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In Abstatt soll eine Calisthenics-Anlage entstehen

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Mit einem sportlichen Vorschlag hat eine Gruppe Abstatter Bürgerinnen und Bürger die Verwaltung und den Gemeinderat konfrontiert. Sie möchte eine Calisthenics -Anlage in der Gemeinde installieren. Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht im Freien – das ist Calisthenics , eine Trendsportart, die vor 20 Jahren in den Straßen New Yorks aufkam und inzwischen über die sozialen Netzwerke weltweit betrieben wird. Alles, was man dazu braucht sind Stangen, Leitern und Muskeln.

Kombigerät

Wer schon mal im Abstatter Heimatmuseum war, hat vielleicht ein kleines Büchlein gesehen, das „Freudvolles Geräteturnen“ beschreibt und dem modernen Fitness-Trend unverschämt ähnlich sieht. Da Sport in kleinen Dorfschulen vor hundert Jahren ein Stiefkind war, erfand der Lehrer Martin Lamparter in Abstatt das Kombigerät Saturn. Leitern, Sprossenwände und Stangen waren aus Holz, eine Firma in Ulm und Wien vertrieb die einzigartigen Geräte. In Lamparters Anleitungsbüchlein sind Bilder der turnenden Abstatter Schulkinder auf dem Platz vor der Kirche. Scheinbar waren die Demonstrationen am Saturn so gefragt, dass die Schüler das Gerät verschiedenen Interessenten vorführten und der Abstatter Gemeinderat 1927 eine Unfallversicherung für sie abschloss. 

Matthias Maier, Sprecher der privaten Freundesgruppe, erläuterte den Vorschlag eines Calisthenics -Parks jetzt den Abstatter Gemeinderäten. Der 28-Jährige beschrieb das Workout als ganzheitliches Training ohne Maschinen. Es könne immer und überall von Jung und Alt, Anfängern und Profis ausgeübt werden. Er zeigte Beispiele aus Villingen-Schwenningen oder Karlsruhe. Gepackt hat es ihn und seine Freunde in Heilbronn auf dem Buga-Gelände. „Ein Wahnsinn, was sich da abspielt“, erzählt Maier. „Es wäre schön, wenn wir so etwas auch in Abstatt hätten.“

Warum? „Weil es ein freizugängliches Freizeitangebot ist, das von allen Altersgruppen und von Sportvereinen genutzt werden kann.“ Außerdem runde Calisthenics die Angebote im Bürgerpark ab. 
Denn dass die Geräte dort stehen würden, ist sicher. „Ursprünglich hatten wir das sportliche Epi-Zentrum Kirschenwiesen favorisiert“, sagt Matthias Maier. „Aber inzwischen finden alle den Bürgerpark besser. Da können die Kinder spielen, die Heranwachsenden und Eltern können turnen und klettern.“ Mögliche Standorte wären Flächen hinter dem Kräutergarten oder beim Roten Platz.

Finanzierung

Entschieden ist noch nichts. Bürgermeister Klaus Zenth erwartet weitere Gespräche und Details zum Konzept. Vor allem aber ist die Finanzierung einer solchen mehrere tausend Euro teuren Anlage noch ungeklärt. „Die wirtschaftliche Lage schränkt unseren Spielraum ein“, sagt der Rathauschef. „Die Haushaltslage ist momentan nicht sehr gut.“ 

Die jungen Leute, die sich das Fitness-Training im Freien wünschen, wollen auf Sponsorensuche gehen. „Crowdfunding wäre ein Mittel, um an das nötige Geld zu kommen“, meint Matthias Maier. Seine Infos für die Gemeinderäte wurden jedenfalls wohlwollend von ihnen aufgenommen. Niemand war dagegen, die Kosten allerdings spielen eine wesentliche Rolle.
Sollten die zusammen kommen, dann hätte Abstatt nach 100 Jahren wieder eine Anlage für „freudvolles Geräteturnen“.

Im Bürgerpark ist außer den Spielplätzen für kleine Kinder auch noch Platz für eine Calisthenics -Anlage, die durch Kraftübungen die Muskeln stählt.

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