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Der Dorfdäpp kann mehr als nur Musik

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Bis vor einem Jahr war Micha von der Rampe für seine Fans vor allem eines: Der junge Mann mit der blauen Tuba, der in vollen Zelten, Hallen oder Skihütten mit Partymusik für Stimmung sorgt. Jetzt beweist der 24-jährige Brackenheimer auch Qualitäten als Comedian. Mit seinen Videoclips sorgt er als „Dorfdäpp“ in den sozialen Netzwerken wie Tiktok oder Instagram für Furore. Am Freitag ist seine neue Single „Dorfdäpp“ auf dem Markt erschienen. Der Partysong wird einer von zwölf Tracks auf seinem Album, an dem er gerade arbeitet. 

Mit dem Comedy-Format geht es für Micha von der Rampe seit Dezember in den sozialen Netzwerken durch die Decke. Auf Tiktok hat er inzwischen rund 400 000 Follower, auf Instagram rund 80 000. Tendenz steigend. Wobei sich der Musiker darüber im Klaren ist, dass soziale Netzwerke schnelllebig sind. „Was heute gefeiert wird, kann morgen vorbei sein.“
Jeden Tag produziert Micha von der Rampe mindestens ein Kurzvideo. Das Prinzip ist denkbar einfach: Der Schorsch aus dem Dorf und der Jason aus der Stadt liefern sich einen Schlagabtausch nach dem anderen. Beide Rollen spielt der Brackenheimer selbst. „Dabei bediene ich mich sämtlicher Klischees.“

Format

Rund zwei Stunden benötigt der Bankkaufmann im Durchschnitt für einen Clip. Das heißt: Rollen schreiben, Figuren spielen, Video schneiden und online stellen. Das Format kommt in den sozialen Netzwerke so gut an, dass er weitere, auch weibliche Figuren kreiert hat. Erste Firmen haben sich gemeldet, deren Produkte er in seine Clips einbaut. „Niemals plakativ, sondern so, dass es zur Geschichte und den Rollen passt.“ Auch wenn seine Community immer größer wird und die Videoclips im Internet durch die Decke gehen, stehen für den Brackenheimer zwei Dinge fest: „Ich war, bin und bleibe immer Musiker. Und ich bin kein Influencer.“ Er sieht sich vielmehr als sogenannter „Content Creator“, was so viel heißt wie Schöpfer von Inhalten. 

Dass sich Micha von der Rampe jetzt als Dorfdäpp verdingt, ist reiner Zufall. Auf Tiktok hat er sich an einer Diskussion über Champagner beteiligt. Sein Statement: „Ich trinke lieber Bier.“ Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: „Bier ist etwas für die untere Schicht und für Dorfdeppen“, so ein User. „Dann bin ich untere Schicht und ein Dorfdepp“, so die Replik des Brackenheimer. Das war die Geburtsstunde des Dorfdäppen, den er sich in der Schreibweise patentieren ließ.

Es folgte ein Videoclip auf den anderen. Dass Micha von der Rampe dafür Zeit hat, liegt an Corona. „Mir sind etwa 100 Veranstaltungen abgesagt worden“, so der Vollblutmusiker, der auch das Jugendorchester und das aktive Orchester des Musikvereins Nordheim dirigiert. Den finanziellen Verlust beziffert er auf einen mittleren fünfstelligen Bereich. Mit seinen neuen Werbepartnern ist Micha von der Rampe auf dem Weg, die Corona bedingten Verluste aufzufangen. Und mit dem neuen Format „bespiele ich viel mehr Menschen als ich das über die Konzerte jemals hätte tun können“. Rund 50 Millionen sogenannte Impressions hat er mit dem Dorfdäppen rekrutiert. Allein im vergangenen Monat waren es über 18 Millionen.

Marktwert

Auf die Bühne will Micha von der Rampe trotz seines Erfolges im Internet in Zukunft aber auf keinen Fall verzichten. Sobald es Corona wieder zulässt, will er mit seiner Tuba die Hallen, Zelte und Hütten wieder begeistern. Der Musiker mit der blauen Tuba glaubt aber nicht, dass das in diesem Jahr noch möglich ist. Klar ist aber, dass sein Marktwert bis dahin deutlich gestiegen sein wird. 

Zur Person

Micha von der Rampe heißt im wahren Leben Micha Kible. Der 24-Jährige wohnt in Brackenheim-Hausen. Kible arbeitet als gelernter Bankkaufmann in Teilzeitanstellung bei der Volksbank im Unterland. Kible ist Vollblutmusiker. Er ist Dirigent beim Musikverein Nordheim. Dort leitet er sowohl das aktive Orchester als auch das Jugendorchester. Als Micha von
der Rampe macht er mit seiner blauen Tuba Partymusik in Hallen, Zelten und Skihütten. Zuletzt rangierte er im digitalen Musikdienst Spotify, mit seinem Titel „Ticki tacka“ in den oberen Regionen neben Musikern wie DJ Ötzi.


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