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Kein Ende des Lesestoffs in Sicht

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Es gibt Menschen, die zeigen in der Krise ihre Größe. Dazu gehört sicherlich Claudia Senghaas, die Leiterin der Kirchardter Gemeindebücherei. Sie hat in den zurückliegenden beinahe zwölf Monaten der Coronavirus-Pandemie immer wieder Lösungen gefunden, um die Nutzer nicht im Regen stehen zu lassen. Das ist im zweiten Lockdown nicht anders.

Seit Beginn der Pandemie im vergangenen Frühjahr setzten Senghaas und ihre Mitarbeiter immer wieder Ideen um, die Menschen in den Ortsteilen mit Lesestoff zu versorgen. Im ersten Lockdown fuhren Senghaas und ihr Mann mit den Fahrrädern Medien aus, die Büchereileiterin holte Fördergeld für einen kontaktlosen Buchrückgabeschrank rein. Als eine Haushaltssperre verhängt wurde, setzte sie sehr erfolgreich ihre Idee von Bücherpatenschaften durch Privatleute und Firmen um. Und weil die Lesung von Lyrikerin Ingrid Neumann-Dannecker aus der Nähe von Ludwigsburg abgesagt werden musste, schreibt sie eben wöchentlich ein Gedicht für die Bücherei, das auch im Mitteilungsblatt abgedruckt wird.

Vorgehen

Solange die Bücherei jetzt im zweiten Lockdown geschlossen bleiben muss, wird ein Abholservice für die Nutzer angeboten. Wer Bücher oder andere Medien ausleihen möchte, kann folgendermaßen vorgehen: Zunächst werden die Titel im Internet recherchiert. Dann können die Nutzer montags oder mittwochs zwischen 9 und 11 Uhr die Gemeindebücherei entweder anrufen (Telefon 07266 1748), oder eine E-Mail mit den Titeln und der Leseausweisnummer schreiben. Schließlich wird ein Abholtermin für dienstags oder donnerstags zwischen 15 und 18 Uhr vereinbart.

Wer sich dagegen überraschen lassen will, kann passenden Lesestoff auch von der Bücherei aussuchen lassen. Die Medien packen die Büchereimitarbeiter dann in „Lesetüten“, die vom Besteller abgeholt werden. Als kleines Bonbon legen sie jedem Paket eine Postkarte oder ein Puzzle mit persönlichem Gruß bei. „Das soll ein wenig Zuversicht geben, dass es uns bald wieder in gewohnter Weise gibt“, erklärt Claudia Senghaas. Ihr sei „die kleine Beigabe von etwas Hoffnung, Freude und Glück, die jeder gerade braucht“ sehr wichtig. „Und man hat ja jetzt Zeit, ein Puzzle zu machen.“

Pläne

Noch in dieser Woche soll der neue Rückgabekasten den Kirchardtern zur Verfügung stehen, damit die komplett kontaktlose Rückgabe der Medien möglich ist.

Für die Zeit nach dem Lockdown plant Senghaas auch schon wieder. „Wir wollen am 21. März am Welttag der Poesie teilnehmen“, sagt sie. Unter anderem mit einer Ausstellung von Büchern verschiedener Lyriker, darunter von Ingrid Neumann-Dannecker. 

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