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Die Gastronomie in Sinsheim darf öffnen

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Aufbruchstimmung in der Sinsheimer Gastronomie. Nach knapp 29 Wochen Zwangspause durften angesichts sinkender Inzidenzzahlen im Rhein-Neckar-Kreis die Gastronomen wieder ihre Türen öffnen. Doch nicht alle Gaststättenbetreiber nutzten die Möglichkeit, die 199-tägige Pause zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu beenden. 

Kräftige Arme

„Die Vorbereitungszeit war ein bisschen kurz“, meint Kathrin Kunzelnick, die seit März 2019 die Reiterklause im Krebsgrund betreibt. Bevor sie heute geimpft wird, erledigte sie gestern die letzten Vorbereitungen, um am Sonntag erstmals seit November die Pforten wieder zu öffnen. „Ich bin auch, da ich geimpft werde und nicht weiß, wie ich das vertrage, ein bisschen vorsichtig“, gesteht die Gastronomin. „Man hört oft, dass nach der Impfung Schmerzen am Arm auftreten.“ Doch am Ausschank braucht sie kräftige Arme. Sonntag und Montag wird sie öffnen, danach vorerst nur von Donnerstag bis Sonntag. 

Mit geänderten Öffnungszeiten geht auch das „Quints“ in der Innenstadt an den Start. Von Montag bis Samstag werden die Türen geöffnet sein, sonntags wird man vorläufig einen Ruhetag einlegen. Mit Ausnahme des bevorstehenden Pfingstwochenendes, da sind Peter Erdelyvari und sein Team am Samstag und Sonntag für ihre Gäste da. Während Reiterklause und Quints erst am Wochenende öffnen, nutzten beispielsweise der „Neue Bahnhof“, das „Fandango“, die „Drei Könige“ und das Museumsrestaurant die Möglichkeit, gestern gleich wieder Gäste zu bewirten. „Wir waren für Mittwochabend ausgebucht“, hieß es auf Nachfrage im „Fandango“, dem Restaurant im Hotel Sinsheim. Der Betreiber empfiehlt für die Anfangszeit, immer einen Tisch zu reservieren, denn: „Die Nachfrage nach Plätzen ist hoch.“ Ähnlich äußert sich Restaurantleiter Marc Scholz im „Neuen Bahnhof“. Trotzdem merkt er an: „Es muss sich rumsprechen, dass wir wieder offen haben.“ Die Zeit zwischen der Verkündung der Lockerungen und dem Öffnungstag sei sehr kurz gewesen, bemängelt Scholz. „Die Mitteilung kam am Freitag. Es war schon sportlich, es bis Mittwoch zu schaffen.“ Bei der Stadt gab es zunächst gar nicht alle Informationen zur Öffnung, Scholz rief kurzentschlossen im zuständigen Ministerium an.

Während viele Gastronomen erst am Freitag mit den Vorbereitungen begannen, hat Scholz vorgesorgt: „Wir haben angesichts der seit 14 Tagen sinkenden Zahlen schon frühzeitig begonnen, das Lokal vorzubereiten, haben geputzt und dann alles abgeklebt, damit kein Staub mehr drauffällt.“ Probleme gab es dann nur noch bei der Lebensmittellieferung. „Die Lieferanten haben volle Bücher, so dass wir schlussendlich selbst zum Großmarkt gefahren sind, um einzukaufen.“ Von Null auf Hundert durchstarten, das musste das Restaurant im Auto- und Technik-Museum nicht. „Auch während der Schließung des Museums haben wir Essen to go angeboten und sind dadurch einsatzfähig geblieben“, erzählt Holger Baschleben. Auch habe man die Zahlen beobachtet, „so dass wir von dem Go nicht ganz überrascht worden sind“. Auch das Museum ist seit Mittwoch wieder geöffnet.

Trübe Aussicht

Während also im Rhein-Neckar-Kreis und in der Stadt Heidelberg die Gastronomie wieder ihre Pforten öffnen darf, müssen die Gastronomen im Landkreis Karlsruhe noch warten. Frühestens zum 22. Mai ist hier mit einer Öffnung zu rechnen.  Eine Aussicht, die Michael Pflüger nicht in Euphorie versetzt: „Wir öffnen voraussichtlich frühstens Mitte Juni“, konstatiert der Betreiber des Badischen Hofs in Sulzfeld. „Wir warten die Entwicklungen ab und schauen, wie es in anderen Orten funktioniert.“ Öffnen wolle er erst, „wenn alles System hat, wenn es weniger Einschränkungen gibt.“ Zudem „wissen wir nicht, wie sich die Zahlen entwickeln“. Die müssen stabil sein, damit er Bier brauen lassen kann. Sonst sind die Fässer voll und das Haus leer, wenn es wieder zu Schließungen kommt.

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