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Auf ein schnelles Date mit Landtagsabgeordneten

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Was mache ich nach dem Schulabschluss? Diese Frage bewegt aktuell die Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse der Heinrich-von-Kleist-Realschule. Im Gespräch mit Susanne Bay (Grüne) berichten sie bei der Regionalen Jugendkonferenz von den Schwierigkeiten bei der beruflichen Orientierung, da während der Pandemie viele Praktika ausgefallen sind.

Neben der Schule sind Umwelt, Wahlalter, Wirtschaft und Verkehrsmittel Themen, die am Montagmittag bei der Regionalen Jugendkonferenz in der Maschinenfabrik heiß diskutiert werden. Bei Gesprächsrunden und einem politischen Speed-Dating mit fünf Landtagsabgeordneten haben 46 Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren die Gelegenheit, Fragen und Forderungen an die Landespolitik zu stellen.

Unter dem Motto „Was uns bewegt“ wurden die Jugendkonferenzen vom Landesjugendring Baden-Württemberg ins Leben gerufen. Gehört werden „Wir interessieren uns für Politik“, sagen Max Kühner (15) und Mario Milingi (14) und lauschen den Worten der Landtagsabgeordneten. „Eine Schülerin der Klasse ist im Jugendgemeinderat und hat von der Konferenz berichtet. Die Klasse war von dem Vorschlag begeistert, hierher zu kommen“, erzählt Lehrerin Sabrina Fink. Neben Susanne Bay treten auch Michael Preusch (CDU), Klaus Ranger (SPD), Nico Weinmann (FDP) und Carola Wolle (AfD) in den Austausch mit den Jugendlichen.

Ziel sei es, „junge Leute und Politiker in einen Dialog zu bringen“, erklärt Josephine Rauner-Schläger, Bildungsreferentin beim Stadt und Kreis-Jugendring Heilbronn (SKJR), der gemeinsam mit dem Kinderschutzbund Heilbronn und dem Jugendgemeinderat die Konferenz in Heilbronn organisiert hat. „Hier haben sie die Möglichkeit, gehört zu werden“, sagt Rauner-Schläger. Dies sei enorm wichtig, gerade in Anbetracht der Tatsache, da die Jugendlichen während der Pandemie in der Politik erst spät Beachtung gefunden hätten.

Zur Vorbereitung konnten sich die Jugendlichen in zwei Workshops und im Unterricht Gedanken machen. „Wie wird es nach den Sommerferien in der Schule weitergehen, wenn nun alle im Urlaub waren und sich dadurch die Ansteckungsgefahr erhöht?“, fragt Saja Al-Shamarti (14). Ihr Mitschüler Paul Hopfensitz (15) merkt an, welche Schwierigkeiten die Lehrkräfte mit den technischen Hilfsmitteln im Homeschooling haben. „Das ist ein Muss in dieser Zeit“, sagt er und wünscht sich klare Aussagen seitens der Politik.

Kritik gibt es auch etwa für den Ausbau der Fahrradwege in Heilbronn. Beim Speed-Dating mit Nico Weinmann zum Thema Verkehrsmittel wird schnell ein gemeinsames Interesse gefunden: Das Fahrradfahren. „Es sollte immer die Möglichkeit geben, das Rad in den Öffentlichen mitzunehmen“, fordert Jugendgemeinderatmitglied David Li (17). Außerdem seien die öffentlichen Verkehrsmittel viel zu teuer, ergänzt der neunzehnjährige Augustin Stanusic.

Nichts Abstraktes

Der persönliche Austausch mit den Politikern soll politische Bildung mit etwas Angenehmen verknüpfen. „Es ist ein tolles Format, um zu zeigen, dass Politik nichts Abstraktes ist“, betont Martina Grön vom Kinderschutzbund. Allerdings sei es schwer, die Schüler in den Schulen zu erreichen, bedauert Rebekka Rau, Leiterin des Heilbronner Jugendgemeinderats. „Wer politisch aktiv sein möchte, muss sich in den meisten Fällen eigenständig informieren und dafür einsetzen“, erklärt Rau. 

Jugendlandtag

Die Ergebnisse der Konferenz sollen nicht ins Leere laufen. Nach der Regionalen Jugendkonferenz werden daher unter den Jugendlichen vier Delegierte gewählt, die die Forderungen, welche in den Gesprächsrunden formuliert wurden, „in den Jugendlandtag nach Stuttgart mitnehmen“, erklärt Josephine Rauner-Schläger. Der Jugendlandtag wird voraussichtlich im kommenden Oktober stattfinden. 

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