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Falschmeldung über Neckarsulmer Kaufland

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Eine allem Anschein nach erfundene Meldung über einen Kunden mit positivem Corona-Test im Neckarsulmer Kaufland sorgt seit Wochen für Gesprächsstoff. Die Geschichte geht so: Beim Einkaufen soll ein Mitarbeiter eines Gesundheitsamts jemanden gesehen haben, der wegen einer Corona-Infektion in Quarantäne gehört. Der Beamte geht zum Informationsschalter und berichtet von seiner Entdeckung. über Lautsprecher soll die Durchsage erfolgt sein, dass sich ein Kunde mit Corona im Markt aufhalte. Der Betreffende solle unverzüglich zum Info-Schalter kommen. Andernfalls werde die Polizei verständigt. Es melden sich angeblich fünf Infizierte. 

Absage

Diese Geschichte wird in dieser oder ähnlicher Form erzählt. Manchmal wird aus dem Mitarbeiter im Gesundheitsamt ein Mitarbeiter eines Impfzentrums oder eine Arzthelferin. Mal erscheinen fünf, mal zehn infizierte Menschen am Schalter. Solchen Meldungen erteilt eine Sprecherin von Kaufland eine Absage: „Uns liegen keine Informationen vor, dass sich ein derartiger Vorfall in einer unserer Filialen ereignet hat. Unsere Mitarbeiter sind geschult und wissen mit solchen Situationen umzugehen.“ Dazu gehöre, dass sie keine derartigen Durchsagen machen würden. 

Widerspruch kommt auch von den Gesundheitsämtern. Es sei kein derartiger Vorfall bekannt, teilt Lea Mosthaf, Sprecherin des Landratsamts, mit. Dr. Peter Liebert, Amtsleiter der Stadt Heilbronn, sagt: „Wir würden nie in der geschilderten Weise reagieren und die Person ausrufen lassen.“ Die städtischen Mitarbeiter würden die Person persönlich ansprechen und unter Einhaltung der Abstandsregel sowie Verwendung einer FFP2-Maske ein Vier-Augen-Gespräch führen und denjenigen auffordern, sich sofort in Quarantäne zu begeben. „In jedem Fall würden wir das Ordnungsamt informieren.“

Kaufland zufolge handelt es sich um eine klassische Falschmeldung. „Wir erhielten in den vergangenen Tagen bereits mehrere Anfragen, in denen das gleiche Szenario für verschiedene Filialen in anderen Regionen beschrieben wurde“, sagt die Sprecherin. Zudem kenne man dieses Gerücht auch in der Variante, dass sich das geschilderte Ereignis in Supermärkten von Mitbewerbern zugetragen haben soll. Kaufland vermutet, dass die Falschinformation auf einem Video des Kabarettisten Sebastian Pufpaff basiert. Der habe Ende April in seiner Satire-Show „Noch nicht Schicht“ eine ähnliche Situation geschildert.

Testzentren

Die kuriose Geschichte treibt allerdings Blüten. So sollen Security-Mitarbeiter positiv getestete Kunden ausrufen lassen. „Dies ist ebenfalls eine Falschinformation“, sagt die Sprecherin. Diese stehe offenbar im Zusammenhang mit den Testzentren, welche die Schwarz-Gruppe seit Ende März auch auf den Kundenparkplätzen von Kaufland errichtet. Alle Bürger könnten sich dort einmal wöchentlich kostenfrei testen lassen. „Die Nutzung ist freiwillig und steht in keinerlei Zusammenhang mit einem Einkauf bei Kaufland.“ Für einen Einkauf sei selbstverständlich kein Test erforderlich, es gelten die bekannten Schutz- und Hygienemaßnahmen. 

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