Stimmt.de

Titelseite.indd
Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Coronavirus - Friseurgeschäfte öffnen in Göppingen

Friseur, Seelsorger und Coronavirus-Tester

zurück zur Übersicht

Mein Job ist Friseurin. Manchmal auch Seelsorgerin, das gehört dazu. Seit kurzem bin ich auch Coronavirus-Testerin“, scherzt Tuba Sulhan, Inhaberin des Salons Keller Haircompany in Heilbronn. Laut aktueller Corona-Landesverordnung dürfen Friseure seit Montag, 3. Mai, ihre Kunden offiziell mit einem Antigen-Schnelltest auf das Coronavirus testen und dessen Ergebnis bescheinigen. Voraussetzung: Die Friseure sind geschult und der Salon verfügt über einen separaten Raum, in dem die Testungen durchgeführt werden.  Corona-Test und Haarschnitt in einem – aus Kundensicht ein praktischer Service. Zumindest dort, wo es angeboten wird, wie in dem Studio von Tuba Sulhan. „Wenn jemand am Telefon sagt, er möchte sich vor dem eigentlichen Termin bei uns testen lassen, buchen wir eine halbe Stunde extra dazu“, erklärt die Friseurmeisterin.

Kein Leerlauf

Betritt der Kunde den Salon, wird er gleich in den für die Testung hergerichteten Raum geführt. Dort wartet Tuba Sulhan oder eine ihrer geschulten Kolleginnen, ausgerüstet mit Schutzkleidung, Handschuhen, FFP2-Maske, Gesichtsschild und mit einem zugelassenen Test in der Hand. Nach zirka 20 Minuten liegt das Ergebnis vor, bisher war es immer negativ. Während der Kunde auf dem Friseurstuhl Platz nimmt, reinigen sie gründlich den Testraum. Für diesen Service berechnet die Inhaberin neun Euro. „Der Aufwand ist groß“, gibt Tuba Sulhan zu. „Doch bevor ich mehrere Stunden Leerlauf habe, nehme ich mir lieber die Zeit.“ Ihre Kunden sind dankbar für dieses Angebot, schildert die Friseurin. Beschwerden wegen der neun Euro habe es bisher noch nie gegeben. 

Doch diesen Aufwand wollen viele Friseure nicht betreiben. Häufig scheitert es bereits an der Größe des Salons. „Wir haben gar keinen separaten Raum“, erklärt Friseurin Lena im Friseurstudio Lajda in Obersulm. Friseurmeister Ali Ünsal aus dem Friseurstudio Haarwerk in Heilbronn hat in seinem Laden nicht genug Personal, um seine Kunden zusätzlich noch zu testen. „Wir sind nur zu zweit, da geht es einfach nicht“, erklärt er. Er verweist auf die Testzentren in der Stadt. „Bei uns gibt es in unmittelbarer Nähe so viele Testmöglichkeiten. Ich und mein Kollege gehen selbst zwei Mal in der Woche dort hin.“ So sieht es auch Thomas Muth, Inhaber des Studios Hairlounge. Jens Schmitt ist Obermeister der Friseur-Innung Heilbronn-Öhringen. „Seit es die Testpflicht bei Friseurbesuchen gibt, verzeichnen die Betriebe 30 Prozent Umsatzeinbußen“, sagt Schmitt. Vielen Kunden sei der Aufwand einfach zu hoch.

Schulung

Er schätzt, dass ungefähr ein Drittel der Friseure in der Region sich nun schulen lassen, um ihrer Kundschaft diesen Service anbieten zu können. „Vermutlich werden es eher die im ländlichen Raum machen, wo es nicht so viele Teststationen gibt.“ In seinem Haarstudio in Schwaigern hat Schmitt ebenfalls einen Corona-Testraum eingerichtet. „Ich habe die Schnelltestschulung Anfang April für meine Mitarbeiter gemacht. Da dachte ich noch nicht daran, dass ich wenige Wochen später meine Kunden testen würde.“

Galerien

Regionale Events