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Nachhaltigkeit trifft auf modernen Streetstyle

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In Lauryn Breitenfelds Zimmer steht eine altmodisch anmutende Nähmaschine, die sie gebraucht gekauft hat. Überall finden sich Stoffe, selbstgenähte Kleidungsstücke oder gezeichnete Designs ihrer nächsten Kollektionen. Mit ihrem Label „Rebelle“ verkauft die 23-Jährige über ihren Instagram-Account ihre eigenen, handgefertigten Kleidungsstücke und verdient damit ihren Lebensunterhalt. Obwohl Modedesignerin schon immer ihr Traumberuf war, hätte sie sich früher nicht vorstellen können, einmal ihr eigenes Label zu gründen und selbstständig Mode zu verkaufen. Denn eigentlich war Lauryns Plan ein anderer.

Nach ihrem dreijährigen Studium an der Modedesignschule Manuel Fritz in Mannheim machte sich die gebürtige Heilbronnerin auf die Suche nach einer Stelle in einem Unternehmen in ihrer Heimatstadt. Allerdings erschwerte ihr die Corona-Pandemie die Jobsuche, und Lauryn begann im Dezember 2020, ihre eigene Mode herzustellen. Als die Nachfrage größer ausfiel als erwartet beschloss sie, sich selbstständig zu machen und ihre eigene Boutique zu gründen. Der Name „Rebelle“ entstand aus den drei Buchstaben von Lauryns Künstlernamen: RBL, „Real Lauryn Breitenfeld“. „Eine Freundin meinte damals zu mir, dass sich RBL ausgesprochen wie Rebell anhört. Und es passt auch dazu, dass ich mich irgendwie gegen die Fast-Fashion-Szene auflehne“, sagt Lauryn.

Individualität

Schon als Jugendliche, erzählt sie, habe sie sich sehr für Mode und deren Bedeutung interessiert. „Für mich drückt Mode die eigene Persönlichkeit aus. Deshalb ist es wichtig, dass man sich darin wohlfühlt. Natürlich sollte Kleidung auch ihren Zweck erfüllen, aber man sollte sich damit auch ausdrücken können.“ An moderner Mode gefalle ihr vor allem der Trend in Richtung Unisex-Kleidung, die das Angebot für viele Menschen stark erweitern würde. „Wenn Frauen weite Hosen tragen können, wie es gerade im Trend ist, warum können dann nicht alle einfach das tragen, was sie wollen?“, fragt sich die Designerin. Deshalb ist die Mehrheit ihrer eigenen Entwürfe geschlechtsneutral gestaltet. „Oft kriege ich auch Anfragen, ob ich den Leuten etwas eigenes schneidern kann. Dann kommen sie zu mir nach Hause, ich nehme ihre Maße und nähe etwas nach ihren Wünschen.“

Viele von Lauryns Designs sind limitierte Artikel, bei den Produkten aus ihren Kollektionen kann es auch vorkommen, dass nicht alles komplett gleich aussehe. Denn die Heilbronnerin legt sehr viel Wert auf Individualität und möchte, dass sich ihre Kleidung vom Fast-Fashion-Markt abhebt. Deshalb hole sie sich viel Inspiration bei Modeschauen, aus der Streetstyle-Szene oder setzt auf ihren eigenen Modegeschmack. „Ich trage eigentlich am liebsten Jogginghosen“, sagt sie. Das zeigt sich auch an ihrer eigenen Loungewear-Kollektion.

Nachhaltig

Ein besonderes Augenmerk legt Lauryn außerdem auf Nachhaltigkeit. Ein Thema, das ihr selbst sehr am Herzen liegt und das bereits während ihres Studiums in der Modeschule thematisiert wurde. In ihren Designs benutzt die Heilbronnerin deshalb hauptsächlich zertifizierte Bio-Baumwolle und Materialien, die umweltverträglich sind. Damit möchte Lauryn ein Zeichen gegen Fast-Fashion und umweltschädliche Stoffe setzen. Sie könne nicht verstehen, warum viele Brands einfach billige Fast-Fashion-Produkte bestellen und darauf ihr eigenes Logo nähen würden. Ihre eigenen Stoffe sucht sie sich auf Messen unter anderem in Italien aus oder bezieht diese von Produzenten, die ihr die Ware nach Hause liefern. Das Wichtigste daran sei, dass man den Menschen Nachhaltigkeit als etwas Cooles nahebringe und moderne, schöne Designs entwerfe, um vor allem junge Menschen zu überzeugen, sagt Lauryn.

Zukunftsblick

Dieses Konzept scheint bei ihren Followern gut anzukommen. „Drei bis vier Aufträge kriege ich schon pro Woche“, erklärt Lauryn. Nebenher ist sie auch Änderungsschneiderin und nimmt vielfältige Aufträge entgegen. Ein Hoodie, in dem etwa zwei Tage Arbeitszeit steckt, kostet bisher rund 40 Euro. Doch die Designerin plant in Zukunft, ihre Boutique größer aufzuziehen. „Ich will als nächstes noch mal studieren. Dann hier in Heilbronn Fashion Management.“ Gerne würde Lauryn später ihren Instagram-Shop, den sie im Moment durch Influencer und Influencerinnen bewerben lässt, auch mit Flyern oder Internet-Werbung ausbauen. Und wenn alles klappt, kann sie sich für die Zukunft vorstellen, eine Art Atelier mit Laufkundschaft zu betreiben. Denn fest steht: Modedesign wird die Heilbronnerin nicht so schnell aufgeben.

 

Social Media:

Auf unserer Instagram-Seite findet ihr einen kleinen Einblick in Lauryns Alltag.

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