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Konflikte an Schulen haben zugenommen

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Die Zahl der Konflikte, bei denen die Schulsozialarbeit hinzugezogen wurde, hat sich im Schuljahr 2019/20 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Wie Carolin Dinkel, Schulsozialarbeiterin an der Blanc- und-Fischer-Gemeinschaftsschule in Sulzfeld dem Gemeinderat auf dessen jüngster Sitzung mitteilte, gab es 58 entsprechende Vorgänge. Im Schuljahr davor waren es nur 28 Vorfälle. „Es fällt den Schülern immer schwerer, Konflikte selbst zu lösen“, berichtet die Diplompädagogin. Selbst bei „kleinen Sachen“ werde gerne ein vermittelndes Gespräch gesucht. „Deshalb wollen wir verstärkt in die Klassen gehen, und präventiv Konfliktlösungsansätze anbieten.“ 

Zugenommen haben demnach auch die Fälle, die eine längerfristige Betreuung erfordern. Die Zahl sei von elf auf 37 gestiegen. Oft würden sich dahinter familiäre Probleme oder psychische Erkrankungen verbergen. „An solchen Schülern möchte ich dran bleiben über das Schuljahr“, so Carolin Dinkel.

Beratungsgespräche

Auffällig sei auch die hohe Zahl an Beratungsgesprächen. 694 davon wurden mit Schülern geführt. 2017/18 waren es 475. Dazu kamen im aktuellen Berichtszeitraum 225 Beratungsgespräche mit Lehrern, 75 Beratungsgespräche mit Eltern und 65 Beratungsgespräche mit Institutionen und Kooperationspartnern. Die Schulsozialarbeit wird von allen Altersklassen der Gemeinschaftsschule in Anspruch genommen, wobei die älteren Schüler die Einrichtung häufiger aufsuchen, als die Schüler im Grundschulalter.

Im Schuljahr 2019/20 besuchten von den insgesamt 331 Schülern 134 Schüler die Schulsozialarbeit. 83 Schüler waren zwischen elf und 14 Jahre, 31 über 14 Jahre alt. Nur 20 Besucher waren im Grundschulalter. Von den insgesamt 192 Gemeinschaftsschülern waren 114 Schüler bei der Schulsozialarbeit. Das entspricht knapp 60 Prozent der Gemeinschaftsschüler. Die Gründe, die Schulsozialarbeit aufzusuchen, sind vielfältig. Am häufigsten sind Konflikte unter Schülern. Der weithäufigste Grund sind Probleme der Schüler mit den eigenen Eltern. Auch Entwicklungsauffälligkeiten und psychische Erkrankungen sind häufige Ursachen.

Schon beim Übergang von der Kindertageseinrichtung in die Grundschule würden Kinder immer häufiger Auffälligkeiten zeigen, heißt es in einer Zusammenfassung des Berichts. Ein Verzicht auf eine frühzeitige Unterstützung könne in der Folge zu erhöhten Jugendhilfeleistungen führen und gute Entwicklungschancen erschweren. Die Sulzfelder Schulsozialarbeiterinnen Carolin Dinkel und Ina Gabriel bieten neben Beratungsgesprächen und Konfliktlösungstrainings auch Projekte an. Dazu zählen Trainings in Sozialkompetenz, Klassenrat, Teamtraining, Konfliktbewältigung, erlebnispädagogische Einheiten, sowie die Streitschlichterausbildung an. Auch die pädagogische Begleitung des Schülercafes zählt zum Aufgabenspektrum der beiden. „Jede Schülerin und jeder Schüler kann uns jederzeit anrufen“, verspricht die Diplompädagogin.

Appell

Gemeinderat Ulrich Fischer bat Carolin Dinkel während der Sitzung, als Schulsozialarbeiterin die Schüler für den pfleglichen Umgang mit dem Schulgebäude, das gerade generalsaniert wird, zu sensibilisieren. Am Modulbau gegenüber sei kurz nach dessen Fertigstellung „viel und schnell kaputtgemacht worden“. 


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