierende Faktor sein. „Und dann hoffen wir, dass bald Impfungen in den Arztpraxen möglich sind.“

Mit Kritik an der schleppend anlaufenden Impfkampagne halten sich die Heilbronner Verantwortlichen zurück. „Ich beneide niemanden, der da die Entscheidung treffen muss“, sagte Mergel. Auch Uellner betonte: „Schuldzuweisungen bringen nichts.“

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