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Lockdown verlängert - Schulen sollen geschlossen bleiben

Schulen können wieder öffnen

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Der Blick der Schulleiter war seit Tagen auf die Inzidenz gerichtet. Nun lag der Virusmarker gestern tatsächlich den fünften Werktag in Folge unter 165 – dann dürfen die Schulen wieder öffnen. Für den Hohenlohekreis bedeutet das: Ab Donnerstag können die Schüler an die Schulen. Tatsächlich öffnen aber nicht alle für die zwei Tage vor den Pfingstferien. Die Empfehlung vom Staatlichen Schulamt in Künzelsau lautet, dass sich die Schulen auf eine möglichst einheitliche Linie in der Raumschaft einigen sollen. 

Doch selbst das ist nicht ganz so einfach. „Eine kleine Grundschule wie die in Cappel braucht keinen großen Vorlauf, um zu öffnen“, erklärt Stefanie Klumpp, Leiterin der Öhringer Hungerfeldschule und geschäftsführende Schulleiterin. Anders ist es bei der Schillerschule mit rund 400 oder eben der Hungerfeldschule mit rund 240 Schülern. Treffen In Cappel habe man so argumentiert, dass es für die Kinder gut wäre, wieder ihre sozialen Kontakte pflegen zu können. Die größeren Schulen werden erst nach den Ferien wieder voll durchstarten. Der organisatorische Aufwand wäre zu groß, zumal die Schüler ihre Materialien für die Woche bereits hätten. Erika Jung, Leiterin der Gaisbacher Reinhold-Würth-Grundschule und geschäftsführende Schulleiterin der Künzelsauer Schulen erklärt, dass es auch im Kochertal nicht gelungen sei, eine einheitliche Lösung zu finden. „Die personellen und räumlichen Voraussetzungen sind einfach sehr unterschiedlich“, erklärt Erika Jung. Ihre Schule besuchen 56 Schüler. Jeder Schüler wird einen Tag vor den Ferien seine Lehrer sehen. „Am Ganerben-Gymnasium laufen aber noch Prüfungen und an anderen Schulen sind Lehrer krank“, schildert Erika Jung die Situation. Und obwohl der organisatorische Aufwand immens sei, so freut sie sich doch darauf, ihre Schüler wieder zu sehen. „Das wird ein großes Hallo“, ist sie sicher. 

Im Jagsttal ist das nach den Ferien der Fall: Die Schulen in Schöntal, Krautheim und Dörzbach hätten sich geeinigt, nach den Ferien voll durchzustarten, heißt es von der Max-Eyth-Schule in Bieringen. Das Bild bei den weiterführenden Schulen im Altkreis Öhringen ist ebenfalls nicht einheitlich: Die August-Weygang-Gemeinschaftsschulerelachule  in Öhringen ist die zwei Tage geöffnet. Die Realschule Öhringen, die Realschule Pfedelbach sowie das Hohenlohe-Gymnasium bleiben geschlossen. Die Gemeinschaftsschule Neuenstein, erklärt deren Leiter Matthias Wagner-Uhl, bleibt vor den Ferien ebenfalls zu. So habe man in Absprache mit dem Kollegium und auch den Eltern entschieden, sagt Wagner-Uhl. Ihm war wichtig, auch Letztere in die Entscheidung einzubeziehen. Denn: „Es ist ein sensibles Thema.“ Er ist froh, dass auch die Eltern hundertprozentig der Meinung sind, dass es wenig Sinn mache, Unruhe bei den Schülern zu verursachen – dafür, dass diese dann pro Gruppe einen Tag an die Schule kommen. Bei gut 600 Schülern seien so um die 2000 Menschen in die Überlegung einbezogen gewesen. Das sei immer auch ein logistischer Kraftakt, sagt der Schulleiter, zumal noch immer einfache Kommunikationssysteme für die Schulen fehlen.

Prüfen

Auch das Bildungszentrum Bretzfeld bleibt zu. Und ob es gleich nach den Ferien so reibungslos anläuft? Schulleiter Frank Eber hat da so seine Bedenken. Er sieht bereits das nächste Problem kommen: Wenn dann nach den Ferien geöffnet werden soll, stehen an den Realschulen, Werkrealschulen und Gemeinschaftsschulen zeitgleich die Prüfungen an. Das bedeute für die Schulleitungen, viel Personal vorzuhalten. Die verschickten Prüfungsanordnungen sehen vor, dass wegen des erhöhten Platzbedarfs an vielen Schulen die Klassen halbiert werden müssen. Pro Raum sind zwei Lehrer zur Aufsicht notwendig. Dazu kommt der Raum für die Schüler, die sich nicht testen wollen, plus der Raum für Risikoschüler. „Wir haben Glück, dass wir sehr große Räume haben und dazu Stunden aus dem Ganztagesbetrieb nehmen können“, sagt Eber. Er weiß aber auch von Schulen, die den Prüfungen Vorrang geben müssen vor dem Unterricht im Wechselbetrieb für die Sekundarstufe. „Denn zusätzlich dazu muss ja auch die Notbetreuung laufen“, skizziert Eber den Personalbedarf. So wirklich ganz normalen Schulalltag sieht er damit noch nicht. Den, so erklären die Schulleiter, werde es auch an den beiden Tagen vor den Ferien nicht geben: „Da wird das Zusammentreffen im Vordergrund stehen, nicht das Lernen“, sind sich die Schulleiter einig. 

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