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Musikalische Kreativität in Corona-Zeiten

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Ihre künstlerische Bühne ist bisher nur die Internet-Videoplattform Youtube. Dort haben Lenard Eckl (16) und Arka Bumi (18), beide Schüler des Justinus-Kerner- Gymnasiums Weinsberg (JKG), ihren ersten eigenen Song „I Just Wanted to Say“ vor wenigen Wochen veröffentlicht. „Nightgarden'' haben wir unsere Band genannt, weil wir einige unserer Songs spät abends im Garten von Arka geschrieben haben“, erzählt Lenard. 

Die beiden Jungmusiker sind als Mitglieder der Big-Band des Gymnasiums und als Gitarristen in der Weinsberger Jugend- und Coverband „Incredible Friday“ Freunde geworden. Als Incredible Friday 2020 durch die Corona-Pandemie nicht mehr spielen konnte und sich aufzulösen begann, entschlossen sich Lenard und Arka ein eigenes Bandprojekt zu starten.
„Einerseits ist die Pandemie ärgerlich, weil man nicht öffentlich auftreten darf, auf der anderen Seite ist es eine Chance, weil man mehr Zeit hat, kreativ mit eigenen musikalischen Ideen die Corona-Tristesse zu vertreiben“, sagt Lenard Eckl.

Pop und Jazz

Die beiden Freunde sind von Kindesbeinen an mit der Musik verbunden. „Ich habe in der Musikschule Weinsberg die musikalische Früherziehung genossen, habe vor elf Jahren Schlagzeug gelernt und ab 2012 in der Musikschule Gitarrenunterricht genommen“, erzählt Lenard Eckl. Pop und Jazz seien die Musikrichtungen, die ihn interessieren. Ein direktes musikalisches Vorbild habe er nicht. „Ich lasse mich von vielen Künstlern inspirieren“, erzählt der Zehntklässler. Künstler, die ihm gefallen, seien Florian König am Schlagzeug und der Rapper Cro. Bei einem Musik-Workshop in München habe er Florian König persönlich kennengelernt. 

Arka Bumi stammt aus Indonesien und kam im Alter von neun Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland. Von Stuttgart zog seine Familie nach Weinsberg, als er in die fünfte Klasse kam. Heute ist Arka Schüler der Kursstufe J1 des JKG. „Ich habe im Alter von zwölf Jahren begonnen, Gitarre zu spielen, später kam Bass dazu“, erzählt Arka. 2021 hat er mit Gesang begonnen, um Nightgarden eine Stimme zu geben. „Ich komme aus dem Metal-Jazz und schätze die Band Tool“, berichtet der 18-Jährige, welche Musik er mag. Sein erstes eigenes Stück hat das Duo bei Florian König in München produziert, aufgenommen und dann bei Youtube veröffentlicht.

Verstärkung

„Wir arbeiten an unseren Songs meist zu Hause und proben dann so oft es geht in der Weinsberger Musikschule, in der Musikschule Fantastico, bei uns zu Hause, oder im Gymnasium“, erzählt Gitarrist Lenard. „Lenard komponiert, ich arbeite an den Texten“, schildert Arka die Rollenverteilung. Seit einigen Wochen hat Nightgarden hochkarätige Verstärkung von Cellistin Luise Grawert (15) erhalten.

Luise, Klassenkameradin von Lenard, stammt auch aus einer musikalischen Familie. Sie ist mehrfache Preisträgerin beim Wettbewerb „Jugend musiziert“. Ihre Mutter ist Musiklehrerin, Vater und Bruder (Schlagzeug) sind ebenfalls mit Instrumenten vertraut. „Ich habe im Alter von vier Jahren zuerst Geige gelernt und spiele seit sieben Jahren Cello“, berichtet Luise Grawert. Sie ist zudem Mitglied in zwei Streichquartett-Ensembles. Mit ihrem Jugendensemble hat die Cellistin 2020 die Weiterreichung zum Bundeswettbewerb bei „Jugend musiziert“ erreicht. Doch der Bundeswettbewerb fiel wegen Corona aus.

„Wir haben uns gedacht, dass zu einigen unserer Melodien ein Cello super klingen würde, und da habe ich Luise gefragt, ob sie mitspielt“, erzählt Lenard. Luise hat „Ja“ gesagt, weil ihr Musizieren viel Spaß macht. „Ich konzentriere mich auf die Streichquartette, bin aber projektbezogen bei Nightgarden dabei, wenn es zeitlich machbar ist“, schränkt die Schülerin ein. „Wir bereiten gerade zwei Streaming-Konzerte vor, weil wir wegen Corona nicht vor Publikum auftreten können“, kündigt Lenard an. Das erste Konzert ist für Anfang Juni im Jugendhaus Weinsberg geplant. Die Pfingstferien will die Band zu intensiven Proben nutzen. Ihr Traum: Bald ein Live-Konzert vor Publikum zu spielen. Am liebsten in einem Jugendhaus oder in der Schule.

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