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Anlaufstelle für Nachwuchs-Ingenieure und -Techniker

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Der Name ist kaum bekannt, das Anliegen ein herausforderndes: Der Natec-Landesverband – ein Zusammenschluss für naturwissenschaftlich-technische Jugendbildung – erhält in Heilbronn eine zentrale Anlaufstelle. In den Räumen im vierten Stock am Bildungscampus 3 wird demnächst die neue Geschäftsstelle mit einer Leiterin einziehen. In den fast zehn Jahren seit der Gründung hat der Vorstand um Experimenta-Chef Dr. Wolfgang Hansch und seine Referentin Martina Forstreuter-Klug die Geschäfte geführt – ehrenamtlich.

Jetzt, mit inzwischen 65 Mitgliedern, will der Vorstand die Abläufe professionalisieren und die Zentrale enger an die Experimenta anbinden. Die war 2011 bereits Gründungsmitglied. Ein solcher Verband sei wichtig, betont Hansch, gerade am Hochtechnologie-Standort Baden-Württemberg. Es gebe sonst keinen Zusammenschluss, der sich um naturwissenschaftlichen Nachwuchs kümmere. Dieser sei aber „die Basis“, damit der Wirtschaftsstandort sich weiter gut entwickele. „Es gibt nach wie vor Defizite, was Ingenieure und Informatiker betrifft.“

Projekte

Neben dem größten bundesweiten Science Center Experimenta nun also der Sitz des Natec-Landesverbands in Heilbronn. Der Arbeitgeberverband Chemie, der Verband Deutscher Elektrotechnik, der Verein Deutscher Ingenieure, das Deutsche Jugendforschernetzwerk, die Carl Zeiss AG, die Hochschule Heilbronn oder Wissensfabriken und Schülerforschungszentren zählen zu den Mitgliedern.

Wie Natec konkret auf junge Menschen zugeht? Martina Forstreuter-Klug verweist auf mehrere Projekte. Seit Jahren läuft die mobile Jugend-Technik-Akademie für 14- bis 16-Jährige. Hier werden Workshops zum Bau eines Elektromotors, zu 3-D-Druck, Robotik, DNA-Analyse, Programmierung oder auch Cremeherstellung angeboten. Ein Ziel sei, Teilnehmer „so fit zu machen, dass sie ihr Wissen auch an Jüngere weitergeben“, erklärt die stellvertretende Natec-Vorsitzende.

Es gibt ein Projekt, Jugend-Technik-Coach, das Erwachsene praxisnah fortbildet, die in de

r Kinder- und Jugendarbeit aktiv sind. Aktuell lief ein von der Aktion Mensch gefördertes Projekt „Make it real“ an, bei dem Mitarbeiter in einem Kleinbus Mädchen mit Migrationshintergrund in ihren Wohnquartieren aufsuchen, viele technische Materialien wie elektrische Blinkdioden dabei haben, die sie in Quartierszentren ausprobieren können. Fünf Mädchen seien in den Anfängen virtuell schon im Boot, berichtet Forstreuter-Klug. „Es ist noch ganz frisch.“ Ein Jugendbeirat macht zudem aus Sicht der jungen Generation Vorschläge, was Jugendliche brauchen.

Wunsch

Türen öffnen, Mitglieder beraten, Sponsoren suchen für neue Projekte gehört zu den Aufgaben von Natec. Für Hansch ist es ein Zukunftswunsch, dass das Land den Verband ähnlich jährlich fördere wie Verbände für Jugendsport oder Jugendmusikschulen. Künstliche Intelligenz oder virtuelle Realität entwickele sich immer rascher weiter. Die Gesellschaft brauche naturwissenschaftliche Bildung. Wenn man kein Verständnis für diese Prozesse schaffe, „werden wir in ein paar Jahren ein Problem haben“. 

Weitere Infos auf www.natec-bw.de

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