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Schüler dürfen in die Klassenzimmer zurück

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Die Freude im Landkreis Heilbronn ist groß: Weil die Inzidenz seit mehreren Tagen unter der 165er-Grenze liegt, dürfen ab Montag wieder alle Kinder zum Präsenzunterricht unter Pandemiebedingungen zurück in die Klassenzimmer kommen. Wenn sich die Zahlen im Hohenlohekreis wie zuletzt positiv weiterentwickeln, könnten Schulen in der zweiten Wochenhälfte öffnen. In der Stadt Heilbronn bleiben die Schulen bis zu den Pfingstferien geschlossen.

Angebot für alle Stufen

Im Jagsttal-Schulverbund ist der Brückentag ein weiterer Umräumtag. Am Freitag packen Lehrer wieder einmal mit an, um einen Teil des Schulgebäudes für die anstehende Generalsanierung vorzubereiten und parallel dazu die übrigen Klassenzimmer für den Präsenzbetrieb vorzubereiten. Wegen der Sanierung geht es im Schulverbund mit Real- und Werkrealschulzweig erst am Dienstag los, allerdings steht fest: „Wir wollen alle Schüler für zwei Tage in die Schule holen“, sagt Martin Gundlach, stellvertretender Rektor. Das bedeute natürlich viel mehr Aufwand beim Planen, sagt er. Aber gerade für die Mittelstufe sei die Zeit in den Klassenzimmern wichtig. Die meisten waren seit Mitte Dezember nicht mehr zum Unterricht in der Schule.

Reiner Unterricht steht in der ersten Zeit nicht auf dem Programm. Mit zwei Klassenlehrerstunden gehe es los, sagt Martin Gundlach. Wer ins Schulhaus kommt, muss getestet werden. Allerdings geht es in den ersten Stunden auch darum, miteinander zu sprechen. „Wie war die Zeit?“ Aufgrund der Klassenstärken könnten alle Klassen gemeinsam zusammen sein. Die größeren Gruppen gehen in den Kunst-Raum oder in die Mensa, wo es mehr Platz gibt. Um zusätzliche Quadratmeter zu gewinnen, wurden sogar Schränke in einigen Zimmern ausgeräumt, sagt Martin Gundlach. Lehrer seien einerseits froh, die Kinder wieder zu sehen. Allerdings gebe es gemischte Gefühle, weil die Inzidenzzahlen weiterhin hoch seien.

Normalität

„Endlich“ – so freudig kommentiert Claudia Kaufmann den bevorstehenden Unterricht. „Das ist ein kleines Stück Normalität“, sagt die Elternbeiratsvorsitzende der Grund- und Gemeinschaftsschule in Gemmingen. Claudia Sperrfechter, in Weinsberg Elternbeirätin am Justinus-Kerner-Gymnasium, ist genauso begeistert. „Es ist extrem wichtig für die Kinder, dass sie ihre Lehrer und Mitschüler wieder persönlich sehen.“ In den Schulen wird auf Abstand geachtet. Jeder, der reinkommt, muss getestet werden. Eine Infektion schließt trotzdem niemand aus. Das Wagnis solle man allerdings eingehen, sagt Claudia Sperrfechter.

„Wir freuen uns, dass die Schüler zurückkommen“, sagt Marco Haaf, der in der Region als Sprecher die Schulleiter an Gymnasien vertritt. Abläufe wie das Testen müssen erst etabliert werden, aber Unterricht stehe natürlich an. Es gibt für ihn dennoch ein Aber: „Schule ist mehr als Lernen“, sagt Marco Haaf, der das Albert-Schweitzer-Gymnasium in Neckarsulm leitet. „Das Allerwichtigste ist, dass die Schüler wieder ihre Klassenkameraden sehen.“ Der Unterricht in den zurückliegenden Wochen sei unterschiedlich gelaufen. Wo es viele Videokonferenzen geben konnte, sei der Kontakt zwischen Lehrer und Schülern sehr intensiv gewesen.

Unterdessen prüfen Schulen im Hohenlohekreis, wie sie mit dem bevorstehenden Präsenzunterricht umgehen. Ende kommender Woche beginnen die Pfingstferien. Lohnt es sich, für zwei Tage die Kinder reinzuholen? Noch nicht entschieden hat sich die Gemeinschaftsschule in Neuenstein. Rektor Matthias Wagner-Uhl weiß, dass es den Wunsch nach Präsenzunterricht gibt. An seiner Schule hat sich die digitale Lern-Plattform für den Fernunterricht bewährt. Vom Schulischen her brächten zwei Tage in den Klassenzimmern „keinen Mehrwert“, sagt er. 

Testkultur

Marco Haaf, der das Albert-Schweitzer-Gymnasium in Neckarsulm leitet, ist froh über die Testkultur, die sich in der Stadt und seinem Schulstandort entwickelt habe. Abiturienten dürfen sich testen lassen, müssen es aber nicht. An seinem Gymnasium hätten sich bislang 100 Prozent der Prüflinge jeweils testen lassen. Er kennt Schulen, an denen sich kein einziger Abiturient vor schriftlichen Prüfungen testen ließ. Eine Testpflicht gibt es allerdings für den normalen Präsenzunterricht: Nur wer negativ getestet ist, darf in die Schule. Eltern können ihre Kinder wegen Corona vom Unterricht befreien lassen. 

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