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Erstes Konzert nach der Pandemie

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Strahlende Gesichter bei den Akteuren und freudige Mienen im Zuschauerrund – ein Open-Air-Konzert auf dem Rathausplatz nach über einem Jahr Corona-Pause machte in Kochersteinsfeld viele Menschen richtig glücklich. Armin Götzinger, der Vorsitzende des Liederkranzes Kochersteinsfeld, sprach für seine Sänger des Männerchores und die jungen Aktiven des A-cappella-Chores: „Es ist echt stark, hier endlich mal wieder vor euch zu singen.“ Hardthausens Bürgermeister Thomas Einfalt war stolz, dass in seiner Gemeinde weit und breit das erste Konzert nach der Pandemie stattfand: „Ich bin auch stolz, dass wir solch engagierte Vereine haben und dass die Corona-Maßnahmen so vorbildlich eingehalten werden.“

Wie seit Jahren üblich moderierte Martin Renner den Abend persönlich mit Charme und Witz: „Ich bin kein Dirigent, sondern vielleicht ein passabler Chorleiter.“ Seine Bewegungen „hier vorne“ seien unwichtig, das habe das Proben in den Autos gezeigt, da haben ihn die Sängerinnen und Sänger ja auch nicht gesehen. Renner meinte die neue Art von Proben während der Coronazeit. Begonnen hatten alle, laienhaft erklärt, mit dem Einspielen ihrer Stimmen per Laptop. Doch da hörte keiner die Stimmen der anderen. Deshalb trafen sich alle auf dem Buga-Gelände in Heilbronn. Jeder saß allein in einem Auto und trug ein Headset. So konnten sie sich hören, das machte richtig Spaß und veranlasste die SWR-Landesschau sogar zu einer Fernsehübertragung.

Dass Martin Renner kein richtiger Dirigent sei, sehen ausgerechnet zwei der jüngsten Sängerinnen der Voctails völlig anders. Die 17-jährigen Diana Berger und Jana Gleich legen sich fest: „Der Martin ist ein Gerät.“ Jana, die an diesem Konzertabend ihren ersten Auftritt erlebte, ergänzt: „Was der Martin auf die Beine stellt, ist genial.“ Die seit 2018 bei den Voctails singende Diana sieht das auch so: „Der weiß alles und hat immer eine Lösung.“ Beim Proben im Auto trug auch Techniker Robin Gerold zur Lösung bei, der laut Martin Renner „ackerte wie ein Verrückter“. Vincent Ziehr, einer der hervorragenden Solisten der Truppe, legt sich fest: „Die Sache im Auto war eine sehr hochwertige Schulung.“ Das Konzert selbst bezeichnet Ziehr so: „Es ist der Hammer, endlich wieder vor Publikum aufzutreten. Das ist richtige Lebensqualität.“
Karl Braun ist 80 Jahre alt und singt noch im Männerchor mit. Er ist ehrlich: „Ich hatte mit einigen Liedern ein Problem, denn ich habe keinen Laptop. Doch der Dirigent hatte eine Lösung gefunden: Er kam zu seinem ältesten Aktiven nach Hause und gab ihm Einzelunterricht. Karl Braun zeigte sich begeistert: „Das war klasse.“ Beim Konzert stand er mit fünf Sängerkameraden auf dem Balkon des Bürgerhauses, neun weitere standen unten, direkt vor den weit auseinandersitzenden Gästen.

Konserve

Und diese waren begeistert. Sowohl vom Männerchor, der teilweise musikalische Unterstützung aus der Konserve bekam, als auch von den Voctails, die natürlich a cappella ihre eigene Begleitung sangen. Beide Chöre kamen am Ende um eine Zugabe nicht herum. Die Zuhörer ließen ihre Begeisterung laut hören, und das Langenbeutinger Ehepaar Helga und Bertram Müller sagte, warum: „Die brennen alle richtig für ihre Musik und sind mit Herz und Seele dabei.“ 

 

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