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Wohin sich hilfesuchende Kinder und Jugendliche wenden können

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 Wohin können sich Kinder- und Jugendliche mit besonderem Unterstützungsbedarf wenden, wenn sie ein Problem mit ihrer Erziehungshilfe-Einrichtung haben? Oder ihre Sorgeberechtigten? Bisher war da eine institutionelle Lücke. Die soll nun ein Ombudssystem füllen. Die Landesregierung hat bereits eine Geschäftsstelle eingerichtet und sieben Berater verpflichtet. Derzeit touren die baden-württembergischen Ansprechpartner durch die Regierungsbezirke, um sich ihren Zielgruppen vorzustellen. Nun stand die Diakonische Jugendhilfe Heilbronn (DJHN) im Eppinger Bahnhof auf dem Tourneeplan.

Angst empfindet jeder schon mal. Daher stehen alle Besucher des Dialogforums auf, als Moderator Martin Hoffmann sie dazu auffordert, wenn sie das Gefühl kennen. Und haben sie sich mal ungerecht behandelt gefühlt? Auch bei der Frage bleiben einige der etwa 50 Leute im Saal stehen. Immerhin wussten viele, wo sie dann Hilfe finden konnten, sie setzen sich wieder. Von den zehn Jugendlichen aus Heilbronn stehen aber die meisten noch. Sie sind per Videokonferenz zugeschaltet, so wie eine 30-köpfige Gruppe aus Kleingartach.

Kontaktaufnahme per Telefon, Mail oder Chat

Die Gelegenheit nutzt DJHN-Geschäftsführer Markus Schnizler, um drei Ansprechpartner zu präsentieren: Annette Berner, Annika Geissler und Tim Kimmich stellen sich und ihr Angebot vor: "Es ist komplett offen, ob es ein Gespräch gibt oder mehrere, ob wir nur telefonieren oder uns beispielsweise wo treffen und irgendwohin gehen", erklärt Geissler, was nach dem ersten Anruf oder der ersten Anfrage per E-Mail passiert. Und sie verspricht: "Bald gibt es auch eine Chatfunktion auf unserer Homepage."

Wie ein Problem für Ombudsleute aussehen könnte, zeigt ein Videoclip. Da geht es um Lisa, die in einer Wohngruppe lebt. Die 15-Jährige findet es nicht in Ordnung, dass ihr Schrank in ihrer Abwesenheit nach Alkohol durchsucht wird. Da sie aber gleich laut wird, findet sie bei Betreuerin und Heimleitung kein offenes Ohr für ihre Beschwerde. Da kann die Vermittlung einer unparteiischen, von Jugendamt und anderen Diensten unabhängigen Ombudsperson helfen. Dafür muss man aber erst einmal wissen, dass es die gibt und die Kontaktdaten kennen.

Zu Corona-Zeiten wichtiger denn je

"Wir sind hier, um unseren Bekanntheitsgrad zu steigern und um direkt in Kontakt mit den jungen Menschen in den Einrichtungen zu kommen", sagt Dr. Sonja Kuhn als Geschäftsstellenleiterin der Landesombudsstelle in Stuttgart zu der Veranstaltung. Bei der DJHN stößt sie mit ihrem Anliegen auf offene Ohren: "Für uns ist das Angebot eine große Bereicherung", sagt Markus Schnizler auch mit Blick auf vorangegangene Projekte der Caritas oder der Stiftung Kinderland.

Gerade jetzt sei dieses Vermittlungsangebot wichtig, denn, so der DJHN-Geschäftsführer: "Die Corona-Pandemie trifft uns jetzt auf voller Breitseite." Jetzt, im Oktober, habe es schon so viele Schulausschlüsse gegeben wie sonst im gesamten Schuljahr.

Gut für stationäre Gruppen

Jay ist mit zwei anderen vom Kindersolbad aus Bad Friedrichshall gekommen. Dem 18-Jährigen fällt gleich was ein für die Ombudsstelle: "Man sollte mal 75 Prozent seines Ausbildungsgehalts in der Einrichtung abgeben - damit habe ich mich lange beschäftigt."

Maryam (11) aus Zimmerhof hatte mal ein Problem mit Klassenkameraden. Der Schulsozialarbeiter half ihr, die Klasse zu wechseln. Jetzt sei alles gut. Auch wenn es bei ihm nicht so nötig ist, freut sich Daniel Gaab, über das Angebot. Der Jugenderzieher betreut in Bad Rappenau-Zimmerhof 30 Kinder nach der Schule bis 17 Uhr: "Ich denke, es ist auch Zeit dafür. Besonders für stationäre Gruppen."

Alle Infos über die Ombudschaft: www.ombudschaft-jugendhilfe-bw.de.

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