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In Elektronengröße durch das Stromnetz

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Wer die Klima-Arena betritt, dem fällt direkt hinter dem Eingang ein Gletscher auf. Besucher können sich dort normalerweise auf eine Reise in die Zukunft begeben und sehen, was passiert, wenn sich am Verhalten der Menschen nichts ändert. Jetzt ist dieses multimediale Erlebnis um eine weitere Reise ergänzt worden. Bis zum 14. September werden die Besucher virtuell auf Elektronengröße geschrumpft und bewegen sich durch das Stromnetz. „Im Gletscher treiben wir die Erfahrung mit allen Sinnen auf die Spitze, weil man mittendrin ist“, erklärt Bernd Welz, der Vorstandsvorsitzende der Klimastiftung für Bürger, in Sinsheim.

Im vergangenen Sommer hat die pädagogische Leitung der Klima-Arena gemeinsam mit der Sovanta AG aus Heidelberg mit der Planung begonnen. „Die Reise in das Smart Grid“ soll edukativer, also lehrreicher, gestaltet sein als das parallel weiter laufende Angebot. Innerhalb von zwölf Minuten wird die Verfügbarkeit erneuerbarer Energien in den Bundesländern sowie deren Erzeugung und Speicherung beleuchtet. Außerdem geht es um Anregungen, wie man selbst aktiv werden kann. Abgerundet wird die Reise durch ein interaktives Quiz.

Erlebnis

„Niemand wird auf Anhieb alle Fragen beantworten können“, sagt Bernd Welz. Darum gehe es auch gar nicht. Vielmehr stehen Erlebnis und Wissensgewinn im Fokus, erklärt Christophe Chan Hin von der Soventa AG. „Das Ergebnis, ob man im Quiz falsch oder richtig liegt, soll eher ein Aha-Erlebnis sein.“ Das hat man, wenn es durch einen Solar- und Windpark geht. Dort wird zwar jahreszeitenabhängig viel Energie erzeugt. Deren Speicherung ist allerdings nach wie vor ein Problem. Im nächsten Schritt geht es deshalb in eine Power-2-Gas-Anlage, die ebenfalls erkundet wird. Die Reise endet in einem Haushalt, in dem der Stromverbrauch der Geräte wie Kühlschrank, Waschmaschine oder Heizung gezeigt wird.

Auch wenn auf einmal viele Informationen auf die Besucher einstürzen: Die Reise wurde von den Verantwortlichen bereits gekürzt. Und soll auch noch in einigen Wochen aktuell sein. Denn ein Fokus liegt auf Wasserstoff. „Dazu ist in letzter Zeit eine Debatte entstanden“, sagt Christophe Chan Hin. Man wolle diese Debatte begleiten und darauf reagieren. Die insgesamt zwölf Minuten seien in ihrer Länge perfekt. „Wenn wir es ausführlicher und damit länger konzipiert hätten, könnten auch weniger Menschen daran teilnehmen“, erklärt Christian Ledig, Vorstand der Klimastiftung für Bürger.

Pro Stunde sollen sich insgesamt vier Gruppen in dem Gletscher aufhalten. Geeignet ist die Reise vor allem für Schüler ab der Sekundarstufe I, also Kinder und Jugendliche, die mindestens die fünfte Klasse besuchen. „Grundschüler können natürlich auch mitmachen“, sagt Ledig. 

Lernort für alle 

Die Klimastiftung für Bürger wurde im September 2014 von der Dietmar Hopp Stiftung GmbH gegründet. Auftrag der Klimastiftung für Bürger ist es, das Verständnis für den Klimawandel und ein nachhaltiges Leben und Wirtschaften zu fördern und zum Handeln zu inspirieren. Dazu betreibt die Stiftung die Klima Arena als einen Lernort für Familien und Schulklassen aller Altersstufen. 

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