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"Ins Spätzle" begrüßt ab sofort Gäste

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Marcel Hoyer liebt die schwäbische Küche. „Aber als meine Oma so alt war wie ich, sah ihr Teller Linsen mit Spätzle genauso aus wie meiner heute“, stellt der 29-Jährige fest. Bei ihm soll es anders sein. Diese Woche hat er sein Restaurant „Ins Spätzle“ in der Lohtorstraße im ehemaligen Trunk eröffnet. Es war kein einfacher Weg bis dahin, doch jetzt freut sich Hoyer einfach nur, dass es endlich losgeht. 

Gekocht hat der ehemalige Lauffener schon immer gern, aber als er sieht, wie die Kochausbildung bei seinem besten Kumpel aussieht, entscheidet sich der 17-Jährige lieber für was anderes und wird Automobilkaufmann. Nach fünf Jahren sattelt er aus Interesse auf Kfz-Mechatroniker um. „Aber ich war so unzufrieden als Angestellter, also dachte ich, ich probiere es einfach.“ Es ist der Spätzlebecher, ein Foodtruck, Das ist im August 2018. Anfangs ist es hart, wochenlang ernährt sich Hoyer nur von Spätzle, schwankt ständig zwischen Miete zahlen oder Ware für eine Veranstaltung kaufen. Nach einem Jahr wird das Geschäft konstanter, er hat feste Aufträge und Standorte.

Laden

Immer wieder hört Hoyer die Ansage: Mach doch mal einen Laden auf. „Aber das muss man sich erst trauen, das ist ja schon eine finanzielle Herausforderung“, gibt der Hundefreund zu. Dann bietet sich der ehemalige Trunk an. Vier Wochen nach Ausbruch der Corona-Pandemie unterschreibt Marcel Hoyer den Mietvertrag. „Da dachte ja keiner, dass das so lange geht und ich dachte, das wird schon.“ Pustekuchen. Im Dezember beginnt nach zehn Tagen Abriss der Umbau im Spätzle. Kein Stein bleibt auf dem anderen. Neue Wände, Böden, Leitungen, eine barrierefreie Toilette im Erdgeschoss – alles wird modernisiert. Dann der Lockdown. „Mein Gedanke war nur, so eine Riesenscheiße, bitte lass die Baustelle länger dauern“, erinnert er sich. Der Gastrogott ist ihm hold, die Baustelle verzögert sich um ganze neun Wochen. Normalerweise der blanke Horror, aber in diesem Fall großes Glück. Die Rückmeldung von Freunden und in den sozialen Medien gibt Hoyer Halt. Und tatsächlich, genau rechtzeitig passt alles. 

Rezepte

Doch zurück zur Oma. Deren Rezepte nutzt der 29-Jährige gern, hat über die Jahre vieles ausprobiert. „Ich verkaufe alles, wie es mir schmeckt.“ Im Spätzle wird es vor allem schwäbische Tapas geben, also all die Klassiker, aber modern in kleinen Portionen, sowie Tellergerichte. Hoyer weiß: „Jungen Leuten schmeckt schwäbische Küche auch, aber so wie bisher ist es einfach nicht fototauglich.“ Essen müsse heutzutage auch gut aussehen. To go gibt es die hausgemachten Spätzle in verschiedenen Variationen. Drei Monate setzt der Heilbronner jetzt alles auf eine Karte, bis September bleibt der Spätzlebecher in der Garage. Hoyer ist überzeugt: Das wird klappen, wie beim ersten Mal.

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Am 29. Oktober öffnen die Heilbronner Geschäfte bis 22 Uhr ihre Türen.