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„Wir sind nicht mehr wegzudenken"

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Viele Veränderungen hat 2020 mit sich gebracht, auch für Hochschulen, die quasi über Nacht auf digitale Lehre umsteigen mussten. Die Rektorin der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Heilbronn, Professor Nicole Graf, erzählt, warum das Corona-Jahr nicht nur schlecht war, was sie sich für die Studierenden wünscht und wie es 2021 weitergehen soll. 

Frau Graf, wie war der Jahresabschluss 2020 für Sie?

Nicole Graf: Für mich persönlich hatte das Jahr durch meine Wiederwahl zur Rektorin ein sehr schönes Finale. Für die DHBW Heilbronn war 2020 ein ganz besonderes Jahr, denn wir hatten zehnjähriges Jubiläum. Leider konnten wir das wegen der Pandemie nicht so gut feiern, wie wir es uns gewünscht hätten. Trotzdem ist es toll zu sehen, was in den letzten Jahren entstanden ist: Wir sind mittlerweile integraler Bestandteil der Bildungslandschaft der Region und eine nicht mehr wegzudenkende Institution in Heilbronn. 

Gab es besondere Highlights für die Hochschule?

Graf: Im CHE-Hochschulranking sind wir in allen elf Kategorien in der Spitzengruppe gelandet und damit in der Summe bundesweit bester dualer Standort geworden. Doch ich halte es da gerne mit dem ehemaligen Fraunhofer-Präsident Bullinger: Vorne ist immer noch zu weit hinten. Wir werden jetzt auf keinen Fall stillstehen und die exzellente Qualität des Studiums an der DHBW Heilbronn weiter vorantreiben. Außerdem war die Einführung zweier neuer Studiengänge im Herbst, Digital Commerce Management und Wirtschaftsinformatik, natürlich ein großes Highlight. 

Wirtschaftlich hat die Corona-Krise viel Besorgnis und Ärger ausgelöst. Hatte das Auswirkungen auf die dualen Partner der DHBW?

Graf: Am Anfang der Pandemie hatten wir die Sorge, dass einige Unternehmen in ihrer Existenz gefährdet sein würden. Glücklicherweise hat sich die Corona-Krise bislang noch nicht negativ auf unsere Studierenden ausgewirkt. Was uns aber beschäftigt: Normalerweise haben so gut wie alle unsere Absolventen am Ende einen Arbeitsvertrag, maximal drei bis fünf Prozent sind nach dem Studium arbeitssuchend. Dieser Anteil ist nun leicht gestiegen. Das ist noch nicht besorgniserregend, aber Corona wird sicher längerfristige Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben. 

Was wünschen Sie sich für die Studierenden für dieses neue Jahr?

Graf: Ich wünsche mir innigst, dass wir sie wieder auf dem Campus begrüßen können. Da Vorlesungen momentan nur digital stattfinden, kommt das studentische Leben als wichtiger Teil der Persönlichkeitsentwicklung zu kurz. Dazu gehört auch, Heilbronn als Studentenstadt kennenzulernen. Ein großer Teil unserer Studierenden kommt nicht aus der Region, und die meisten sind schon nach einem Semester völlig begeistert davon, was der Campus und die Stadt zu bieten haben. 

Das heißt, digital geht viel verloren?

Graf: Inhalte lassen sich über digitale Plattformen abbilden, das hat das letzte Jahr auch gut gezeigt. Das intensive Miteinander und der Reifeprozess, die mit dem Studium einhergehen, sind online dagegen eher schlecht vermittelbar. 

Wie wird es in Ihrer zweiten Amtszeit als Rektorin weitergehen?

Graf: Ein wichtiger Schritt in der Corona-Zeit war die Weiterentwicklung der Digitalisierung. Wir werden auch nach der Pandemie einige digitale Elemente beibehalten. Sie ermöglichen wunderbare Formate, zum Beispiel die spontane Einbindung ausländischer Gastprofessoren oder die Zusammenarbeit und Projekte studentischer Gruppen mit Studierenden aus anderen Städten und Ländern. Außerdem wollen wir den Bildungsstandort Heilbronn weiter stark machen und uns weiter vernetzen, sowohl mit Wirtschaftsunternehmen als auch mit den anderen Institutionen auf dem Bildungscampus. 

Haben Sie gute Vorsätze für 2021?

Graf: Vor kurzem habe ich ein sehr schönes Zitat gelesen, das da hieß: Man möge das neue Jahr nicht zu sehr mit Wünschen und Vorsätzen überfrachten, weil es sonst gleich mit einer großen Last beginne. Es war kein einfaches Jahr, und die Pandemie wird uns noch lange beschäftigen, aber ich glaube, die DHBW ist auf dem richtigen Kurs und kann den Erfolg und die Energie aus 2020 auch mit ins neue Jahr nehmen. 

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