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Mehr Qualität beim Biomüll

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Mehr Qualität beim Biomüll – das hat sich das Abfallwirtschaftsamt des Landkreises Heilbronn auf die Fahnen geschrieben. Amtsleiterin Beate Fischer will damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Weniger Plastiktüten im Biomüll und gleichzeitig weniger organischer Abfall im Restmüll. Mit einem Modelprojekt in einer Wohnanlage im Bad Friedrichshaller Stadtteil Plattenwald geht die Behörde jetzt in die Offensive.

Mit einer breit angelegten Informationskampagne will Beate Fischer den Bürgern nicht nur erklären, dass sie mit sauberer Mülltrennung bares Geld sparen können: „Wir wollen auch ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Abfalltrennung auch wichtige Ressourcen schont.“

Informationen

Plakate, Tafeln, Briefe: Die Bewohner in der Plattenwalder Wohnanlage bekommen reichlich Informationen rund um das Thema Biomüll. Mitarbeiter der Behörde gehen zudem mit Infomaterial von Haustüre zu Haustüre. Sensibilisieren im persönlichen Gespräch gehört zum Modelprojekt in der 88 Wohneinheiten umfassenden Anlage, die von derHeilbronner Wohngenossenschaft GEWO betrieben und betreut wird. „Besuche an der Haustüre sind natürlich nur möglich, sofern es die Coronabeschränkungen zulassen“, betont Beate Fischer. 

Das Bewusstsein für Abfalltrennung hat in den vergangenen Jahren spürbar nachgelassen, hat Susanne Breuer festgestellt. Immer häufiger werde Biomüll mitsamt Plastiktüten in die braune Tonne geworfen, so die Öffentlichkeitsarbeiterin beim Abfallwirtschaftsamt. Ein Blick in den Eimer der Wohnanlage gibt ihr recht. Umgekehrt landet immer mehr organischer Abfall in der grauen Restmülltonne. „Bequemlichkeit dürfte wohl die Hauptursache sein“, sagt Susanne Breuer. Mit dem achtlosen Wegwerfen gingen dem Abfallwirtschaftskreislauf wichtige Ressourcen verloren. Organische Abfälle im Restmüll würden in der Anlage in Stuttgart-Münster verbrannt. Umgekehrt finden die Kompostierer immer mehr Unrat im Biomüll. Die Folge sind nicht nur aufwendige Arbeiten, um die Plastikanteile herauszurechen. Wird der Kompost wieder aufgetragen, findet sich Mikroplastik auf dem Feld. „Das will niemand“, sagt Beate Fischer.

Mit der Kampagne hat das Abfallwirtschaftsamt Großwohnanlagen und Neubaugebiete im Visier. Vor allem in den größeren Städten wie Neckarsulm, Bad Rappenau oder Eppingen. Beate Fischer schätzt die Zahl der infrage kommenden Anlagen im Landkreis Heilbronn auf rund 4000. Dass die Mülltrennproblematik gerade dort häufiger auftrete als in Wohngebieten mit Einfamilienhäusern in ländlich geprägten Gebieten, führt die Amtsleiterin auf die größere Anonymität zurück.
Thomas Freudig, Bautechniker bei der GEWO, war sofort Feuer und Flamme für das Pilotprojekt im Plattenwald. „Mülltrennung ist für mich ein ganz persönliches Thema“, sagt Freudig. Die Wohngenossenschaft betreut in Stadt- und Landkreis Heilbronn rund 100 Wohnanlagen.

Bachelorarbeit

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von Niklas Batora, der an der Dualen Hochschule Heilbronn (DHBW) im Fach BWL-Dienstleistungsmanagement darüber seine Bachelorarbeit schreibt. Der 24-Jährige hat einen Fragebogen entworfen, den er über verschiedene Kanäle an die Haushalte schickt. „Mein Ziel ist es, mehr als 300 Rückläufe zu haben“, sagt der Student. 

 

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