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Zu Fuß von Spanien bis zum Nordkap

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Von Tarifa, dem südlichsten Zipfel in Spanien und dem südlichsten Punkt des europäischen Festlandes, bis zum Nordkap, Tarifas Pendant im Norden, ist es ganz schön weit. Grob 8000 Kilometer weit. Kornelius Heuthe möchte diese Strecke zu Fuß überwinden. In zehn Monaten will der Neckarwestheimer größtenteils allein den Kontinent auf Schusters Rappen überqueren. Am 29. November geht es los.

Vorfreude 

Kornelius Heuthe sieht durchtrainiert aus, fit, nicht muskelbepackt. Beim Gespräch im Wohnzimmer seiner Groß-WG schwankt er immer wieder zwischen entspannt, vorfreudig und zweifelnd, ob das Riesenprojekt auch wirklich zu schaffen ist. „Das stresst mich am meisten, obwohl es ja eigentlich egal ist“, meint der 28-Jährige lächelnd. Doch weil er über die ganze Strecke einen Podcast machen will, baue das eben doch zusätzlichen Druck auf. „Trotzdem ist es gut, dass ich es mache“, ergänzt er kämpferisch.
 
Es ist ein langgehegter Traum. Schon mit 15 beginnt Heuthe, viel Zeit in der Natur zu verbringen, ist auf Treckingtouren oder mit dem Kanu teils mehrere Wochen unterwegs. „Ich wollte immer mal was richtig Großes machen, wo ich mir alles abverlange und worauf ich alles ausrichten muss. Ich hab' einfach Lust auf ein richtig großes Abenteuer“, erzählt der älteste von vier Brüdern. Gleichzeitig hegt er diese Sehnsucht, mal längere Zeit allein zu sein, was er noch nie war und worin er eigentlich auch nicht gut ist. „Aber ich weiß einfach, ich muss das mal machen.“ Es werde sicher hart und ungemütlich, aber auch versöhnlich, ist der studierte Sozialpädagoge, der zuletzt als Baumpfleger arbeitete, sicher. Heuthe beschreibt sich selbst als Getriebener, der ob der Endlichkeit seines Daseins jede Sekunde bestmöglich ausnutzen will. Auf der Tour werde er sicher was Tolles erleben, davon ist er überzeugt.
 
Bis vor einem guten Jahr begleiten ihn also diese Gedanken, sind wie ein Schwelbrand, der aber nie wirklich Feuer fängt. Bis ihm sein Bruder im Familienurlaub eine abgekaute Birne an den Kopf wirft. Heuthe ist genervt, geht vier Kilometer schwimmen. „Einen Kilometer vor dem Ende war es, als ob jemand Benzin in den Schwelbrand gekippt hätte.“ Der Plan beginnt zu reifen. Erst will er mit Kanu, wandern, Gleitschirmfliegen und schwimmen quer durch Europa – logistisch viel zu kompliziert. Das Laufen bleibt am Ende übrig.

Rucksack

Am 28. November geht es nach Spanien. Einen Tag später läuft er los, nur mit einem Rucksack, in dem sich Zelt, Kocher, Schlafsack und ein paar Oberteile befinden. „Unterwegs muss ich mich nur um Essen kümmern und hin und wieder in eine Pension zum Duschen.“
6000 Euro hat er für den Trip gespart, die finanziellen Mittel sind also begrenzt. Die Route hat er bis auf den Meter geplant, wobei er weiß, dass er offen sein muss für spontane Änderung, etwa wenn in Frankreich zu viel Schnee liegt. „Ich will da auch nochmal ran, denn im Moment ist die Strecke eigentlich zu lang, als dass ich sie realistisch schaffen kann.“
 
Die erste Etappe führt nach Freiburg, wo er acht Jahre lange lebte. Eigentlich sollte es dann mit dem Rad weiter nach Flensburg gehen, doch weil der eingeplante Kumpel nicht kann, wird er den Abschnitt nun vielleicht auch laufen. Hauptsache, er ist spätestens Mitte Oktober am Nordkap, danach ist der Winter zu heftig. „Ich hab aufgehört, alles exakt zu planen, weil es ja dann doch anders kommt“, stellt Heuthe fest – und will doch noch mal an seine Route.

Vor den Start 

Auf der Internetseite 8000kilometer.de ist jetzt schon der Trailer zum angekündigten Podcast zu hören. Die erste Folge wird es am 15. Dezember geben und die weiteren alle 14 Tage. Bis zum Start musste Kornelius Heuthe nur noch ein bisschen Hausrat verräumen, selbst das Abschiedsfest fand schon statt. Ein bisschen Bauchweh bereitet ihm die Corona-Lage. Mit einer solchen Verschlechterung hatte der 28-Jährige nicht gerechnet. „Wenn ich mal laufe, ist es nicht schlimm, da ich ja allein unterwegs bin. So lange ich nur am 28. nach Spanien fliegen kann.“
 

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