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Andenken an die Zabergäubahn

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Von Lauffen nach Leonbronn ist sie einst gefahren, die Zabergäubahn. In diesem Jahr jährt sich die erste Fahrt zum 125. Mal. Jetzt soll am Endpunkt der beliebten Kleinbahn ein Denkmal an die einstige Schienenfahrt durch das Zabertal erinnern. Es wird aber keine künstlerische Skulptur geben, sondern ein Alltagsgegenstand soll das Andenken an die 20 Kilometer lange Nebenbahn erhalten.

„Dieser Rollschemel lag 40 Jahre lang im Schrott“, sagt Jürgen Wiethe vom Arbeitskreis Rollschemel des Vereins Zabergäu pro Stadtbahn. Nahe Talheim hat das aktive Vereinsmitglied das zweiachsige Schienenfahrzeug gefunden, mit dem seinerzeit ein andersspuriges Eisenbahnfahrzeug auf der Spurweite der Bahn befördert wurde. Auch eine passende Achse hat er gemeinsam mit seinem Arbeitskreismitglied Siegfried Götz ausfindig gemacht und ins Zabergäu geholt. Doch allein hätten die beiden Rentner die metallenen Zeitzeugen nicht auffrischen können. So half eine gut funktionierende Kooperation, das Vorhaben erfolgreich umzusetzen. 

Zusammenarbeit

Zusammen mit den Zerspanungsmechaniker-Lehrlingen des Ausbildungszentrums der Lauffener Firma Schunk und Schülern der Kaywaldschule werden beide Teile derzeit wieder auf Vordermann gebracht. Am Rollschemel arbeiten die Schüler seit Mitte März. „Wir haben viel Rost entfernt“, sagt Dennis Schuster, während seine Mitschülerin Vanessa Kröll konzentriert und gründlich die Metalloberflächen mit schwarzer Farbe streicht.

„Wir sind froh über solche Möglichkeiten, bei denen unsere Schüler praxisnahe Arbeiten verrichten können“, sagt Thomas Wörner, Techniklehrer an der Kaywaldschule. Immer dienstags ist er mit seinen Schützlingen im Ausbildungszentrum des Lauffener Maschinenbauunternehmens zugange.

Bereits seit 15 Jahren währt die Zusammenarbeit, inzwischen gibt es in der Bahnhofstraße im früheren Azubistützpunkt eine Außenstelle für die Kaywaldschüler, wo sie regelmäßig praktische Erfahrungen aus der Berufswelt sammeln können. Auch an anderen Stellen werden die Schüler in der Firma eingesetzt, etwa beim Recycling des Papiermülls. Schon mehrere Schüler der Kaywaldschule wurden von dem Unternehmen in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen, berichtet Wörner. Auch die Azubis der Firma profitieren von der Zusammenarbeit. „Es ist eine gute Möglichkeit für unsere Auszubildenden, die Schüler bei den Arbeiten anzuleiten und ihr Wissen weiterzugeben“, sagt Ausbilder Alexander Berg. Die beiden Azubis im ersten Lehrjahr zum Zerspanungsmechaniker, Markus Krebs und Sebastian Nietschke, haben schon selbst fleißig Hand angelegt, um den Rost von der Achse zu bekommen. Anfangs von Hand, später mit der Schleifmaschine. So drei bis vier Dienstage wird es noch dauern, schätzt Ausbildungskoordinator Stefan Mühleck, bis Rollschemel und Achse fertig sind.

In Leonbronn

Dann werden sich Jürgen Wiethe und Siegfried Götz um den Transport kümmern. Denn Rollschemel und Achse müssen vom Startpunkt der einstigen Zabergäubahn in Lauffen den Weg bis zur Endhaltestelle in Leonbronn zurücklegen. Dort – auf einem gemeindeeigenen Grundstück – wird derzeit schon an den Vorbereitungen gearbeitet, um das Erinnerungsstück aufzustellen. Der Gemeinderat von Zaberfeld hat bereits einstimmig zugestimmt, dass der Rollschemel auf dem Gemeindegrundstück sein neues Zuhause finden wird.

Hinweistafel

Ursprünglich wollte der Arbeitskreis den Rollschemel am Endpunkt der Strecke aufstellen, doch der gehört noch immer der Bahn AG und die wollte Geld für die Nutzung ihres Grundstücks. Also hat die Gemeinde unkompliziert eine Lösung gefunden. „Der Rollschemel erinnert nicht nur an die Zabergäubahn, die vor 125 Jahren zum ersten Mal durchs Tal gefahren ist. Ohne das Wissen aus dieser 150 Jahre alten Technik wären die modernen Gütertransporte gar nicht möglich“, sagt Jürgen Wiethe. Deshalb wird nun eine Hinweistafel aufgestellt, die nicht nur technische Details aus dem Arbeitsleben des Rollschemels preisgeben soll. 

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