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Chance einer politischen Diskussion verpasst

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Der Jugendkulturverein Kokolores lud am Wochenende zu einer Podiumsdiskussion mit neun Kandidaten zur Bundestagswahl ein: Das Thema „Die Jugend und ihre Zukunft“ beschäftigte nicht nur die Jugendlichen. Zwar war die Stadthalle nur spärlich besetzt, die Diskussion mit wichtigen zukunftsrelevanten Themen blieb dennoch spannend bis zum Ende. Die Veranstaltung hätte mehr Resonanz verdient gehabt. Es bestand wenigstens die Option des Live-Streams über den Kokolores-Facebook-Account, darauf zählten die Veranstalter.

Handelte es sich um Politik-Verdrossenheit, war das gute Wetter oder die 3G-Regel schuld, fragt man sich da? Die Partei Die Basis verwehrte sich eben gegen jene 3G-Regel und sagte ihre Teilnahme im Vorfeld ab. Zunächst begrüßt Timo Mayer vom Kokolores die Gäste und das junge Moderatorenduo steigt mit ernüchternden Zahlen ein: 2,8 Millionen Erstwähler, das seien 4,6 Prozent Wahlberechtigte. Bei den 18- bis 29-Jährigen spreche man von 14,4 Prozent Wahlberechtigten. Das sei eine große Klientel. Und viele wissen offensichtlich noch nicht, wo sie ihr Kreuz machen sollen.

Wahlkampf

Dann stellen sich die Bewerber vor: Die Bundestagskandidaten Jens Moll (AfD), Valentin Abel (FDP), Cedric Schiele (Linke), Kevin Leiser (SPD), Knud Wetzel (Die Partei), Wilhelm Maier (MLPD) und Friedrich Zahn (ÖDP). Wegen anderer Wahlkampftermine entschuldigen lassen sich Harald Ebner (Grüne), für ihn nimmt Colin Christ an der Veranstaltung teil, und Christian von Stetten (CDU), er wird von Matthias Heindl vertreten.

Die Moderatoren stellen die Themen „Klimawandel“ und „Digitalisierung“ in den Mittelpunkt der Diskussion. „Es muss sich lohnen, auf regenerative Energien zu setzen“, merkt Valentin Abel beim Klima-Thema an. Colin Christ spricht sich für die Einführung eines Energiegeldes aus: „Wir müssen auf Anreize setzen.“ Jens Moll ist überzeugt, dass nicht der Mensch der Verursacher der Klimakrise sei. Es gebe Wissenschaftler, die das bestätigen könnten. Knud Wetzel zieht den Publikumsjoker, weil er kein Experte fürs Klima sei. Er will echte Wissenschaftler in führende Positionen bringen.

Das schnelle Internet, vor allem an Schulen, müsse weiter vorangetrieben werden, ist sich Matthias Heindl bewusst. Friedrich Zahn nennt es Fluch und Segen zugleich. Wilhelm Maier will die Digitalisierung für eine materielle Verbreitung für den Sozialismus nutzen. „Wir brauchen für die Digitalisierung auch eine gute Infrastruktur zu Hause“, so Cedric Schieles Kommentar. Kevin Leiser moniert den zaghaften Breitbandausbau der bisherigen Regierung. „Die Förderprogramme müssen vereinfacht werden“, so seine Forderung.

Schnellraterunde

Nur mit „Ja“ oder „Nein“ dürfen die Parteivertreter bei einer Schnellraterunde mit sieben Fragen antworten. Ob „Tempolimit auf deutschen Autobahnen“ oder „Cannabis-Legalisierung“, die Parteien sind sich immer uneins. Bei „Bundestagswahlrecht ab 16 Jahren“ können nur AfD und CDU nicht mitgehen.

Auch bei der Bildungsfrage gibt es keine Einigkeit. Abel spricht von einem lebenslangen Prozess, Schiele setzt mehr Wert auf die Ausbildung. „Wir brauchen mehr Jobs in einfachen Bereichen“, fordert Zahn. Leiser setzt sich für das Recht für Weiterbildung ein und Heindl ist der Meinung, dass die Bildungsoffensive das A und O sei. Beim Thema „Diversität“ unterstreicht Christ die grüne Forderung einer Frauenquote in Führungspositionen. Knud Wetzel von der satirischen Die Partei hingegen spricht sich für eine Faulenquote aus. Maier will dagegen Lohnungleichheiten vermeiden und für Moll ist Diversität schlicht Leben und Gestalten. Bei der Schlussfrage „Warum sollen junge Leute uns wählen?“ werben die Kandidaten innerhalb einer Minute um Stimmen. Einigkeit herrscht letztlich bei allen darüber, dass man das demokratische Recht der Wahl unbedingt wahrnehmen solle.

 

 

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