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Fabian Solokow zaubert als "Fabian Magic"

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Der Auftritt bei der RTL-Sendung „Supertalent“ im Jahr 2019 hat Fabian Magics Karriere so richtig gepusht, obwohl er es nicht ins Finale geschafft hat: „Das Video hatte auf Youtube 7,2 Millionen Aufrufe. Mein E-Mail-Fach ist explodiert“, erzählt der Lauffener.

Sogar in Berlin hätten ihn die Leute auf der Straße angesprochen. Im Herbst/Winter, der Hauptsaison für Zauberer, lief es gerade so richtig gut – mit deutschlandweit bis zu vier Auftritten pro Wochenende. Dann kam Corona: Alle für 2020 gebuchten Termine abgesagt, Anfragen: null. „Einige Kollegen, die das wie ich hauptberuflich machen, sind pleite“, weiß Fabian Magic. „Ich selbst habe neue Dinge abseits der Zauberei ausprobiert.“

Mit Erfolg. Im Netz hat sich Fabian Solokow – so sein bürgerlicher Name – schon als Zauberer wohlgefühlt, hat auf Youtube gezeigt, wie „leichte, aber gute Tricks“ funktionieren. „Dass junge Leute wegen mir in diese Zauberwelt reingekommen sind, darüber freue ich mich.“

Straßenkünstler

Noch besser sind Solokows Street-Magic-Videos angekommen. „Ein Kumpel hat mich gefilmt, wie ich mit Leuten in der Heilbronner Fußgängerzone Zaubertricks gemacht habe“, erzählt er. „Da war ich einer der Ersten in Deutschland.“ Während der Pandemie sei auch das problematisch geworden: Zaubern mit Abstand und Maske – da kommen die Emotionen nicht rüber.“ Seine neue Spezialität ist das Testen von Lifehacks  anderer Youtuber. Sie zeigen Tricks, die den Alltag erleichtern – er probiert sie aus.

Sein erstes Video, in dem der 25-Jährige feststellt, dass man mit einer leeren „Pringles“-Dose tatsächlich eine Melone schneiden kann, wurde schon in der ersten Woche eine Million Mal geklickt. „Das hat mich selbst erstaunt“, wundert sich Fabian Solokow. Zwei bis drei solcher Videos produziert er pro Tag. Auf Plattformen wie Youtube, Instagram, Facebook und TikTok in unterschiedlicher Länge und verschiedenen Formaten. Bei mehr als 3,5 Millionen Abonnenten platzieren auch große Firmen gerne ihre Produkte bei Fabian Magic. „Dass ich überhaupt diese Möglichkeit habe, Geld zu verdienen, dafür bin ich dankbar“, so Solokow. „Aber ich hoffe, dass ich so früh wie möglich zu meinen Wurzeln zurück kann. Denn meine Leidenschaft ist die Magie.“

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Die hat mit einem Zauberkasten zum zehnten Geburtstag ihren Lauf genommen. „Den fand ich ziemlich cool. Aber die Tricks sind, ehrlich gesagt, eher billig“, sagt Solokow. Er wollte es besser machen, hat sich im Internet Videos angeschaut, auf denen Tricks erklärt wurden, hat sich Bücher und DVDs gekauft und professionelle Tricks gelernt.
Ehrgeiz „Ich habe stundenlang geübt, in den Ferien von morgens bis abends.“ Selbst wenn er eigentlich keine Lust mehr gehabt habe: „Ich hatte den Drang, dass es klappen muss und wurde immer besser.“ Im Alter von 13 oder 14 Jahren habe er es sogar schon geschafft, nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene mit seinen magischen Fähigkeiten zu beeindrucken. Sein Abitur hat Fabian Solokow am Lauffener Hölderlingymnasium gemacht. „Während des Unterrichts habe ich unter dem Tisch geübt. Wenn die Lehrer mir die Karten weggenommen haben, hatte ich ein zweites Kartendeck in Reserve“, verrät er.

Selbstständig

Schon immer habe er hauptberuflich als Zauberer auftreten wollen, sagt der älteste von drei Brüdern. Die Lehre als Industriemechaniker war dann aber erst einmal etwas Solides, der anschließende Schritt in die Selbstständigkeit Anfang 2019 ein Risiko: „Als Künstler kann man momentan nichts planen. Aber ich hoffe, dass ich nach Corona wieder auf der Bühne stehen kann.“

Mit Botschaft

Einen Lottoschein in bares Geld verwandeln: Das ist einer der Lieblingstricks von Fabian Magic. „Den habe ich beim Supertalent gezeigt“, erzählt der Lauffener. Aber ein ganz anderes Video berührt ihn auch emotional: Am Kölner Bahnhof erzählt er Obdachlosen, dass ihm fünf Euro für seine Fahrkarte fehlen und bittet sie um 50 Cent. „So gut wie alle haben mir geholfen. Und ich habe ihre 50 Cent zum Dank in 50-Euro-Scheine verwandelt.“ Das Video hatte mehr als zehn Millionen Klicks. Und einige Leute hätten ihm geschrieben, dass sie daraufhin selbst aktiv wurden für benachteiligte Menschen. Fabian Solokow: „Meine Botschaft ist angekommen.“ 

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